
Austrian Alpine Open in Kitzbühel: Bernd Wiesberger spielt sich mit einer 64 in den Finalsonntag. Kota Kaneko bleibt vorn, doch Österreich hofft am Schwarzsee.
Wiesberger rückt vor
Bernd Wiesberger nutzt den Moving Day der Austrian Alpine Open, um aus einem soliden Heimturnier wieder eine Titelchance zu machen. Der Burgenländer spielt am Samstag im Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith eine 64, sechs unter Par.
Damit rückt Wiesberger mit elf unter Par auf den geteilten fünften Rang vor. Vier Schläge trennen ihn vor der Finalrunde vom Japaner Kota Kaneko, der nach drei Runden bei 15 unter Par führt.
Kaneko bleibt vorn
Kaneko bleibt auch am dritten Tag bemerkenswert stabil. Der Japaner unterschreibt zum dritten Mal in Folge eine 65 und setzt sich mit einem Birdie auf der 18 allein an die Spitze.
Hinter ihm folgt Ricardo Gouveia aus Portugal nach einer bogeyfreien 63 bei 14 unter Par. Yanhan Zhou aus China liegt bei 13 unter Par, Joost Luiten bei zwölf unter Par. Damit bleibt die Austrian Alpine Open vor dem Sonntag offen.
Reset am Schwarzsee
Wiesberger hatte nach seiner 69 am Freitag noch von einem frustrierenden Tag gesprochen. Am Samstag klingt das anders. Er erklärt, er habe nach der zweiten Runde noch geputtet, danach am Schwarzsee abgeschaltet und mental Abstand gewonnen.
Dieser Schnitt hilft ihm offenbar. Denn am Samstag geht er mit mehr Ruhe und einem anderen Gefühl auf den Platz.
Sieben Birdies
Auf der Karte stehen sieben Birdies und nur ein Bogey. Gerade in Kitzbühel ist das mehr als ein sauberer Score. Der Platz verlangt präzise Abschläge, gute Lagen ins Grün und viel Geduld.
Zudem bestrafen einige Bahnen schnelle Fehler. Wiesberger findet auf dieser Mischung den besten österreichischen Weg durch den Tag. Mit seiner 64 macht er 25 Plätze gut und gibt dem Heimturnier eine österreichische Hauptfigur für den Sonntag.
Straka mit Geduld
Sepp Straka kommt ebenfalls unter Par ins Clubhaus. Doch seine 68 wirkt eher nach Arbeit als nach Lauf. Auf den ersten neun Löchern trifft er den Ball aus seiner Sicht nicht sauber genug.
Nach dem Turn wird das lange Spiel besser. Auf den Grüns fällt jedoch wenig. Zwei Birdies auf den Bahnen 10 und 18 reichen für eine Runde von zwei unter Par.
Putter bleibt kalt
Straka ordnet seine Runde nüchtern ein. Er braucht viel Geduld, weil er auf den ersten neun Löchern zu selten aus passenden Positionen weiterspielen kann. Zudem bleibt der Putter den ganzen Tag kalt.
Für den Sonntag sieht er die Aufgabe klar: Fairways treffen und Putts lochen. Nach drei Runden liegt der viermalige PGA-Tour-Sieger bei neun unter Par auf dem geteilten 16. Rang.
Steinlechner hält Kontakt
Maximilian Steinlechner notiert wie am Freitag eine 68. Fünf Birdies, drei Bogeys und viel Zuspruch vom Publikum prägen seine Runde.
Damit bleibt der Lokalmatador im erweiterten Kreis jener Spieler, die am Sonntag mit einer tiefen Runde noch deutlich nach vorn kommen können. Auch Steinlechner steht bei neun unter Par und teilt sich Rang 16 mit Straka und mehreren weiteren Spielern.
Gemeinsamer Flight mit Straka und Steinlechner
Für den Finaltag bekommt das Turnier ein reizvolles österreichisches Detail. Straka und Steinlechner spielen ab 7.06 Uhr im selben Flight. Sportlich starten beide mit sechs Schlägen Rückstand auf Kaneko.
Für das Publikum dürfte diese Gruppe dennoch zu den meistbeachteten des frühen Sonntags zählen. Denn Straka ist der international bekannteste Österreicher im Feld. Steinlechner wiederum wird hier in Tirol hörbar getragen.
DACH-Blick nach Kitzbühel
Aus DACH-Sicht bleibt Wiesberger die auffälligste Figur des Samstags. Joel Girrbach aus der Schweiz liegt nach einer 65 ebenfalls bei neun unter Par und damit im selben Bereich wie Straka und Steinlechner.
Marcel Schneider verliert am Moving Day etwas an Boden. Nach zwei Runden hatte er mit 64 und 68 noch bei acht unter Par gelegen. Den Samstag schließt der aus Bietigheim-Bissinger stammende Deutsche.
Platz mit Kante
Der Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith spielt in dieser Woche zum ersten Mal Gastgeber für dieses DP-World-Tour-Event. Der Par-70-Kurs misst 6.822 Yards.
Für das Turnier wurden unter anderem neue Abschläge und zusätzliche Bunkerbereiche angelegt. Dadurch erhält der Platz mehr strategische Tiefe für ein internationales Feld.
Im Interview: Guido Hinterseer – Clubmanager vom Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith
Mausefalle als Marke
Ein Loch steht besonders im Blick: die 16, ein Par 3 über eine kleine Schlucht. In Kitzbühel trägt es den Namen „Mausefalle“.
Der Begriff passt zum Ort, weil er sofort an die Skigeschichte erinnert. Im Golf ist dieses Loch am Wochenende Teil der letzten drei Bahnen. Dort sucht die Austrian Alpine Open zusätzliche Spannung.
Finale mit Optionen
Kaneko startet als Führender. Doch das Feld hinter ihm ist eng genug, um den Sonntag offen zu halten. Gouveia zeigt mit seiner 63, dass auf diesem Platz tiefe Runden möglich sind.
Wiesberger braucht einen schnellen Start, wie er selbst betont. Vier Schläge sind auf einer Finalrunde viel. Doch in Kitzbühel reicht eine frühe Serie, um das Bild zu verändern.
Österreich hofft
Für Wiesberger geht es am Sonntag um mehr als ein gutes Ergebnis vor heimischem Publikum. Der 39-Jährige hat 2026 bereits auf der DP World Tour gewonnen und wirkt nach der 64 wieder in jener Verfassung, in der er geduldig Druck aufbauen kann.
Straka und Steinlechner starten weiter hinten. Dennoch gibt ihr gemeinsamer Flight dem Finaltag aus österreichischer Sicht eine zweite Geschichte. Die Austrian Alpine Open bleibt damit bis zur letzten Runde ein Heimturnier mit mehreren Erzählungen.






