
Trump Turnberry steht für Links-Golf an Schottlands spektakulärer Ayrshire-Küste. Das traditionsreiche Resort verbindet zwei außergewöhnliche Plätze mit einem luxuriösen Hotel – und erlebt seit 2014 eine umfassende Modernisierung.
Trump Turnberry: Die Perle im Golfportfolio
Dass Donald Trump ein ausgeprägtes Faible für den Golfsport hat, ist hinlänglich bekannt. Weniger geläufig ist, dass die Trump Organization nach Angaben des Ausgangstextes im Juni 2026 insgesamt 16 öffentliche und private Golfanlagen in den USA, den Emiraten, Indonesien, Irland und Schottland besitzt oder betreibt.
Für Golf-Puristen und Traditionalisten ist Trump Turnberry jedoch die Perle dieses Portfolios. Das Anwesen liegt rund 50 Meilen von Glasgow entfernt und blickt auf mehr als 117 Jahre Geschichte zurück. Im Mittelpunkt stehen zwei Championship-Plätze sowie ein Hotel, das oberhalb der Küste thront.
Der legendäre Ailsa Course war bereits viermal Austragungsort der Open Championship: 1977, 1986, 1994 und 2009.

Cottages für Familien und Golfgruppen

Turnberry Hotel: ganz links der neue Ballroom
Neuer Glanz für Trump Turnberry
Wer Turnberry in seiner ruhmreichen Vergangenheit erlebt hat, dürfte gedacht haben: Schöner kann Links-Golf kaum sein. Dann übernahm Donald Trump das Resort.
2014 erwarb er Turnberry für einen dreistelligen Millionenbetrag von der Leisure Corp Group aus Dubai. Zunächst ließ die neue Eigentümerschaft die Immobilien umfassend renovieren. Hotel, Cottages und Clubhaus erhielten ein neues Erscheinungsbild. Zudem entstand ein Ballroom für 500 Personen.
Danach rückten die Golfplätze in den Fokus. Zuerst erhielt der kleinere Bruder des Ailsa Course eine neue Identität. Der frühere Kintyre Course trägt heute den Namen King Robert the Bruce – eine Erinnerung an den schottischen König Robert Bruce, der 1274 in Turnberry geboren wurde.

Hotelzimmer mit Golf- und Ocean-View

Die neue 7 des Ailsa Course: 532 m von hinten (Par-5)

Ailsa Course: Redesign am Meer
Das 7. Grün wurde von der alten Position knapp 50 Meter an einen neuen Standort direkt an die raue Küste verlegt, was eines der dramatischsten Greens der Britischen Inseln geschaffen hat. Unterdessen profitiert das achte Loch von neuen Abschlagboxen, die den Verlauf der Spielbahn begradigen und den früheren blinden Annäherungsschlag eliminieren, wodurch die optische Attraktivität des Lochs deutlich erhöht wurde. „Beim neuen siebten Loch wollten wir Turnberrys atemberaubende Lage voll ausnutzen, indem wir das Green direkt an die Küstenkante verlegt haben“, so Ebert zu seinen Maßnahmen, „es gibt nicht viele Links-Plätze, bei denen die Grüns direkt am Klippenrand liegen – das ist also in sich schon etwas ganz Besonderes.
Für Loch acht hat es sehr viel Sinn gemacht, die Abschläge nach rechts zu verlegen, um so ein besseres und faireres Loch zu schaffen. Der Abschlag wird durch die neue Ausrichtung deutlich verbessert, wodurch das Loch vom ersten bis zum letzten Schlag visuell beeindruckend ist.“ Begleitend zu den bedeutenden Veränderungen an diesen Löchern wurden weitere kleine Optimierungen vorgenommen. Darunter neue Böschungen hinter den Grüns von Loch 12 und 15, Anpassungen am 13. Loch sowie neue Abschläge an Loch 14 und 17. Insgesamt kostete das Facelift gut 1,2 Millionen Euro. Nic Oldham, General Manager bei Trump Turnberry, ergänzte: „Wir suchen gemeinsam mit dem Eigentümer stets nach Möglichkeiten, das gesamte Angebot von Trump Turnberry auf ein neues Niveau zu heben.
Dazu gehört auch der Ailsa, und es gibt niemand Besseren als Martin Ebert, wenn es darum geht, diesen Platz weiterzuentwickeln.“ Zusätzlich zu der Modernisierung zeichnet Ebert auch für das Design des King Robert the Bruce verantwortlich, Turnberrys zweitem Meisterschaftsplatz, der dieses Jahr erstmals gemeinsam mit seinem berühmteren Pendant in der „Golf Digest World’s Greatest 100 Courses“-Rangliste vertreten ist. Der legendäre Ailsa-Platz behauptet seinen Platz in den Top Ten des Weltgolfs auf Rang acht, während der King Robert the Bruce um 46 Plätze auf Rang 48 kletterte und somit erstmals unter den Top 50 vertreten ist, nachdem er vor zwei Jahren erstmals in den Top 100 debütierte. Der Aufstieg des King Robert the Bruce ist der größte Sprung eines zuvor gelisteten Platzes im angesehenen Ranking.

Gut verteidigtes 6. Grün (Par-3, 181 m von hinten)
Demnächst: Trump 12
Abgerundet wurde das „Projekt Golf“ mit der Renovierung und Modernisierung der Golfakademie in 2025. Ausgestattet mit einer hochmodernen Trackman-Range mit elf überdachten Abschlagboxen und innovativem Trackman-Indoor-Simulator sowie einem neuen Academy Café. Und im Herbst 2026, allerspätestens aber im Frühjahr 2027 soll der bereits eingesäte Kurzplatz „Trump 12“ eröffnet werden. Zwölf Par-3-Löcher mit Längen zwischen 80 und 180 Metern – ein wahres Schmuckstück. „Die Transformation dieses Anwesens war außergewöhnlich.
Wir haben ein Weltklasse-Erlebnis geschaffen, das die unglaubliche Geschichte von Turnberry würdigt und gleichzeitig etwas wirklich Einzigartiges im Golfsport bietet“, sagt Eric Trump, der aktuell für seinen Vater die Geschäfte der Trump Organization führt, „der Ailsa beweist weiterhin, warum er einer der ikonischsten Meisterschaftsplätze aller Zeiten ist, und der Aufstieg des King Robert the Bruce hat selbst die höchsten Erwartungen übertroffen.“ Seit der Eröffnung im Jahr 1906 gilt Turnberry als eines der führenden Luxusziele Schottlands – für Golfer und Nicht-Golfer gleichermaßen.
Das edwardianische Hotel und das Anwesen beherbergen drei Restaurants, darunter das Fine-Dining-Erlebnis 1906, sowie das preisgekrönte Spa at Turnberry. In der Hauptsaison beschäftigt Trump Turnberry 480 Angestellte, davon allein 53 im Greenkeeping. Im Gegenzug werden höchste Qualität und Luxus pur auf den Golfplätzen und im Hotel geboten. Und das kostet: Wer in der Hauptsaison (Juni, Juli, August) ohne ein Zimmer gebucht zu haben in der Primetime am Vormittag auf dem Ailsa Course spielen möchte, wird mit 1.000 Pfund (ca. 1.170 Euro) zur Kasse gebeten. Im Ranking der „Teuersten öffentlich spielbaren Golfplätze der Welt“ (siehe Kasten) hat Trump Turnberry damit die zweifelhafte Position des Spitzenreiters eingenommen.

Trackman-Technik in der Golfakademie

Open-Comeback?
Mit der Ära Trump in Turnberry endete aber gleichzeitig auch die Ära des Ailsa Course als Austragungsort der Open Championship (zuletzt 2009). Die Regeln des verantwortlichen R&A aus St. Andrews sind nicht deckungsgleich mit den Regeln, nach denen Donald Trump “Golf spielt”. Hinter vorgehaltener Hand sagen die Regelshüter vom R&A: Turnberry gerne, aber ohne President Trump. Könnte 2029 so weit sein: Trump wird in den USA nach seiner zweiten Amtszeit als Präsident abtreten müssen und The Open ist ab 2029 noch nicht vergeben (2026 Royal Birkdale, 2027 St. Andrews, 2028 Royal Lytham & St. Annes). Im Management von Trump Turnberry heißt es dazu: “Wir sind bereit, wir glauben daran, wir können es.” Aus Sicht eines Golf-Puristen und -Traditionalisten muss man dazu sagen: Ein Comeback von Turnberry wäre für den Golfsport ein großer Gewinn – aber bitte nicht um jeden Preis.
Die 10 teuersten öffentlich spielbaren Golfplätze der Welt*
1. Trump Turnberry (Ailsa Course), Schottland – £ 1.000 (ca. 1.170 €)
2. Shadow Creek Golf Course, Nevada (USA) – $ 1.250 (ca. 1.150 €)
3. TPC Sawgrass (Stadium Course), Florida (USA) – $ 900 (ca. 830 €)
4. Trump International Golf Links Aberdeen, Schottland – £ 595 (ca. 695 €)
5. Wynn Golf Club, Nevada (USA) – $ 750 (ca. 690 €)
6. Whistling Straits (Straits Course), Wisconsin (USA) – $ 735 (ca. 675 €)
7. Pebble Beach Golf Links, Kalifornien (USA)– $ 675 (ca. 620 €)
8. Adare Manor Golf Course, Irland – $ 675 (ca. 620 €)
9. Te Arai Golf Links, Neuseeland – NZD 975 (ca. 540 €)
10. Kingsbarns Golf Links, Schottland – £450 (ca. 525 €)
*Quelle: Golf.de, März 2026
Fotos: Trump Turnberry
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