
Deutschland hat einen neuen Shootingstar
Es gibt diese Momente im Sport, in denen sich Jahre voller Zweifel, harter Arbeit und knapper Entscheidungen in einem einzigen Augenblick auflösen.Für Freddy Schott war dieser Augenblick der 1. Februar 2026 in Bahrain. Als sein Kontrahent Calum Hill nach einem Abschlag ins Aus und einem Schlag ins Wasser sportlich fair aufgab, war es amtlich: Freddy Schott ist Champion auf der DP World Tour.
Reifeprüfung DP World
Dass Freddy „The Schott“ das Zeug dazu hat, ganz oben mitzuspielen, war für Experten nie eine Frage gewesen. Schon 2022 dominierte der 24-jährige Düsseldorfer zeitweise die Challenge Tour, feierte in Dänemark einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg und schob sich auf den ersten Platz der Road to Mallorca. Doch der Sprung auf die große Bühne der DP World Tour erwies sich als Herausforderung. Statt Seriensiegen folgte ein zäher Kampf um den Verbleib in der Belle Etage des europäischen Golfsports. Mal war es die Q-School, mal ein Kraftakt im allerletzten Moment, der die Tourkarte sicherte. Noch im letzten Oktober stand Schott mit dem Rücken zur Wand. Erst ein starkes Ergebnis beim vorletzten Saisonturnier in Indien sicherte ihm den Status für 2026. Doch genau dort passierte etwas in seinem Kopf. „Dort habe ich gefühlt: Okay, ich gehöre hierher. Ich bin angekommen“, reflektierte er jetzt nach seinem Sieg in Bahrain. Es war dieses neue „Mindset“, das ihn nun durch die extrem spannungsgeladene Finalrunde der Bahrain Championship trug.
Coolness im Play-off
Denn das Finale war nichts für schwache Nerven. Bei 17 unter Par nach 72 Löchern fand sich Schott in einem hochkarätigen Play-off gegen Calum Hill und den US-Star Patrick Reed wieder. Während Ex-Masters-Champion Reed bereits am ersten Extraloch patzte und Calum Hill am zweiten, behielt Schott die Ruhe. In seinem 91. Turnier auf der Tour bewies er die Coolness, die sein Umfeld und sein Mentor Marcel Siem schon immer in ihm gesehen haben. „Es ist einfach unglaublich, ich bin extrem glücklich und überrascht. Ich weiß gerade gar nicht, was hier passiert. Ich bin einfach so glücklich“, stammelte Schott nach dem Sieg. Es war nie eine Frage gewesen, ob, sondern wann sich Freddy Schott belohnen würde.
Angekommen unter Besten
Und diese Belohnung für die Nervenstärke in der Wüste ist gewaltig: Neben dem Siegerscheck über 392.282 € springt Schott im Race to Dubai auf einen 9. Platz. Viel wichtiger dürfte jedoch die neugewonnene Freiheit sein. Mit der gesicherten Tourkarte für diese und die kommende Saison sowie dem Startrecht für die lukrativen Rolex-Events im Rücken spielt es sich befreit auf. In der Weltrangliste macht er zudem einen gewaltigen Satz von Platz 436 unter die besten 200 der Welt. „Ich hätte es auf dem normalen Weg schaffen können, das wäre auch in Ordnung gewesen! Aber es auf diese Weise zu gewinnen, fühlt sich noch spezieller an“, so Schott nach seinem letzten Putt. „Deshalb bin ich einfach froh, dass es so passiert ist.“
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