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Rydercup 2021 ©Destinationkohler 1 - Ryder Cup 2021

Ryder Cup 2021

Lautstarke Fans am Abschlag, hochkochende Emotionen auf den Grüns, schlaflose Nächte und keinen Cent Preisgeld. Trotz der Strapazen träumt jeder Profi davon, einmal Teil des Ryder Cups zu sein. Beim größten Golfevent geht es nämlich ausnahmsweise nicht um den Einzelerfolg, sondern um sportliche Anerkennung eines ganzen Kontinents.

Normalerweise haben die Profis aus den USA und Europa zwei Jahre Zeit, sich für den Ryder Cup zu qualifizieren. Inzwischen ist die letzte Austragung in Paris aufgrund Corona drei Jahre her, weshalb die Aussagen von Seth Waugh, CEO der PGA of America, kaum überraschen: „Die Welt ist bereit, eine Party zu feiern. Es soll der größte Ryder Cup der Geschichte werden.“ Über 600 Millionen Fans zieht es vor den Fernseher und knapp 50.000 Zuschauer werden vom 24.–26. September täglich vor Ort erwartet, wenn das Team Europa um Kapitän Padraig Harrington auswärts im Whistling Straits Golf Club im US-Bundesstaat Wisconsin alles gibt, um den Ryder Cup zu verteidigen. Bevor Sonntag die entscheidenden Matches im hitzigen Eins-gegen-Eins-Modus ausgetragen werden, werden die Weichen im Fourball- und Foursome-Format gestellt. Und wie genau soll das funktionieren?

RyderCup - Ryder Cup 2021
© imago images/Shutterstock

Fourball (Vierer-Bestball)

Beim Fourball, auch Bestball, spielt jeder Spieler des Zweierteams seinen eigenen Ball, sodass an jedem Loch vier Bälle im Spiel sind. Beide Mannschaften zählen den niedrigsten ihrer beiden Ergebnisse an allen Löchern, und die Mannschaft, deren Spieler den niedrigsten Score hat, gewinnt das Loch. Bei Gleichstand wird das Loch halbiert.

Foursome (Klassischer Vierer)

Beim Foursome – in Deutschland bekannt als Klassischer Vierer – spielt jedes Zweierteam einen Ball pro Loch, bei dem sich die Spieler abwechseln, bis jedes Loch beendet ist. Die Spieler schlagen abwechselnd ab, wobei an ungeraden Löchern der eine und an geraden Löchern der andere Spieler zuerst abschlägt. Das Team mit dem niedrigsten Ergebnis gewinnt das jeweilige Loch. Bei Gleichstand wird das Loch halbiert.

Welche Profis haben sich qualifiziert?

—————- USA —————–

Die Spieler des Heimteams USA hatten die Möglichkeit, ab 2019 bis unmittelbar nach dem zweiten FedEx Cup Play-Off Event (BMW Championship) am 29. August 2021 Punkte zu sammeln. Das Punktesystem für das diesjährige amerikanische Team sieht vor, dass die besten sechs Spieler über den Qualifikationszeitraum einen Platz erhalten und die restlichen sechs nach der TOUR Championship 2021 von Captain Steve Stricker als sogenannte „Captains Picks“ ausgewählt werden. Folgende Spieler
haben sich über die Rangliste qualifiziert: 

 Collin Morikawa, Dustin Johnson, Bryson DeChambeau, Brooks Koepka, Justin Thomas, Patrick Cantlay. Folgende Spieler wurden von Steve Stricker ins Team USA berufen: Daniel Berger, Harris English, Tony Finau, Xander Schauffele, Scottie Scheffler, Jordan Spieth.

 

———— EUROPA ————

Das europäische Team setzt sich aus den ersten vier Spielern der europäischen Punkterangliste, gefolgt von den ersten fünf Spielern der weltweiten Punkterangliste sowie drei Captains Picks von Kapitän Padraig Harrington zusammen. Qualifiziert über die europäische Punkterangliste: 

 Jon Rahm, Tommy Fleetwood, Tyrrell Hatton, Rory McIlroy, Qualifiziert über die weltweite Punkterangliste: Viktor Hovland, Paul Casey, Matt Fitzpatrick, Lee Westwood, Shane Lowry. 

 

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Wer kann eigentlich gegen wen spielen?

Für die Aufstellung gibt es keinerlei Vorschriften. Grundsätzlich ist es so, dass die Kapitäne im Vierer-Format antizipieren müssen, welche Spieler eines Kontinents am besten harmonieren und an welcher Position die ideale Gegnerpaarung platziert wurde. Auch im Einzel muss der Weltranglistenerste Jon Rahm nicht zwangsläufig an Position 1 gesetzt sein, sondern kann theoretisch auch im neunten Match gegen einen Debütanten für die Vorentscheidung am Sonntag sorgen.

Captains Picks: Die Qual der Wahl TEAM USA

Müsste ich mich für sechs noch nicht qualifizierte Spieler der USA entscheiden, würde mir die Auswahl sehr leichtfallen. Unerfahren, nicht druckresistent sowie teamunfähig würden die amerikanischen Spieler sein, die ich ins Team USA berufen würde, damit der Auswärtssieg bestenfalls schon am Samstag besiegelt wird. Wäre ich allerdings Steve Stricker, würde ich wie folgt auswählen: Xander Schauffele ist nach den sehr konstanten und überdurchschnittlich guten Turnieren unverzichtbar, ähnlich wie Jordan Spieth, der sein Spiel nach langer Durststrecke über die vergangenen Monate beeindruckend wiedergefunden hat. Ein weiterer Spieler, auf den Stricker völlig zurecht trotz erster Teilnahme nicht verzichten konnte, ist Scottie Scheffler, der sich in grandioser Form befindet, dazu sehr unaufgeregt sowie druckresistent ist und den Gegenspieler mit seiner merkwürdigen bis arroganten Art provozieren kann. Zwei weitere Profis, die in meinen Augen die Nominierung für das Team USA verdient gehabt hätten, haben den gleichen Vornamen. Kevin Kisner ist nicht nur mehrfacher Lochspiel-Champion der PGA Tour, sondern hat vor wenigen Wochen erst die Wyndham Championship mit herausragenden Ergebnissen und eiskalten Nerven im 6-Mann-Playoff gewonnen. Zwar hat Kevin Na das besagte Stechen gegen Kisner verloren, spielt aber eine grundsolide Saison und würde den Gegner mit seinem überragenden kurzen Spiel zur Weißglut treiben. Dazu ist er auch noch absoluter Fanliebling der Tour, weshalb ich den geborenen Südkoreaner nicht in Frage stellen würde. Meinen zwölften Mann würde sicherlich auch jeder einzelne Amerikaner auswählen: Patrick Reed als „Captain America“ würde mit großer Sicherheit, völlig unabhängig von seiner Formkurve, den ein oder anderen Punkt beisteuern, weil er mit seiner Art selbst einen Rory McIlroy – wie auch beim letzten Sieg der Amerikaner – aus der Fassung bringen kann. Dass er nun nicht dabei ist, finde ich erschreckend. Bubba Watson wäre eine gute, ähnlich emotionale und provokante Alternative, ist leider aber zu schlecht drauf. Nun muss es dann wohl Daniel Berger richten…

TEAM EUROPA

Was Patrick Reed für die USA ist, kann nur Ian Poulter für uns Europäer sein. Er spielt auch in seinem 27. Jahr als Profi solide und ist absolut heiß auf seinen sechsten Ryder Cup-Gewinn. Seit 2010 hat Poulter nur vor fünf Jahren in Minnesota ausgesetzt, wo die Europäer deutlich unterlegen waren. Der „Postman“ ist absolut unverzichtbar. Als zweiten Spieler würde ich Robert MacIntyre ins Team berufen, da ich zahlreiche Runden mit sowie gegen ihn gespielt habe und selbst erfahren durfte, wie eiskalt er Fehler bestraft, sich von keiner noch so provokanten Verhaltensweise beeinflussen lässt und in meinen Augen eines der besten, wenn nicht sogar das beste kurze Spiel Europas hat. Mit ihm schafft das Team Europa unter vielen emotionalen Profis ein gutes Gleichgewicht. Gerade weil Sergio Garcia die meisten Punkte in der Ryder Cup-Historie geholt hat und mit seiner latent aufbrausenden Art keinesfalls im Team fehlen darf, finde ich es schade, dass Harrington keinen vierten Captains Pick ins Team berufen möchte. Dann würde ich ihm dringlich empfehlen, Alexander Levy mitzunehmen, da er einer sein kann, der sogar Patrick Reed mit seiner prolligen und pöbelhaften Art in den Schatten stellt. Gutes Golf kann der Franzose glücklicherweise auch spielen.  

Siegreiche Heimmannschaft?

„Wir spielen doch nicht in Europa!“ Nachdem ich die unerwartete Dominanz der Europäer in Paris 2018 live vor Ort verfolgen konnte und sich viele Spieler auf beiden Seiten erneut qualifiziert haben, bin ich der festen Überzeugung, dass Team Europa auch das „Auswärtsspiel“ im Whistling Straits Golf Club gewinnen wird. Doch nicht nur dank der positiven Erfahrungen in junger Vergangenheit auf europäischer Seite, sondern auch aufgrund der Disharmonie unter den Amis stehen unsere Chancen besser als vor einigen Monaten erwartet. Brooks Koepka und Bryson DeChambeau hassen sich, Patrick Cantlay und Bryson DeChambeau können gar nicht miteinander, Brooks Koepka und Dustin Johnson finden sich auch eher weniger gut. Also, was soll uns eigentlich passieren? Allerdings dürfen die Europäer den unangenehmen Vorteil der teils unsportlichen Heimfans keinesfalls unterschätzen. Respektloses Verhalten, Anti-Europa-Gesänge und Beleidigungen werden zwangsläufig an die Substanz gehen. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir nicht unbedingt mit sieben Punkten Abstand gewinnen, aber nie gefährdet im zehnten Match am Sonntag durch einen Kantersieg von Tyrrell Hatton den vorentscheidenden Punkt klarmachen. Hier habt ihr es zuerst gehört! «PS

Patrice Schumacher 300x286 - Ryder Cup 2021

© Patrice Schumacher

 

 

Patrice Schumacher

Geburtstag: 24.07.1996
HCPI: -3.1
Fan von: Rory McIlroy, Robert MacIntyre & Werder Bremen
Größte Erfolge: Deutscher Meister Jugend, Norddeutscher Meister Herren, Internationaler Schottischer Vizemeister