
Jetzt zählt jeder Schlag: Mit der FedEx St. Jude Championship beginnen am heutigen Donnerstag die FedExCup Playoffs 2026. Scottie Scheffler startet als Nummer eins in den Saisonendspurt, Rory McIlroy zählt zu seinen prominentesten Verfolgern und Titelverteidiger Justin Rose kehrt an den Ort seines Vorjahreserfolgs zurück. Aus deutscher Sicht steht Matti Schmid im Mittelpunkt. Für ihn wird die Woche im TPC Southwind zum Kampf ums Weiterkommen.
Die lange Regular Season ist vorbei. Vom 13. bis 16. August beginnt im TPC Southwind in Memphis, Tennessee, die entscheidende Phase der PGA Tour. Die FedEx St. Jude Championship bildet den Auftakt der drei Turniere umfassenden FedExCup Playoffs.
70 Spieler haben sich über die FedExCup-Wertung für die Playoffs qualifiziert. In Memphis stehen allerdings nur 69 Spieler tatsächlich am Abschlag. Der Grund: Daniel Berger hatte sich zwar einen Platz in den Top 70 gesichert, meldete aber nicht für das Turnier. Die PGA Tour führt deshalb offiziell ein 69 Spieler umfassendes Feld.
Einen Cut nach zwei Runden gibt es nicht. Alle Teilnehmer können vier Runden spielen – sofern das Wetter mitspielt. Der entscheidende Cut erfolgt stattdessen nach dem Turnier: Nur die besten 50 der FedExCup-Wertung qualifizieren sich für die BMW Championship.
Damit geht es in Memphis nicht nur um einen der wichtigsten Titel der Saison. Für zahlreiche Spieler entscheidet sich gleichzeitig, ob ihre Playoff-Reise bereits nach einer Woche beendet ist.
Von 70 auf 50 auf 30: So funktionieren die FedExCup Playoffs
Das Prinzip der Playoffs ist einfach: Das Feld wird von Woche zu Woche kleiner.
Die Top 70 der Regular Season qualifizierten sich für die FedEx St. Jude Championship. Nach Memphis dürfen die besten 50 zur BMW Championship weiterreisen. Anschließend erreichen nur noch die besten 30 die TOUR Championship im East Lake Golf Club, bei der der FedExCup Champion ermittelt wird.
Eine wichtige Änderung gibt es 2026 bei der Punktevergabe. Während Playoff-Punkte in der Vergangenheit erheblich stärker gewichtet wurden, erhält der Sieger der FedEx St. Jude Championship diesmal 750 FedExCup-Punkte. Die während der Regular Season gesammelten Punkte werden in die ersten beiden Playoff-Turniere übernommen.
Das stärkt die Spieler, die sich über Monate eine gute Ausgangsposition erarbeitet haben. Gleichzeitig wird die Aufgabe für diejenigen am Ende der Rangliste schwieriger: Ein ordentliches Turnier reicht dort möglicherweise nicht. Es muss ein Spitzenergebnis her.
Scottie Scheffler geht als Nummer eins ins Rennen
An der Spitze der FedExCup-Wertung steht vor dem Playoff-Auftakt Scottie Scheffler.
Der Weltranglistenerste beginnt die entscheidende Saisonphase als Nummer eins und ist damit der Mann, den es in den kommenden drei Wochen zu schlagen gilt. Direkt dahinter startet Matt Fitzpatrick als Zweiter, Cameron Young geht von Position drei ins Rennen.

Auch Collin Morikawa, Sam Burns, Tommy Fleetwood, Ludvig Åberg und Xander Schauffele haben sich hervorragende Ausgangspositionen erarbeitet.
Rory McIlroy beginnt die Playoffs auf Rang zwölf. Der Nordire gehört damit zwar nicht zur unmittelbaren Spitzengruppe der FedExCup-Wertung, bleibt aber selbstverständlich einer der Spieler, denen in den entscheidenden Wochen jederzeit ein großer Sprung zuzutrauen ist.
Matti Schmid: Deutschlands einziger Starter beginnt auf Rang 69
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick in Memphis auf Matti Schmid.
Der Deutsche hat sich als Nummer 69 der FedExCup-Wertung für die Playoffs qualifiziert und steht damit zum zweiten Mal in Folge beim Saisonendspurt der PGA Tour am Abschlag. Die offizielle Teilnehmerliste der PGA Tour bestätigt ihn als einen der 69 Starter im TPC Southwind.

Seine Ausgangslage könnte allerdings kaum eindeutiger sein: Schmid muss nach vorne.
Während Spieler aus der Spitzengruppe bereits komfortable Polster besitzen, beginnt der Deutsche die Woche 19 Positionen außerhalb der entscheidenden Top 50. Ein durchschnittliches Ergebnis wird deshalb kaum reichen, um sich für die BMW Championship zu qualifizieren.
Schmid benötigt in Memphis ein echtes Spitzenergebnis.
Das macht seinen Auftritt aus deutscher Sicht besonders interessant. Taktieren ist kaum möglich. Der Deutsche weiß bereits vor dem ersten Abschlag, dass er im Laufe der vier Runden Birdies sammeln und sich möglichst weit vorne im Leaderboard etablieren muss.
Dass Schmid mit dem TPC Southwind bereits vertraut ist, kann dabei helfen. 2025 spielte er ebenfalls die FedEx St. Jude Championship und belegte mit drei unter Par den geteilten 38. Platz. Damals reichte das nicht zum Einzug in die nächste Playoff-Runde.
2026 braucht es deutlich mehr.
Für Schmid wird die FedEx St. Jude Championship damit beinahe zu einem Turnier im Turnier: Während Scheffler, McIlroy und Co. um den Sieg und eine optimale Ausgangslage im FedExCup kämpfen, geht es für den Deutschen zunächst um ein einziges Ziel – die Saison um mindestens eine weitere Woche zu verlängern.
Der Kampf um Platz 50 verspricht Hochspannung
Matti Schmid ist längst nicht der einzige prominente Spieler, für den es in Memphis um alles geht.
Vor dem Turnier hält Maverick McNealy auf Rang 50 den letzten Platz, der zur Teilnahme an der BMW Championship berechtigen würde. Nur 27 Punkte dahinter folgt Harris English auf Rang 51.
Dahinter stehen Namen, die man normalerweise eher in anderen Regionen einer Rangliste vermuten würde: Max Homa beginnt die Woche als Nummer 52, Sungjae Im als Nummer 53 und Jordan Spieth als Nummer 54. Auch Shane Lowry steht als Nummer 62 erheblich unter Druck.
Genau darin liegt der besondere Reiz des ersten Playoff-Turniers.
Der Blick auf das Leaderboard allein erzählt am Wochenende möglicherweise nur die halbe Geschichte. Ein Spieler kann am Sonntag um den Turniersieg kämpfen, während wenige Flights dahinter ein einziges Birdie darüber entscheidet, ob eine komplette Saison weitergeht oder endet.
TPC Southwind: Präzision ist Trumpf
Die Bühne für diesen Showdown ist der TPC Southwind.
Der Platz in Memphis wird als Par 70 über 7.288 Yards gespielt. Auf den ersten Blick ist das für moderne Tour-Verhältnisse keine außergewöhnliche Länge. Seine Schwierigkeit entwickelt Southwind vielmehr durch das Layout.
Die Fairways sind im Durchschnitt nur rund 25 Yards breit. Auf elf Löchern kommt Wasser ins Spiel, zusätzlich warten 75 Bunker. Der Platz besitzt zwölf Par-4-, vier Par-3- und lediglich zwei Par-5-Löcher.
Damit gibt es vergleichsweise wenige Löcher, auf denen die besten Spieler der Welt beinahe automatisch mit Birdies rechnen können.
Wer in Memphis erfolgreich sein will, benötigt Kontrolle vom Tee und ein präzises Eisenspiel. Gerade die Kombination aus engen Fairways und Wasserhindernissen kann aggressive Fehler schnell bestrafen.
Der Platz wurde zudem 2024 und 2025 umfassend überarbeitet. Alle 18 Grünkomplexe wurden neu aufgebaut und bearbeitet, um unter anderem zusätzliche Fahnenpositionen zu ermöglichen.
Das Resultat ist ein Golfplatz, der nicht unbedingt maximale Länge verlangt – sondern saubere Entscheidungen und präzise Schläge.
Ein schmaler Grat für Matti Schmid
Gerade für Matti Schmid entsteht daraus eine interessante taktische Situation.
Seine FedExCup-Position verlangt ein aggressives Ergebnis. Der Golfplatz verlangt dagegen Disziplin.
Blindes Attackieren dürfte auf Southwind kaum funktionieren. Schmid muss genügend Birdies produzieren, um sich im Leaderboard weit nach vorne zu bewegen, darf gleichzeitig aber jene großen Fehler nicht zulassen, die auf einem wasserreichen Platz schnell aus einem Birdie ein Bogey oder Schlimmeres machen können.
Es dürfte deshalb darauf ankommen, Chancen konsequent zu nutzen und an den schwierigen Löchern geduldig zu bleiben.
Ein Top-Ergebnis ist nötig. Erzwingen lässt es sich auf diesem Platz allerdings nicht.
Justin Rose kehrt als Titelverteidiger zurück
Einer der Spieler, die bereits bewiesen haben, wie man diese Aufgabe löst, ist Justin Rose.
Der Engländer gewann die FedEx St. Jude Championship 2025 nach einem dramatischen Stechen gegen J.J. Spaun. Beide hatten die regulären 72 Löcher bei 16 unter Par beendet.
Erst am dritten Extraloch fiel die Entscheidung zugunsten von Rose.
Scottie Scheffler und Tommy Fleetwood landeten damals nur einen Schlag hinter dem Führungsduo auf dem geteilten dritten Platz.
Rose tritt damit 2026 als Titelverteidiger an. Vor ihm hatten Hideki Matsuyama 2024, Lucas Glover 2023 und Will Zalatoris 2022 das erste Playoff-Turnier gewonnen.
Die Siegerliste zeigt: Auf Southwind setzen sich regelmäßig Spieler durch, die ihre Eisen kontrollieren und über vier Tage Fehler vermeiden können.
20 Millionen Dollar und 750 Punkte
Auch finanziell gehört die FedEx St. Jude Championship zu den Schwergewichten des PGA-Tour-Kalenders.
Das Gesamtpreisgeld beträgt 20 Millionen US-Dollar. Der Sieger erhält davon 3,6 Millionen Dollar sowie die bereits erwähnten 750 FedExCup-Punkte.
Doch gerade in dieser Woche sind die Punkte möglicherweise wertvoller als der Siegerscheck.
Wer sich in Memphis in die Top 50 spielt, darf nicht nur bei der BMW Championship weiter um den FedExCup kämpfen. Die Position innerhalb der Top 50 besitzt auch darüber hinaus erhebliche sportliche Bedeutung.
Extreme Hitze als zusätzlicher Gegner
Als wäre der TPC Southwind nicht anspruchsvoll genug, wartet auf die Spieler eine weitere Herausforderung: die Hitze von Memphis.
Für die Turnierwoche werden sehr hohe Temperaturen erwartet. Am Wochenende können die Werte nach Angaben der PGA Tour in den dreistelligen Fahrenheit-Bereich steigen.
Vier Tage Turniergolf bei Temperaturen nahe 38 Grad Celsius verlangen nicht nur körperliche Fitness. Flüssigkeitsmanagement und Konzentration werden ebenfalls eine Rolle spielen.
Gerade am Sonntagnachmittag, wenn der Druck der Playoffs hinzukommt, könnte das ein nicht zu unterschätzender Faktor werden.
Scheffler der Gejagte – McIlroy, Schauffele und Co. lauern
Sportlich führt vor dem ersten Abschlag vieles über Scottie Scheffler.
Der Weltranglistenerste bringt genau jene Qualitäten mit, die auf Southwind gefragt sind: herausragendes Ballstriking, präzise Eisen und die Fähigkeit, Fehler über lange Phasen eines Turniers zu minimieren.
Seine Konkurrenz ist allerdings hochkarätig.
Rory McIlroy besitzt die Qualität, jederzeit ein Turnier dieser Größenordnung zu gewinnen. Xander Schauffele gehört zu den komplettesten Spielern im Feld. Collin Morikawa ist mit seinen Eisen auf einem Präzisionsplatz grundsätzlich gefährlich und Tommy Fleetwood hat spätestens mit seinem dritten Platz im vergangenen Jahr gezeigt, dass ihm Southwind liegt.
Dazu kommt Titelverteidiger Justin Rose, der mit entsprechend guten Erinnerungen nach Tennessee zurückkehrt.
69 Spieler – und 19 müssen nach Memphis nach Hause
Die Ausgangslage vor dem ersten Abschlag ist damit klar. 69 Spieler treten tatsächlich bei der FedEx St. Jude Championship 2026 an. 70 hatten sich für die Playoffs qualifiziert, Daniel Berger gab jedoch keine Meldung für Memphis ab. Einen Ersatzspieler gibt es nicht.
Nach vier Runden zählt allerdings nicht mehr die Größe des Turnierfeldes, sondern die FedExCup-Wertung. Nur 50 Spieler ziehen weiter.
Für Scottie Scheffler beginnt in Memphis die Jagd nach dem nächsten FedExCup. Für Rory McIlroy bietet sich die Chance, im richtigen Moment der Saison Boden gutzumachen. Justin Rose will seinen Titel verteidigen.
Und Matti Schmid? Für den Deutschen ist die Aufgabe wesentlich unmittelbarer. Als Nummer 69 braucht er eine außergewöhnliche Woche, wenn seine Reise durch die FedExCup Playoffs weitergehen soll. Im vergangenen Jahr wurde er auf diesem Platz geteilter 38. Diesmal muss er deutlich weiter nach oben.
Vier Runden hat Schmid dafür Zeit. Einen Cut gibt es nicht – eine zweite Chance aber auch nicht.
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