
Die LPGA Tour geht 2027 mit einem Rekordpreisgeld von mehr als 147 Millionen US-Dollar in die Saison. 33 Veranstaltungen, eine neu geordnete Reiseroute und höhere Leistungen für die Spielerinnen zeigen, dass es dabei um mehr geht als steigende Preisgelder. Die Tour versucht, ihren internationalen Kalender wirtschaftlicher und für Spielerinnen attraktiver zu organisieren.
Die Zahlen zeigen, wie stark sich der internationale Frauengolf wirtschaftlich entwickelt. Für die Saison 2027 hat die LPGA Tour 33 Veranstaltungen mit einem Gesamtpreisgeld von mehr als 147 Millionen US-Dollar angekündigt. Nach Angaben der Tour ist das die höchste Summe ihrer Geschichte – und nahezu doppelt so viel wie zu Beginn des Jahrzehnts.
Allein bei den Turnieren außerhalb der fünf Majors werden mehr als 94 Millionen Dollar ausgeschüttet. Gegenüber dem ursprünglich veröffentlichten Kalender für 2026 entspricht das einer Steigerung von knapp zwölf Millionen Dollar. Doch die Summe der Preisgelder ist nur ein Teil der neuen Strategie.
LPGA ordnet ihre Weltreise neu
Eine internationale Tour mit Stationen in Nordamerika, Asien und Europa produziert enorme Reisekosten. Genau an diesem Punkt setzt die LPGA für 2027 an. Die Turniere sollen stärker geografisch gebündelt werden. Im Frühjahr führt eine Asien-Serie nacheinander nach Thailand, Singapur und Hongkong. Im Herbst folgen China, Südkorea, Malaysia und Japan. Dazwischen gibt es einen zusammenhängenden europäischen Block. Insgesamt spielt die Tour 2027 in elf Ländern sowie Hongkong und 13 US-Bundesstaaten.
LPGA-Commissioner Craig Kessler begründet die Veränderungen ausdrücklich mit einer effizienteren Organisation des internationalen Spielbetriebs. Weniger unnötige Reisewege sollen den Spielerinnen mehr Zeit für Regeneration verschaffen und gleichzeitig die Abläufe innerhalb der Tour verbessern.
Dazu kommen weitere Leistungen. Bei fast 20 Turnieren sollen Spielerinnen Unterstützung bei Hotelkosten, Flügen oder Transport erhalten. Bei zehn Veranstaltungen ist nach derzeitiger Planung außerdem eine garantierte Mindestzahlung für alle Teilnehmerinnen des Feldes vorgesehen.
Damit beschäftigt sich die Tour zunehmend mit einem Punkt, der im Profitennis schon länger diskutiert wird: Ein hohes Preisgeld hilft vor allem den erfolgreichen Spielerinnen. Reise-, Unterkunfts- und Betreuungskosten entstehen dagegen für das gesamte Teilnehmerfeld.
Drei Wochen Golf in Europa
Für den europäischen Markt ist insbesondere der Juli interessant. Die Amundi Evian Championship in Frankreich eröffnet vom 5. bis 11. Juli den europäischen Abschnitt. Das Major ist 2027 mit 9,1 Millionen Dollar dotiert. Nach einer freien Woche folgt vom 19. bis 25. Juli „The Championship“ in Großbritannien. Der Austragungsort steht noch nicht fest, das Preisgeld wurde mit vier Millionen Dollar angegeben.
Direkt anschließend findet vom 26. Juli bis 1. August die AIG Women’s Open in Royal St George’s statt. Das Preisgeld beträgt zehn Millionen Dollar. Der traditionsreiche englische Platz richtet damit erstmals ein Major der Frauen aus, nachdem dort bereits 15 Open Championships der Männer gespielt wurden. Die drei europäischen Turniere bringen es zusammen auf 23,1 Millionen Dollar Preisgeld.
Majors bleiben die finanziellen Schwergewichte
Die fünf Majors machen weiterhin einen erheblichen Teil des Preisgeldvolumens aus. Das höchste bislang angekündigte Preisgeld gibt es bei der KPMG Women’s PGA Championship im Congressional Country Club mit 13 Millionen Dollar. Die U.S. Women’s Open in Inverness folgt mit 12,5 Millionen Dollar. Für die AIG Women’s Open sind zehn Millionen Dollar vorgesehen, für die Amundi Evian Championship 9,1 Millionen und für die Chevron Championship neun Millionen Dollar.
Aber auch unterhalb der Majors steigen die Summen. Das zurückkehrende Turnier in Corning erhält unter dem Namen „The Classic“ ein Preisgeld von fünf Millionen Dollar und ist damit das höchstdotierte reguläre LPGA-Turnier außerhalb des Saisonfinales. Die JM Eagle LA Championship folgt mit 4,75 Millionen Dollar, die FM Championship mit 4,7 Millionen Dollar. Beim CME Group Tour Championship zum Saisonende werden elf Millionen Dollar ausgespielt.
Weitere Beiträge







