
Nicolai von Dellingshausen rückt bei der Genesis Scottish Open vor, während Scottie Schefflers lange Cut-Serie endet.
Deutscher Sprung nach vorn
Nicolai von Dellingshausen hat sich am zweiten Tag der Genesis Scottish Open mit einer 64 in die Spitzengruppe gespielt. Der Deutsche benötigte auf dem Par-70-Kurs des Renaissance Club sechs Schläge weniger als der Platzstandard und verbesserte sich mit insgesamt sieben unter Par bis auf den geteilten sechsten Rang.
Nach seiner 69 zum Auftakt liegt von Dellingshausen nur zwei Schläge hinter den Führenden Jordan Smith, Tom Kim und Rory McIlroy. Das Trio beendete die ersten 36 Löcher jeweils mit neun unter Par.
Eagle bringt den Schub
Von Dellingshausen begann seine zweite Runde mit einem Birdie am ersten Loch und legte auf der nächsten Par-5-Bahn nach. Auch am neunten Loch gewann er einen Schlag, sodass er die erste Platzhälfte mit drei unter Par abschloss.
Auf den zweiten neun Löchern blieb der 33-Jährige ohne Bogey. Den wichtigsten Schlag setzte er am kurzen Par 4 der 14, als er zum Eagle einchipte. Ein weiteres Birdie an der 18 brachte die 64 und damit eine der besten Runden des Tages.
Open-Ticket bleibt möglich
Mit seiner Ausgangslage brachte sich von Dellingshausen auch im Rennen um einen Platz bei der Open Championship in Stellung. Bei der Genesis Scottish Open erhalten die drei bestplatzierten Spieler, die noch nicht für Royal Birkdale qualifiziert sind, ein Startrecht für das letzte Major des Jahres.
Von Dellingshausen erklärte nach der Runde, dass er Gedanken an dieses mögliche Ticket bewusst ausblenden wolle. In der Vergangenheit habe ihm der Versuch geschadet, ein bestimmtes Ergebnis zu erzwingen. Stattdessen wolle er sein Spiel fortsetzen und erst nach dem Turnier auf die Rangliste schauen.
Drei Spieler teilen die Führung
Jordan Smith setzte mit einer 63 die niedrigste Runde aus der Spitzengruppe. Der Engländer spielte acht Birdies bei einem Bogey und verbesserte sich nach seiner Auftakt-68 um 26 Plätze. Smith liegt nach 131 Schlägen gemeinsam mit Tom Kim und Rory McIlroy vorn.
Kim ergänzte seine erste 65 durch eine 66. Zwei Birdies auf seinen letzten drei Löchern brachten den Südkoreaner an die Spitze. McIlroy kam ebenfalls mit einer 66 ins Clubhaus und blieb damit nach zwei Runden in direkter Reichweite seines zweiten Titels bei der Scottish Open.
Fitzpatrick einen Schlag zurück
Matt Fitzpatrick folgt gemeinsam mit Min Woo Lee bei acht unter Par auf Rang vier. Der Engländer spielte am Freitag eine 65, während Lee zum zweiten Mal eine 66 notierte.
Hinter von Dellingshausen liegen unter anderem Titelverteidiger Chris Gotterup, der Franzose Victor Perez, Joost Luiten und der schottische Lokalmatador Robert MacIntyre bei sieben unter Par. Damit trennen die ersten Plätze vor dem Wochenende nur wenige Schläge.
McIlroy bleibt konstant

Rory McIlroy hatte bereits am Donnerstag mit einer 65 zur fünfköpfigen Spitzengruppe gehört. Am zweiten Tag startete er erneut schnell und spielte auf seinen ersten neun Löchern vier Birdies.
Nach einem Bogey auf der zweiten Platzhälfte stabilisierte der Nordire sein Ergebnis und kam mit vier unter Par für den Tag ins Clubhaus. Seine beiden Runden von 65 und 66 halten ihn vor dem Wochenende in geteilter Führung.
Schmid erreicht das Wochenende
Matti Schmid lag in der Schlussphase seiner zweiten Runde bei drei unter Par für das Turnier und damit oberhalb der Cut-Linie. Der Deutsche war mit einer 68 gestartet, musste am Freitag jedoch um jeden Schlag kämpfen.
Nach einem frühen Birdie verhinderten Bogeys zunächst einen größeren Sprung. Schmid stabilisierte seine Karte auf den zweiten neun Löchern und hielt sich im Bereich der Spieler, die das Wochenende erreichen. Der Cut lag bei zwei unter Par.
Siem verliert den Rhythmus
Marcel Siem konnte seine solide Auftaktrunde nicht bestätigen. Nach einer 69 am Donnerstag fiel der Deutsche mit einer 79 weit zurück und verpasste mit acht über Par den Cut deutlich.
Auf seiner ersten Platzhälfte kosteten ihn ein Doppelbogey am Par 5 der Zwölf sowie weitere Schlagverluste früh den Anschluss. Auch nach dem Wechsel auf die vorderen neun Löcher fand Siem nicht mehr zu einem stabilen Spiel.
Schott reagiert mit 68
Freddy Schott zeigte nach seiner 85 zum Auftakt eine klare Reaktion. Der Deutsche spielte am Freitag eine 68 und blieb damit zwei Schläge unter Par.
Für den Cut reichte die Runde nach dem hohen Rückstand des ersten Tages nicht mehr. Schott beendete das Turnier mit 13 über Par, konnte seine Woche jedoch mit einer deutlich geordneten zweiten Runde abschließen.
Wiesberger fällt zurück
Bernd Wiesberger war als geteilter Führender in den zweiten Tag gestartet. Der Österreicher hatte zum Auftakt eine 65 gespielt, verlor am Freitag jedoch mit einer 78 den Anschluss.
Mit drei über Par nach zwei Runden verpasste Wiesberger das Wochenende. Der Unterschied von 13 Schlägen zwischen seinen beiden Karten zeigte zugleich, wie schnell sich die Bedingungen und kleine Fehler auf dem Renaissance Club auf das Ergebnis auswirken konnten.
Straka scheitert knapp
Auch Sepp Straka erreichte den Cut nicht. Der Österreicher spielte Runden von 70 und 69 und beendete die ersten 36 Löcher bei einem Schlag unter Par.
Damit fehlte Straka voraussichtlich ein Schlag für das Wochenende. Nach einer kontrollierten zweiten Runde blieb er knapp hinter der Marke von zwei unter Par zurück.
Schefflers Serie endet
Scottie Scheffler verpasste erstmals seit fast vier Jahren wieder einen Cut. Der Weltranglistenerste spielte nach seiner 68 zum Auftakt eine 72 und kam mit Par für das Turnier ins Clubhaus.
Damit endete eine Serie von 78 Turnieren und 1428 Tagen ohne verpassten Cut. Zuletzt war Scheffler im August 2022 bei der Fedex St. Jude Championship vor dem Wochenende ausgeschieden.
Zu wenige Chancen
Scheffler führte sein Ausscheiden vor allem auf fehlende Birdie-Möglichkeiten zurück. Er habe seine Annäherungen nicht nah genug an die Fahnen gebracht und sich dadurch zu wenige klare Chancen erarbeitet.
Der US-Amerikaner reist nun früher als geplant nach Royal Birkdale. Dort tritt er in der kommenden Woche als Titelverteidiger bei der Open Championship an.
Weitere Namen verpassen den Cut
Neben Scheffler schieden auch mehrere weitere prominente Spieler aus. Brooks Koepka fiel nach einer 66 zum Auftakt mit einer 74 auf Par zurück. Xander Schauffele blieb mit drei über Par ebenso außerhalb des Wochenendes.
Patrick Cantlay, der nach dem ersten Tag noch zur Spitzengruppe gehört hatte, spielte eine 74 und fiel auf einen Schlag unter Par zurück. Auch Ludvig Åberg, Shane Lowry und Bernd Wiesberger verpassten die Marke.
Rahm rettet sich ins Wochenende
Jon Rahm reagierte dagegen auf seine schwache 73 zum Auftakt. Der Spanier spielte am Freitag eine 65 und verbesserte sich auf zwei unter Par.
Damit lag Rahm genau an der Cut-Linie. Die Runde mit fünf unter Par brachte ihn von den hinteren Rängen noch ins Wochenende, allerdings beträgt sein Rückstand auf die Spitze bereits sieben Schläge.
Enges Feld vor Runde drei
Die Ausgangslage vor dem Samstag bleibt offen. Smith, Kim und McIlroy führen bei neun unter Par, doch bis zu den Spielern auf Rang 13 beträgt der Abstand nur drei Schläge.
Von Dellingshausen startet als bester Deutscher aus der Verfolgergruppe. Neben einem möglichen Spitzenplatz spielt für ihn auch die Qualifikation für Royal Birkdale eine Rolle. Schmid hält ebenfalls die deutsche Fahne am Wochenende im Feld, während Siem und Schott ausgeschieden sind.
Blick auf den Samstag
Am dritten Tag dürfte der Renaissance Club erneut verschiedene Aufgaben stellen. Die Lage an der schottischen Küste macht Änderungen bei Windrichtung und Stärke möglich, während die festen Fairways präzise Entscheidungen vom Abschlag fordern.
Für von Dellingshausen wird entscheidend sein, seine Quote auf den Grüns zu halten. Seine fehlerfreie 64 brachte ihn in Reichweite der Führung, doch die geringe Distanz zwischen den vorderen Plätzen lässt wenig Raum für eine schwache Phase.
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