
Jon Rahm kehrt nach seinem Abschied von LIV Golf bei der Abu Dhabi Aldar Championship ins Rampenlicht der DP World Tour zurück.
Rahms Zukunft rückt in den Mittelpunkt
Wenn Jon Rahm vom 5. bis 8. November bei der Abu Dhabi Aldar Championship antritt, geht es für den Spanier um mehr als den sportlichen Erfolg. Wenige Wochen nach seiner Entscheidung, die neu geplante LIV-Golf-Serie zu verlassen, steht der zweimalige Major-Sieger vor einer offenen Zukunft. Sein erster Start auf Yas Links fällt damit in eine Phase, in der sich die Strukturen des professionellen Golfsports erneut verändern.
Rahm trifft beim Auftakt der DP World Tour Play-offs auf Rory McIlroy und Titelverteidiger Aaron Rai. Zugleich bietet ihm das Turnier die Gelegenheit, seine sportliche Zukunft auf der europäischen Tour weiter abzusichern.
Rahm lehnt LIV Golf 2.0 ab
Am 7. Oktober bestätigte Rahms Anwalt John Beck während einer Anhörung vor einem US-Insolvenzgericht, dass der Spanier 2027 nicht an der geplanten Neuauflage von LIV Golf teilnehmen werde. Rahm habe die neuen Vertragsbedingungen geprüft und für nicht akzeptabel befunden. Seine Vertreter verhandelten bereits über eine einvernehmliche Trennung von der Serie.
LIV Golf muss sich neu aufstellen
Hinter Rahms Entscheidung steht die finanzielle Krise von LIV Golf. Nachdem der saudi-arabische Staatsfonds seine finanzielle Unterstützung zurückgezogen hatte, leitete die Serie im September ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 in den USA ein.
LIV Golf arbeitet mit dem Finanzinvestor BC Partners Credit an einem neuen Geschäftsmodell. Geplant ist eine stärkere Beteiligung der Spieler an der Liga. Ob das Konzept wie vorgesehen 2027 starten kann, hängt unter anderem von der Zustimmung des Insolvenzgerichts ab.
Rahm hat sich gegen dieses Modell entschieden. Seine Vertreter streben eine vertragliche Einigung an, während noch finanzielle Ansprüche aus seinem bisherigen Vertrag offen sind. Welche Folgen das für seine künftigen Starts hat, ist bislang nicht abschließend geklärt.
DP World Tour als mögliche sportliche Heimat
Rahm ist weiterhin Mitglied der DP World Tour. Im Mai 2026 hatte er mit der Tour eine Vereinbarung getroffen, die ihm unter bestimmten Voraussetzungen Starts bei LIV Golf ohne weitere Sanktionen erlaubte.
Dafür verpflichtete er sich, in der Saison 2026 fünf Turniere auf der DP World Tour zu spielen. Drei Starts hat er bislang absolviert. Mit seiner Teilnahme in Abu Dhabi und einem möglichen anschließenden Start in Dubai könnte er diese Vorgabe erfüllen.
Allerdings gilt die Vereinbarung nur für 2026. Welche Regeln ab der kommenden Saison für Rahm gelten, muss noch geklärt werden. Sein Abschied von LIV Golf eröffnet neue Perspektiven, schafft aber noch keine automatische Rückkehr auf die PGA Tour.
Rückkehr auf die PGA Tour bleibt offen
Eine Rückkehr auf die amerikanische PGA Tour wäre für Rahm sportlich naheliegend. Vor seinem Wechsel zu LIV Golf gehörte er dort zu den prägenden Spielern und stand an der Spitze der Weltrangliste.
Derzeit besitzt er jedoch keine reguläre Mitgliedschaft auf der PGA Tour. Ob und unter welchen Voraussetzungen er diese zurückerlangen kann, steht noch nicht fest. Auch die endgültige Trennung von LIV Golf spielt dabei eine Rolle.
Rahm könnte deshalb zunächst verstärkt auf der DP World Tour antreten. Die europäische Tour bietet ihm einen bestehenden sportlichen Rahmen, während die Gespräche über seine langfristige Zukunft weiterlaufen.
Abu Dhabi als wichtige Station
Rahms bisherige Bilanz bei Turnieren der Rolex Series spricht für seine Erfahrung auf der DP World Tour. Fünf seiner zehn Siege auf der Tour gelangen ihm bei diesen besonders hoch dotierten Wettbewerben. Dreimal gewann er die DP World Tour Championship in Dubai, 2017, 2019 und 2022. Hinzu kommen zwei Erfolge bei der Irish Open.
Mit Yas Links lernt der ehemalige Weltranglistenerste nun einen weiteren Turnierplatz in den Vereinigten Arabischen Emiraten kennen. Rahm erklärte vor seinem Debüt, dass er viele positive Erinnerungen an seine bisherigen Starts in der Region habe und sich auf das Turnier freue.
Kampf um die besten 50 Plätze
Für Rahm besitzt die Abu Dhabi Aldar Championship auch aus sportlicher Sicht eine besondere Bedeutung. Die besten 70 verfügbaren Spieler der Race-to-Dubai-Rangliste dürfen vom 5. bis 8. November auf Yas Links antreten. Anschließend qualifizieren sich die besten 50 für die DP World Tour Championship, die vom 12. bis 15. November in Dubai stattfindet.
Damit muss Rahm in Abu Dhabi auch seine Position in der Jahreswertung absichern, um beim Saisonfinale starten und die vereinbarte Zahl von fünf Turnieren erreichen zu können.
McIlroy und Rai ebenfalls am Start
Zu Rahms Konkurrenten gehört Rory McIlroy, der seinen achten Gesamtsieg im Race to Dubai anstrebt. Damit würde der Nordire den Rekord von Colin Montgomerie einstellen. Viermal belegte McIlroy bei der Abu Dhabi Championship bislang den zweiten Platz, ein Turniersieg fehlt ihm noch.
Aaron Rai kehrt als Titelverteidiger zurück. Der Engländer gewann 2025 auf Yas Links im Stechen gegen Tommy Fleetwood und holte im Mai 2026 bei der PGA Championship seinen ersten Major-Titel.
Entscheidung über 2027 steht noch aus
Wie Rahms Turnierkalender 2027 aussehen wird, bleibt vorerst offen. Seine Absage an LIV Golf 2.0 steht fest, doch die vertragliche Trennung und seine mögliche Rückkehr auf die PGA Tour sind noch ungeklärt.
Mit seinem Start in Abu Dhabi setzt Rahm zunächst seine Saison auf der DP World Tour fort. Die beiden Play-off-Turniere in den Vereinigten Arabischen Emiraten könnten damit zugleich seine letzten Auftritte vor einer grundlegenden Neuordnung seiner Karriere sein.
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