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Reise

Tirol – Golf, Genuss und Gastfreundschaft

8. Mai 2026
Golferin in Tirol

Die Alpine Open holen Tirol ins Rampenlicht, als prosperierende Golfdestination ist das auch angemessen. Aber viel interessanter ist, was danach bleibt: eine Golfregion mit erstaunlicher Golfplatzdichte, sehr unterschiedlichen Plätzen, guter Küche und Orten, in denen man nach der Runde gern bleibt.

Wenn im Mai die Austrian Alpine Open in Kitzbühel Station machen, bekommt Tirol für ein paar Tage Bilder mit maximaler medialer Aufmerksamkeit für die alpine Golfwelt: Berge, Fairways, Tribünen, Hospitality. Das sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch international für die Bekanntheit einer Region, die thematisch rund um das Thema Golf seit Jahren an Bedeutung gewinnt. Nur liegt der eigentliche Wert Tirols woanders. Wer nach dem Turnier kommt, sieht mehr. Dann geht es nicht um Fernsehfenster und ProAm-Termine, sondern um die Frage, ob eine Golfregion ein stimmiges Angebot für mehrere Tage Golfurlaub hat. Tirol hat das. Der große Vorteil Tirols liegt in der Angebotsvielfalt auf vergleichsweise kleinem Raum. Die Wege zwischen verschiedenen Golfplätzen bleiben überschaubar, die Unterschiede zwischen ihnen sind aber deutlich, die Hotels wissen mit Golfgästen umzugehen, und beim Essen endet der Ehrgeiz erfreulicherweise nicht am Frühstücksbuffet. Für Reisende aus den verschiedenen Anrainerstaaten oder anderen Bundesländern ist das ein schlagkräftiges Argument, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sitzt im Auto, fährt los und ist schnell und unkompliziert in einer Region, in der Abschläge alles andere als langweilig sind.

Golf in Tirol

Kitzbühel – der Tourismusprofi

Kitzbühel – der Name zieht. Er steht für Sportgeschichte, für Winterszenen, für Bekanntheit weit über den Golfsport hinaus. Im Sommer wird aus dem berühmten Namen ein ruhigerer Ort mit besonderem Esprit. Die Gassen sind belebt, man findet gute Restaurants und Bars, schöne Geschäfte, ein gewisses Maß an Weltläufigkeit und trotzdem genug Ruhe, um sich zu erholen. Kitzbühel ist kein kleines Bergdorf mit zwei schönen Fassaden und nur einem Café. Der Ort hat Größe, Erfahrung und ein ziemlich gutes Gespür dafür, wie viel Leben er verträgt. Für Golfurlaub macht das den Unterschied. Viele Plätze liegen nicht weit auseinander: Vier in Kitzbühel, zwölf in der direkten Umgebung, man kann verschiedene Platzcharaktere in eine Reise, sogar in einen Tag packen, und am Abend ist man wieder an einem Ort, der selbst etwas mitbringt. Wer es ruhiger mag oder nur ab und zu die Lebendigkeit eines Kitzbühels braucht, der findet auch in den kleinen umliegenden Orten Infrastruktur, aber eben in der Lightversion wie in St. Johann in Tirol, Reith bei Kitzbühel, Kirchberg, Aurach oder Westendorf.

Sechs Plätze, sechs sehr verschiedene Gründe

Tirol profitiert davon, dass sich die Golfanlagen im Spielerlebnis deutlich voneinander unterscheiden. Wer mehrere Runden plant, bekommt tatsächlich Abwechslung und nicht bloß neue Bergnamen im Hintergrund. Dass mittlerweile sechs Tiroler Plätze zu den „Leading Golf Courses of Austria“ zählen, passt ins Bild. Achensee, Zillertal-Uderns, Kitzbüheler Alpen Westendorf, Seefeld-Wildmoos, Eichenheim und der Golfpark Mieminger Plateau stehen dafür, dass in Tirol Qualität auf den Fairways, Grüns und drum herum nicht dem Zufall überlassen wird und das auch nachprüfbar ist.

Achensee ist der alte Herr der Runde: gegründet 1934, auf Almboden gelegt, mit See vorn, Karwendel dahinter, dazwischen alter Baumbestand und Wiesen. Ein wunderbarer Platz. Der Pot-Bunker beim Clubhaus liefert noch den passenden kleinen Seitenhieb für Trainingswillige. Immerhin mit der Auszeichnung: Pot-Bunker-König oder Königin, wenn der Ball den Weg rausfindet.


Der
GC Seefeld-Wildmoos profitiert  stärker von seiner Lage. Auf über 1.200 Metern bekommt die Runde eine andere Schärfe. Die Landschaft aus Almwiesen, Birken, Lärchen und Buchen wirkt offen und ruhig, gleichzeitig fordert sie Aufmerksamkeit. Hier wird nicht einfach durchgerollt. Höhe, Gelände und Platzführung verlangen saubere Entscheidungen. Wer alpine Plätze mag, die mehr liefern als Aussicht, ist in Wildmoos sehr richtig.


Zillertal-Uderns: Dort ist vieles moderner, großzügiger und klar auf Gäste eingestellt. Resort, Platz, Gastronomie – das greift ineinander. Der Kurs selbst ist flach, was für Urlaubsgolfer meist eine gute Nachricht ist. Man kommt ins Spiel, hat ordentliche Breite, große Grüns und genug Abwechslung. Bahn 14 hat ihren eigenen Ruf, weil ein Hole-in-One im offiziellen Turnier dort mit einem Einkaräter belohnt wird.


Der
GC Kitzbüheler Alpen Westendorf liegt auf dem Sonnenplateau, ruhig, zugänglich und mit genau jener Spielbarkeit, die viele im Urlaub lieber haben als dauernden heroischen Widerstand gegen das Courseprofil und die Eigenwilligkeit des Ballflugs an Schräglagen. Trotzdem bleibt genug Eigenart. Die Heidelbeersträucher entlang der Fairways sind kein bloßer Dekorstreifen. Wer den Ball dort versenkt, sucht meist etwas länger. Dass am Ende womöglich ein Glas Schwarzbeer-Schnaps wartet, gehört dann in die Kategorie Tiroler Schadensbegrenzung.

Eichenheim ist der markanteste Kurs im Paket, ein Platz, bei dem Gelände, Wald und Fels nicht bloß der Hintergrund sind, sondern ständig mitspielen – der Platz verlangt Arbeit. Man muss Entscheidungen treffen, Linien halten und mit der Topografie umgehen. Wer so etwas schätzt, bekommt in Eichenheim eine der markantesten Runden der Region. Wer lieber einfach nur flüssig durch den Urlaub spielen möchte, wird an anderer Stelle glücklicher. Auch das ist ja eine nützliche Erkenntnis.


Der
Golfpark Mieminger Plateau zeigt schließlich, wie breit Tirol inzwischen aufgestellt ist. Der 18-Loch-Championship-Course und 9-Loch-Parkcourse sorgen für unterschiedliche Anforderungen, dazu kommt diese sonnige, offene Lage am Mieminger Gebirge. Das wirkt weniger dramatisch als anderswo, aber gerade darin liegt ein Teil des Reizes. Und dann ist da die Stöttlalm. Halfway-Häuser gibt es viele. Bei den meisten spricht man fünf Minuten später schon wieder über etwas anderes. Hier bleibt man gern etwas länger sitzen.

Essen spielt in Tirol mit

Über Tirol als Golfregion zu schreiben und die Küche bloß am Rand zu erwähnen, wäre bequem, aber ungenau. Denn gerade in dieser Disziplin hebt sich die Region deutlich ab. Das beginnt in Kitzbühel, wo man zwischen ordentlicher Wirtshausküche, ambitionierten Restaurants und Hotelgastronomie auf hohem Niveau wählen kann. Es setzt sich in vielen Häusern fort, die Golfgäste seit Jahren kennen und kulinarisch gern verwöhnen. 

Auffällig ist außerdem, wie gut viele Clubgastronomien selbst aufgestellt sind. Man sitzt nach der Runde nicht aus Gewohnheit noch auf der Terrasse, sondern weil Küche, Aussicht und Atmosphäre zusammenpassen. In Mieming funktioniert das besonders gut, in Uderns ebenso, und überhaupt gehört genau das zu Tirols Stärken: gutes Essen als selbstverständlicher Teil einer guten Golferfahrung, auch wenn die Scorekarte etwas anderes sagt.

Gedeckter Tisch in Tirol

Griaß di

Auch bei den Unterkünften hat Tirol sich eine Position erarbeitet. Viele Golfresorts mit direktem Zugang zu Anlagen, dazu zahlreiche Golf- und Wellnesshotels, viele davon familiengeführt. Das nennt man gute Golf-Infrastruktur. In der Praxis heißt es vor allem: kurze Wege, eingespielte Abläufe, Gastgeber mit Erfahrung und ein Aufenthalt, der den Bedürfnissen von Golfern entspricht und diese berücksichtigt. Man ist schnell auf dem Platz, nach der Runde ebenso schnell wieder im Hotel, und dazwischen bleibt genug Luft für Sauna, Pool, Abendessen oder noch ein Glas auf der Terrasse. Gerade in einer Region, in der viele Gäste mehr als eine Runde spielen, macht das genau den Unterschied.

Golf in Tirol

Was von der Turnierwoche bleibt

Die Austrian Alpine Open werden Tirol zusätzliche Aufmerksamkeit bringen. Verdient ist das allemal. Nur liegt die Qualität der Region nicht allein in einer starken Woche Ende Mai. Sie liegt in der Summe: in Plätzen mit eigenem Charakter, in Kitzbühel als gewachsenem Mittelpunkt, in Hotels mit Erfahrung und in einer Küche, die den Gaumen entzückt.

Fotos: Tirol Werbung, Julius Hirtzberger, Golfclub Achensee, Golfclub Seefeld-Wildmoos, Golfclub Zillertal-Uderns, Golfclub Kitzbüheler Alpen Westendorf, Golfclub Eichenheim, Golfpark Mieminger Plateau

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