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Golf

Anna Huang schreibt in Rabat LET-Geschichte

25. Mai 2026
Lalla Meryem Cup Anna Huang

Beim Lalla Meryem Cup auf dem Blue Course des Royal Golf Dar Es Salam gewinnt Anna Huang nach großer Aufholjagd ihren dritten Titel auf der Ladies European Tour. Celina Sattelkau überzeugt als beste Deutsche.

Anna Huang schreibt in Rabat LET-Geschichte

Manchmal reicht im Golf eine halbe Runde, um aus einem guten Turnier eine kleine Geschichtsstunde zu machen. Anna Huang startete am Finaltag des Lalla Meryem Cup in Rabat sechs Schläge hinter Kelsey Bennett. Wenige Stunden später stand die 17-jährige Kanadierin auf dem Blue Course des Royal Golf Dar Es Salam als Siegerin fest – mit einer 66er Schlussrunde, 14 unter Par gesamt und einem Rekord, der in der Ladies European Tour hängen bleibt.

Huang ist nun die jüngste Spielerin, die auf der LET drei Titel gewonnen hat. Mit 17 Jahren, sechs Monaten und 24 Tagen unterbot sie die bisherige Marke von Lydia Ko. Das allein klingt schon nach großer Nachwuchsgeschichte. Noch bemerkenswerter war aber die Art, wie Huang dieses Turnier drehte. Nach einem Birdie an der 1 legte sie auf dem Par 5 der 2 ein Eagle nach. Danach kamen vier Birdies in Serie an den Bahnen 5 bis 8. Aus sechs Schlägen Rückstand wurde plötzlich ein echter Angriff auf den Titel.

Bennett führte, Huang wartete

Lange hatte alles nach Kelsey Bennett ausgesehen. Die Australierin war mit einer 68 ins Turnier gestartet und hatte am Freitag eine bogeyfreie 65 nachgelegt. Damit ging sie bei 13 unter Par und mit drei Schlägen Vorsprung auf Pia Babnik in die Finalrunde. Bennett spielte in Marokko zwei Tage lang Golf mit sehr viel Kontrolle, starkem Driver und heißem Putter. Auf einem welligen, baumbestandenen Platz wie dem Blue Course ist das eine recht nützliche Kombination.

 

Am Samstag aber bekam die Geschichte eine andere Richtung. Bennett baute ihren Vorsprung zunächst aus, ließ mit Bogeys an der 12 und 16 aber die Tür offen. Huang hatte ihre Arbeit da bereits erledigt und wartete im Clubhaus bei 14 unter Par. Auf der schweren 18 fand Bennett mit dem Abschlag den Fairwaybunker, musste vorlegen und verpasste schließlich den Par-Putt. Damit blieb ihr mit Runden von 68, 65 und 73 nur Platz zwei bei 13 unter Par.

Ein Teenager mit Turnierreife

Huang wirkte auf den ersten Blick wie die klassische Außenseiterin aus der Verfolgerrolle. Tatsächlich passt dieser Sieg aber zu ihrer Entwicklung. Bereits im September 2025 hatte sie auf der LET zwei Titel nacheinander gewonnen, bei der La Sella Open und der Lacoste Ladies Open de France. In den vergangenen Wochen qualifizierte sie sich zudem für die U.S. Women’s Open und wurde bei den Amundi German Masters in Hamburg Dritte.

In Rabat kamen nun Form, Selbstvertrauen und ein kurzer Lauf zusammen, wie man ihn auf der LET selten sieht. Eine 31 auf den ersten neun Löchern, dazu ein Birdie an der 14 – das war auf diesem Kurs mehr als nur ein guter Finaltag. Huang spielte den Blue Course in der entscheidenden Phase offensiv, ohne im Zielbereich die Nerven zu verlieren. Genau diese Mischung brachte ihr am Ende den dritten LET-Sieg innerhalb von acht Monaten.

Starke Top Ten, deutsche Akzente

Hinter Huang und Bennett teilten sich Anna Morgan aus den USA und Anna Zanusso aus Italien Rang drei bei zehn unter Par. Für beide war es das bislang beste Ergebnis auf der LET. Pia Babnik, nach zwei Runden noch die erste Verfolgerin, fiel mit einer 74 am Finaltag auf Rang fünf zurück. Titelverteidigerin Cara Gainer beendete das Turnier gemeinsam mit Sara Kouskova auf Rang sechs bei acht unter Par.

 

Celina Sattelkau

 

Aus deutscher Sicht spielte Celina Sattelkau das beste Turnier. Die 25-Jährige, die bei GOLF’N’STYLE als Co-Host des Podcast-Formats „Grün & saftig – Back 9 Stories“ regelmäßig Einblicke aus dem Tourleben gibt, kam mit Runden von 74, 70 und 70 bei fünf unter Par auf den geteilten zwölften Platz. Patricia Isabel Schmidt und Alexandra Försterling landeten bei drei unter Par auf Rang 20. Olivia Cowan wurde bei eins unter Par 32., Chiara Noja fiel nach einer 77 am Schlusstag ebenfalls auf Rang 32 zurück. Leonie Harm, die eine Woche zuvor bei den Amundi German Masters in Hamburg gewonnen hatte, beendete das Turnier bei drei über Par auf Rang 57. Laura Fünfstück, Carolin Kauffmann und Sophie Witt verpassten den Cut.

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Marokko liefert auch Randgeschichten

Der Lalla Meryem Cup gehört seit Jahren zu den besonderen Stationen im LET-Kalender. 2026 wurde das Turnier vom 21. bis 23. Mai auf dem Blue Course des Royal Golf Dar Es Salam ausgetragen, als 29. Ausgabe und als elfte Station der LET-Saison.

Eine der Geschichten der Woche schrieb bereits am ersten Tag Aunchisa Utama. Die Thailänderin spielte auf der 180 Yards langen 17 ein Hole-in-One mit dem Eisen 5 und gewann damit einen Range Rover Sport. Sportlich brachte ihr das Ass zwar nur eine 74er Auftaktrunde und später Rang 27 ein, für die Erinnerungskiste dürfte Rabat dennoch einen festen Platz bekommen.

Für Anna Huang geht es mit einem deutlich größeren Paket weiter: dritter LET-Titel, historischer Altersrekord, 500 Punkte für die Order of Merit und Platz drei in der Saisonwertung. Vor ihr liegen nach dem Turnier nur noch Casandra Alexander und Agathe Laisne. Der nächste Halt der Ladies European Tour ist die Jabra Ladies Open im Evian Resort.

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