
Helen Briem gewinnt in Évian die Jabra Ladies Open de France 2026. Im Evian Resort Golf Club spielt die 20-Jährige am Finaltag eine 67, kommt auf zwölf unter Par und distanziert die Konkurrenz um sieben Schläge. Damit setzt sie ein klares Zeichen auf der Ladies European Tour.
Briem setzt ein Statement
Es gibt Finaltage, an denen eine Spielerin einen Vorsprung verwaltet. Und es gibt Finaltage, an denen sie ihn in eine Ansage verwandelt. Helen Briem wählte am Samstag in Évian die zweite Variante.
Die Deutsche ging bei den Jabra Ladies Open de France mit drei Schlägen Vorsprung in die Schlussrunde. Am Freitag hatte sie sich mit einer 65 an die Spitze gespielt. Auf einem Platz, der Fehler selten freundlich behandelt, blieb Briem bemerkenswert ruhig.
Mit Runden von 69, 65 und 67 Schlägen beendete Helen Briem das Turnier bei 201 Schlägen, zwölf unter Par. Dahinter folgte ein Trio bei fünf unter Par: Shannon Tan aus Singapur, Lydia Hall aus Wales und Sara Byrne aus Irland.
Évian passt zu Briem
Gespielt wurde im Evian Resort Golf Club. Der Kurs besitzt im Frauen-Golf längst Major-Gewicht, denn hier findet auch die Amundi Evian Championship statt. Die Jabra Ladies Open de France liefen über drei Runden und waren mit einem Preisgeld von 450.000 Euro dotiert.
Für Helen Briem ist Évian ein passender Ort, denn der Platz verlangt Länge. Das lange Spiel gehört zu ihren markantesten Waffen. Auf ihrer eigenen Website werden 288,17 Yards durchschnittliche Driving Distance genannt. Dazu kommt ein „spektakuläres, langes, schnelles Spiel“. Das klingt zunächst wie eine Profilbeschreibung. Gleichzeitig erklärt es, warum Briem auf einem Kurs wie Évian so gefährlich werden kann.
Der Freitag öffnete die Tür
Der entscheidende Turniermoment lag rückblickend wohl schon am zweiten Tag. Helen Briem begann am Donnerstag solide mit einer 69 und legt Freitag mit einer 65 nach und setzte sich so an die Spitze des Leaderboards.
Am Finaltag wirkte Briem dann nicht wie eine Spielerin, die auf die Raktionen der Konkurrenz wartete. Stattdessen spielte sie weiter nach vorn und gab dem Feld kaum eine Einladung. Genau das macht diesen Sieg so wertvoll, denn Helen Briem spielte das Turnier konzentriert und sauber zu Ende.
Zweiter LET-Titel
Für Helen Briem ist es der zweite Sieg auf der Ladies European Tour. Ihren ersten LET-Erfolg errang sie in 2024 bei der La Sella Open. Damals gewann sie direkt bei ihrem Profi-Debüt auf der LET.
Dass sie 2025 mehrfach knapp am nächsten großen Ergebnis war, macht diesen Sieg zusätzlich interessant. Auf ihrer Erfolgsübersicht stehen für 2025 unter anderem zweite Plätze bei den Amundi German Masters, der Tenerife Women’s Open und der Lacoste Ladies Open de France.
Außerdem wurde Briem 2025 Fünfte bei der Jabra Ladies Open. Nun kehrte sie nach Frankreich zurück und gewann. Nicht knapp, nicht glücklich, sondern mit Abstand.
Försterling in den Top Ten
Aus deutscher Sicht ist Briems Sieg die große Geschichte. Dennoch gab es weitere ordentliche Resultate. Alexandra Försterling beendete das Turnier nach Runden von 73, 68 und 69 Schlägen auf drei unter Par. Damit teilte sie Rang neun.
Laura Fünfstück lag nach zwei Runden mit 72 und 65 ebenfalls aussichtsreich. Am Finaltag fiel sie jedoch mit einer 77 auf Rang 28 zurück. Patricia Isabel Schmidt und Celina Sattelkau kamen bei vier über Par auf Rang 51. Carolin Kauffmann wurde bei sechs über Par 59. Leonie Harm verpasste nach zwei 73er-Runden den Cut.
Für Österreich spielte Sarah Schober eine stabile Woche. Sie brachte Runden von 71, 70 und 71 ins Clubhaus und wurde bei eins unter Par geteilte 18. Emma Spitz scheiterte nach 77 und 72 Schlägen am Cut.
Sieg mit Signalwirkung
Helen Briem ist längst mehr als ein Talentversprechen. Dieser Sieg in Évian zeigt, dass sie nicht nur mit ihrer außergewöhnlichen Länge und außergewöhnlicher Athletik auffällt. Sie kann Turniere auch aus der Führungsposition heraus gewinnen.
Genau das unterscheidet gute Wochen von echten Karriereschritten. Die Zahlen sind deutlich: 201 Schläge, zwölf unter Par, sieben Schläge Vorsprung. Der Eindruck dahinter wirkt fast noch stärker.
Briem spielte in Frankreich wie eine Spielerin, die ihr Tempo findet. Und zwar in einer Phase, in der ihr Kalender durch LET- und LPGA-Aufgaben größer, internationaler und anspruchsvoller wird.
Für den deutschen Frauengolf ist das ein weiteres starkes Signal. Esther Henseleit hat die Tür auf höchstem Niveau längst aufgestoßen. Alexandra Försterling gewinnt regelmäßig auf der LET.
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