
Die Amundi Evian Championship 2026 endet mit einem Major-Krimi: Haeran Ryu bezwingt Brooke Henderson am ersten Extraloch. Für die Südkoreanerin ist es bereits der zweite Major-Titel innerhalb von drei Wochen.
Ryu kontrolliert das Stechen
Haeran Ryu hat die Amundi Evian Championship 2026 gewonnen. Die 25-Jährige setzte sich auf dem Evian Resort Golf Club am ersten Extraloch gegen Brooke Henderson durch. Beide Spielerinnen hatten die regulären 72 Löcher mit 19 unter Par beendet.
Im Stechen ging es erneut auf die 18, ein Par 5. Ryu traf das Fairway und erreichte das Grün mit dem zweiten Schlag. Henderson verzog dagegen ihren Abschlag nach links ins Rough und musste vorlegen.
Nachdem die Kanadierin nur das Par retten konnte, verwandelte Ryu ihren kurzen Birdieputt zum Sieg.
Henderson erzwingt das Playoff
Dass es überhaupt zu einem Stechen kam, lag an einer außergewöhnlichen Schlussrunde von Brooke Henderson. Die Evian-Siegerin von 2022 ging mit sieben Schlägen Rückstand in den Sonntag. Anschließend spielte sie eine 64.
Auf ihrer Runde gelangen der Kanadierin drei Eagles. Am achten Loch lochte sie auf dem 169 Yards langen Par 3 zum Hole-in-one ein. Bereits zuvor hatte sie die Sieben mit einem Eagle beendet.
Auf der 18 schlug Henderson ihren zweiten Ball bis auf rund zweieinhalb Meter an die Fahne. Danach verwandelte sie auch dort zum Eagle. Damit zog sie bei 19 unter Par mit Ryu gleich.
Henderson war erst die zweite Spielerin, der in der Schlussrunde eines Frauen-Majors drei Eagles gelangen. Zuvor hatte Jane Park dieses Kunststück 2017 bei der Women’s British Open in St Andrews geschafft.
Birdie im richtigen Moment
Ryu hatte den Finaltag nach ihrer historischen 60 am Samstag mit drei Schlägen Vorsprung begonnen. In der Schlussrunde lief auf den Grüns jedoch lange kaum etwas zusammen.
Die Südkoreanerin blieb auf den ersten 17 Löchern ohne Birdie. Zudem musste sie auf der Vier ein Bogey notieren.
Auf der 18 fiel schließlich der entscheidende Putt. Ryu spielte dort ihr erstes Birdie des Tages und unterschrieb eine 71. Der Schlaggewinn brachte sie zunächst ins Stechen. Wenige Minuten später machte sie erneut auf der 18 den Sieg perfekt.
Rekordrunde als Grundlage
Den Grundstein für ihren Erfolg bei der Amundi Evian Championship 2026 hatte Ryu bereits am Samstag gelegt. Mit einer 60 und elf unter Par spielte sie die niedrigste Runde in der Geschichte der Frauen-Majors.
Ihre Runde enthielt neun Birdies und ein Eagle. Den bisherigen Major-Rekord von 61 Schlägen verbesserte sie damit um einen Schlag.
Mit insgesamt 194 Schlägen stellte Ryu nach drei Runden außerdem den 54-Loch-Rekord der Amundi Evian Championship ein. Sie begann das Finale bei 19 unter Par und damit drei Schläge vor Aki Iwai.
Zwei Majors in drei Wochen
Für Ryu ist der Erfolg in Frankreich der zweite Major-Titel ihrer Karriere. Ende Juni hatte sie bereits die KPMG Women’s PGA Championship in Hazeltine gewonnen.
Vor diesem Sommer hatte die Südkoreanerin noch kein Major für sich entschieden. Nun gewann sie zwei aufeinanderfolgende große Titel innerhalb von drei Wochen.
Die Major-Saison 2026 wird damit von zwei Spielerinnen bestimmt:
- Nelly Korda gewann die Chevron Championship.
- Anschließend entschied Korda die U.S. Women’s Open für sich.
- Haeran Ryu siegte bei der Women’s PGA Championship.
- Danach gewann Ryu die Amundi Evian Championship 2026.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Damengolfs gibt es innerhalb einer Saison zwei Spielerinnen mit jeweils zwei Major-Siegen.
Iwai verpasst das Stechen
Aki Iwai blieb bis zum letzten Loch im Rennen um ihren ersten Major-Titel. Die Japanerin kam mit 18 unter Par ins Clubhaus und verpasste das Playoff nur um einen Schlag.
Ihr Birdieputt auf der 18 fiel nicht. Daher belegte sie den dritten Platz. Dennoch war es das bislang beste Major-Ergebnis ihrer Karriere.
Miyu Yamashita, Mao Saigo und Jin Hee Im teilten sich mit jeweils 15 unter Par den vierten Rang. Anna Nordqvist und Lydia Ko wurden bei 13 unter Par gemeinsam Siebte.
Auston Kim folgte bei zwölf unter Par auf Platz neun. Jeeno Thitikul gehörte bei elf unter Par zur Gruppe auf Rang zehn.
Korda scheitert am Cut
Die Weltranglistenerste Nelly Korda war bereits nach zwei Runden ausgeschieden. Nach einer 74 zum Auftakt spielte die US-Amerikanerin am Freitag eine 69. Sie beendete das Turnier bei eins über Par.
Damit riss ihre Serie von 34 überstandenen Cuts auf der LPGA Tour. Auch die deutschen Spielerinnen verpassten geschlossen das Wochenende.
Finale mit zwei Hauptdarstellerinnen
Brooke Henderson lieferte mit ihrem Hole-in-one und drei Eagles eine der spektakulärsten Major-Schlussrunden der vergangenen Jahre. Dennoch ging der Titel an Haeran Ryu.
Die Südkoreanerin überstand nach ihrer Rekordrunde am Samstag einen schwierigen Sonntag. Dabei spielte sie genau dann zwei Birdies, als sie diese benötigte: auf der 18 in der regulären Runde und wenige Minuten später im Stechen.
Mit zwei Major-Siegen in Folge gehört Ryu endgültig zu den bestimmenden Spielerinnen der Saison. Nach der Amundi Evian Championship 2026 steht noch ein Frauen-Major aus. Die AIG Women’s Open beginnt am 30. Juli in Royal Lytham & St Annes.
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