
Die German Challenge endet mit dem ersten Titel für Lars van der Vight auf der HotelPlanner Tour. Der Niederländer rettet nach seiner historischen 59 einen Schlag Vorsprung ins Ziel. Hurly Long überzeugt beim Heimturnier als geteilter Fünfter.
Van der Vight rettet Vorsprung
Lars van der Vight hat die German Challenge powered by VcG gewonnen. Der 23 Jahre alte Niederländer beendete die vier Runden im Wittelsbacher Golfclub mit 271 Schlägen und 17 unter Par.
Damit lag er einen Schlag vor dem Franzosen Julien Sale. Dieser setzte den Spitzenreiter am Sonntag mit einer bogeyfreien 65 noch einmal unter Druck.
Wouter de Vries aus den Niederlanden und der Australier Quinnton Croker teilten sich bei 15 unter Par den dritten Rang. Hurly Long folgte gemeinsam mit zwei weiteren Spielern auf dem geteilten fünften Platz.
Doppelbogey öffnet das Rennen
Van der Vight war mit drei Schlägen Vorsprung in die Schlussrunde der German Challenge gestartet. Der Weg zu seinem ersten Titel auf der HotelPlanner Tour verlief jedoch nicht ohne Probleme.
An der neunten Bahn schlug er seine Annäherung ins Aus. Deshalb musste er ein Doppelbogey notieren. Die Verfolger rückten wieder näher heran.
Der Niederländer reagierte allerdings mit Birdies an der Zwölf und der 15. Als er an der 17 auf das Leaderboard blickte, führte er nur noch mit einem Schlag. Zwei Pars auf den letzten Bahnen reichten schließlich zum Sieg.
Nach der Runde erklärte van der Vight, dass der Finaltag mental die schwierigste Aufgabe der Woche gewesen sei.
Historische 59 schafft Grundlage
Den entscheidenden Vorsprung hatte sich van der Vight bereits am Freitag erspielt. In der zweiten Runde benötigte er auf dem Par-72-Kurs nur 59 Schläge.
Elf Birdies und ein Eagle brachten ihn auf 13 unter Par für den Tag. Es war erst die fünfte Runde unter 60 Schlägen in der rund 40-jährigen Geschichte der HotelPlanner Tour.
Alejandro del Rey hatte 2021 mit einer 58 den Tourrekord aufgestellt. Van der Vight wurde dagegen erst zum vierten Spieler, der auf dieser Tour eine 59 unterschrieb.
Die historische Runde prägte den weiteren Verlauf der German Challenge maßgeblich.
Vier ungewöhnliche Runden
Die Scorekarten des Siegers zeigen, wie wichtig die 59 für den Turnierausgang war. Van der Vight spielte im Wittelsbacher Golfclub Runden von:
- 70 Schlägen
- 59 Schlägen
- 72 Schlägen
- 70 Schlägen
Damit blieb die 59 seine einzige Runde unter 70. Dennoch reichte das Gesamtergebnis zum Titel.
Nach der zweiten Runde hatte der Niederländer fünf Schläge vor dem Feld gelegen. Eine 72 am Samstag verkürzte seinen Vorsprung auf drei Schläge. Anschließend kam Sale mit seiner starken Schlussrunde bis auf einen Zähler heran.
Erster Titel auf neuer Tour
Van der Vight spielt seine erste volle Saison auf der HotelPlanner Tour. Für die Spielklasse hatte er sich als Sieger der Jahresrangliste der Pro Golf Tour qualifiziert.
Vor der German Challenge lag er nur auf Rang 66 der Saisonwertung. Durch seinen ersten Titel verbessert er seine Position nun deutlich.
Nach dem Erfolg sagte der Niederländer, sein Spiel habe sich bereits in den vergangenen Monaten stabilisiert. Besonders stolz sei er darauf, wie er nach der 59 durch das Wochenende gekommen sei.
Auch sein Caddie und sein persönliches Umfeld hätten einen wichtigen Anteil am Titel.
Hurly Long wird Fünfter

Hurly Long sorgte mit einer 67 für das beste deutsche Ergebnis. Der 30-Jährige spielte fünf unter Par und verbesserte sich mit insgesamt 13 unter Par auf den geteilten fünften Rang.
Long begann die Finalrunde mit einem Bogey an der ersten Bahn. Danach blieb er jedoch ohne weiteren Schlagverlust.
Sechs Birdies brachten ihn bis in die Top fünf. Dazu gehörte ein abschließender Schlaggewinn an der 18.
Birdie setzt den Schlusspunkt
Der Abschluss auf dem letzten Grün hatte für Long eine besondere Bedeutung. In den vergangenen Monaten hatte er auf der Tour mehrere Cuts verpasst. Zudem konnte er nur selten vier Turnierrunden bestreiten.
Bei der German Challenge folgten nun Runden von 70, 70, 68 und 67 Schlägen.
Long erklärte, sein Spiel habe sich schon länger besser angefühlt. Allerdings hätten die Ergebnisse nicht dazu gepasst. In Neuburg habe er mental wieder einen Ansatz gefunden, der ihm auf dem Platz geholfen habe.
Deshalb wertete er das Ergebnis vor allem als Bestätigung seiner bisherigen Arbeit.
Heimspiel unterstützt Long
Long verwies außerdem auf die Unterstützung durch seine Familie und die Zuschauer. Er spiele gerne in Deutschland. Zudem passe der Kurs zu seinem Spiel.
Nach dem Birdie an der 18 habe er die Woche mit einem guten Gefühl beenden können.
Mit Rang fünf erzielte Long sein erstes Top-Ergebnis nach einer schwierigen Phase. Zugleich war er der einzige Deutsche, der sich am Finaltag in die unmittelbare Spitzengruppe spielte.
Christensen vor der Open

Tiger Christensen beendete die German Challenge bei elf unter Par auf dem geteilten 15. Rang. Der 22-Jährige kam am Sonntag mit einer 70 ins Clubhaus. Damit verlor er gegenüber den führenden Spielern etwas Boden.
Christensen spielte vier Birdies, musste jedoch auch zwei Bogeys hinnehmen. Anschließend zeigte er sich unzufrieden, weil die guten Bedingungen einen niedrigeren Score zugelassen hätten.
Vor allem auf den Grüns habe er seine Chancen nicht oft genug genutzt.
Major folgt in Royal Birkdale
Für Christensen diente das Turnier zugleich als letzter Test vor der Open Championship. In der folgenden Woche tritt der Hamburger in Royal Birkdale bei seinem nächsten Major an.
Seinen Ansatz will er trotz der verpassten Top-Ten-Platzierung nicht ändern. Christensen möchte weiterhin solide spielen, dabei aber mehr Fairways und Grüns treffen.
Im Vorjahr hatte er die German Challenge auf Rang elf beendet.
Schmidt überzeugt als Amateur
Thomas Schmidt spielte bei seinem Auftritt im Wittelsbacher Golfclub vier Runden unter Par. Mit Scores von 67, 71, 70 und 71 Schlägen erreichte der 24-Jährige bei neun unter Par den geteilten 25. Rang.
Am Sonntag musste der Amateur mehrfach um seine Pars und Bogeys kämpfen. Dennoch vermied er größere Fehler.
Schmidt erklärte, der Putter habe während der Woche nicht wie erhofft funktioniert. Sein langes Spiel habe dagegen bereits eine stabile Basis geboten.
Wechsel ins Profilager geplant
Schmidt hatte im Juni sein Studium an der Arkansas State University beendet. Nach seinem Start für den GC Hösel beim nächsten Spieltag der Deutschen Golf Liga will er den Profistatus annehmen.
Danach plant er Starts bei den Turnieren der HotelPlanner Tour in Tschechien und Estland. Dort möchte er Punkte sammeln und sich eine bessere Spielberechtigung für die Saison 2027 sichern.
Weitere deutsche Ergebnisse
Christian Bräunig teilte sich mit Schmidt den 25. Rang. Für den Deutschen war es sein zweitbestes Ergebnis auf der HotelPlanner Tour in dieser Saison.
Die weiteren deutschen Platzierungen:
- Jan Schneider: geteilter 36. Rang bei acht unter Par
- Velten Meyer: geteilter 46. Rang bei sechs unter Par
- Linus Lang: Platz 54 bei vier unter Par
- Nick Bachem: Rang 61 bei zwei unter Par
- Alexander Knappe: Platz 70 bei Par
Insgesamt hatten neun deutsche Starter den Cut geschafft.
Rusch bester Schweizer
Benjamin Rusch spielte am Sonntag mit einer 68 seine beste Runde der Woche. Dadurch verbesserte sich der Schweizer bei acht unter Par auf den geteilten 36. Rang.
Cédric Gugler hatte ebenfalls alle vier Runden erreicht. Mit sieben unter Par belegte er den geteilten 41. Platz.
Ronan Kleu und Robert Foley waren dagegen am Cut gescheitert.
300.000 Euro Preisgeld
Die German Challenge wurde zum sechsten Mal im Wittelsbacher Golfclub ausgetragen. Das Turnier war mit 300.000 Euro dotiert und blieb 2026 das einzige deutsche Event im Kalender der HotelPlanner Tour.
Zum Feld gehörten 22 deutsche Spieler. Außerdem traten mehrere Profis an, die bereits Turniere auf der DP World Tour gewonnen hatten.
Die HotelPlanner Tour bildet die zweite Ebene des europäischen Profigolfs. Ihren besten Spielern bietet sie den Aufstieg auf die DP World Tour.
Bühne für deutsche Spieler
Turnierdirektor Christian Schunck hob nach dem Finale das Zusammenspiel der beteiligten Verbände, Partner und Helfer hervor.
Die German Challenge zeige, welches Potenzial entstehe, wenn verschiedene Akteure ihre Arbeit miteinander verbinden.
Für deutsche Profis und Amateure bietet das Turnier eine seltene Gelegenheit. Sie können sich im eigenen Land mit Spielern der zweithöchsten europäischen Tour messen.
Van der Vight steigt auf
Mit seinem ersten Titel verbessert sich Lars van der Vight deutlich in der Saisonwertung der HotelPlanner Tour. Dadurch steigen auch seine Chancen auf eine spätere Spielberechtigung für die DP World Tour.
Zunächst plant der 23-Jährige jedoch eine Pause. Danach setzt er seine erste Saison auf der HotelPlanner Tour fort.
Nach der German Challenge kehrt er als Turniersieger zurück – und als einer von nur wenigen Spielern, die auf dieser Ebene eine Runde unter 60 Schlägen geschafft haben.
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