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Golf

U.S. Open 2026: Shinnecock bittet zur Prüfung

14. Juni 2026
U.S. Open 2026 - Vorjahresgewinner JJ Spaun

U.S. Open 2026 in Shinnecock Hills: Das dritte Major des Jahres kehrt an einen der traditionsreichsten Orte im amerikanischen Golf zurück. Vom 18. bis 21. Juni stehen Wind, feste Grüns, lange Par 4 und ein stark besetztes Feld im Mittelpunkt.

Rückkehr nach Long Island

Die U.S. Open 2026 führt nach Shinnecock Hills auf Long Island. 156 Profis und Amateure treten auf einem Platz an, der weniger durch Länge allein als durch Kontrolle, Lage und Geduld entschieden wird. Gespielt wird über 7.440 Yards bei Par 70. Der Cut liegt wie gewohnt bei den besten 60 Spielern plus Schlaggleichen.

Shinnecock Hills verlangt vom Tee eine klare Linie. Gleichzeitig werden die Annäherungen eine zentrale Rolle spielen. Wer die falsche Seite eines Grüns trifft, bekommt oft sofort Probleme. Der Platz lässt Chancen zu, bestraft aber ungenaue Entscheidungen.

Ein Platz mit Gewicht

Shinnecock Hills gehört zu den historischen Schauplätzen der U.S. Open. Der Club wurde 1891 eröffnet, der Platz trägt die Handschrift von William Flynn. 2026 ist es die sechste U.S. Open in Shinnecock nach 1896, 1986, 1995, 2004 und 2018. Auch die Siegerliste zeigt den Stellenwert des Platzes. Raymond Floyd, Corey Pavin, Retief Goosen und Brooks Koepka haben hier gewonnen.

Wind als Faktor

Shinnecock liegt auf Long Island, nah am Atlantik. Deshalb kann der Wind die Bedingungen täglich verändern. Was am Vormittag noch kontrollierbar wirkt, kann am Nachmittag deutlich anspruchsvoller werden.

Die Fairways bieten an manchen Stellen Breite. Dennoch ist die Position wichtig. Viele Grüns lassen sich nur aus bestimmten Winkeln gut anspielen. Höhe, Spin und Flugkurve werden daher wichtiger als reine Distanz.

Spaun kommt als Titelverteidiger

J.J. Spaun reist als Titelverteidiger an. 2025 gewann er in Oakmont mit einem Gesamtergebnis von eins unter Par. Er blieb als einziger Spieler unter Par. Sein Birdieputt aus rund 65 Fuß auf der 72. Bahn brachte ihm den Sieg mit zwei Schlägen Vorsprung vor Robert MacIntyre. Spauns Erfolg war auch deshalb bemerkenswert, weil er nach einer 40 auf den ersten neun Löchern der Finalrunde zurückkam. In Oakmont hielt er auf einem der schwierigsten U.S.-Open-Plätze stand. Shinnecock stellt nun ein anderes Profil bereit: mehr Wind, andere Winkel und weniger berechenbare Lagen.

Scheffler vor großer Chance

Scottie Scheffler zählt auch 2026 zu den wichtigsten Spielern im Feld. Sein Spiel passt zu einem klassischen U.S.-Open-Test. Er vermeidet große Ausreißer, spielt starke Eisen und kontrolliert viele Situationen rund um die Grüns. In Shinnecock wird diese Stabilität besonders gefragt sein. Der Platz verlangt Geduld und präzise Entscheidungen. Für Scheffler wird entscheidend, ob er über vier Tage Druck aufbauen kann, ohne zu viele Fehler zuzulassen.

U.S. Open 2026 - Scottie Scheffler

Rai als neuer Major-Sieger

Aaron Rai hat sich im Mai mit dem Sieg bei der PGA Championship in die Reihe der Major-Sieger gespielt. In Aronimink gewann er mit neun unter Par und drei Schlägen Vorsprung auf Jon Rahm und Alex Smalley.

Rai bringt eine kontrollierte Spielweise mit. Das kann in Shinnecock hilfreich sein. Auf einem U.S.-Open-Platz zählt oft weniger die spektakuläre Phase als die Fähigkeit, über vier Runden möglichst wenige Fehler zu machen.

Straka im Blick

Aus österreichischer Sicht rückt Sepp Straka in den Fokus. Er steht über die Tour-Championship-Kategorie im Feld der U.S. Open 2026. In den vergangenen Jahren hat er gezeigt, dass er auf großen Bühnen ruhig bleibt und Entscheidungen sauber abarbeitet.

Diese Qualität kann in Shinnecock wichtig werden. Der Platz kann Serien von Fehlern auslösen, wenn Spieler zu schnell korrigieren wollen. Straka besitzt die Geduld, auch nach einem Bogey im Plan zu bleiben.

Schmid vertritt Deutschland

Matti Schmid ist aus deutscher Sicht der wichtigste Name im aktuellen Feld. Er qualifizierte sich über die entsprechende Kategorie und bekommt in Shinnecock eine der strengsten Bühnen des Jahres. Für Schmid wird es nicht nur darum gehen, Fairways zu treffen. Er muss seine Bälle in Bereiche legen, aus denen Par realistisch bleibt. Eine gute U.S. Open entsteht oft aus vielen kleinen Entscheidungen: ein defensiver Chip, ein sicherer Zwei-Putt oder ein nicht angegriffener Fahnenstock.

Qualifikation als Identität

Die U.S. Open lebt von ihrem offenen Charakter. 2026 wurden 10.201 Meldungen angenommen, nur eine weniger als im Rekordjahr 2025. Teilnahmeberechtigt waren Profis sowie Amateure mit einem Handicap Index von höchstens 0,4.

Die lokale Qualifikation lief über 108 Orte, die finale Qualifikation über 13 Standorte. Am 8. Juni spielten 679 Golfer an zehn Standorten in Nordamerika um 43 Plätze.

Unter den Qualifikanten waren bekannte Namen wie Billy Horschel, Chris Kirk, Emiliano Grillo und J.B. Holmes. Gleichzeitig schafften es auch Amateure und Spieler mit ungewöhnlichen Wegen ins Feld.

Jugend auf großer Bühne

Auch junge Amateure stehen in Shinnecock im Feld. Miles Russell, Giuseppe Puebla, Jackson Ormond, Vaughn Harber und weitere Spieler bringen den typischen Kontrast einer U.S. Open mit.

Auf der einen Seite stehen Major-Sieger, Ryder-Cup-Spieler und erfahrene Profis. Auf der anderen Seite spielen College-Spieler, Amateure und Qualifikanten. Diese Mischung unterscheidet das Turnier von vielen regulären Tour-Wochen.

Die Grüns entscheiden mit

Shinnecock wird nicht allein vom Tee entschieden. Die Annäherungen müssen auf Grüns landen, die selten neutrale Flächen bieten. Falsche Seiten bedeuten lange Putts über Kanten, kurze Chips aus schwierigen Lagen oder Schläge, bei denen der Ball kaum zu stoppen ist.

Wer vier Tage bestehen will, muss seine Fehler klein halten. Nicht jeder Ball muss nah an die Fahne. Wichtig ist, dass der nächste Schlag kontrollierbar bleibt.

Schlussloch mit Druck

Die 18 misst 490 Yards bei Par 4. In einem engen Finale verlangt sie einen präzisen Drive, eine kontrollierte Annäherung und einen letzten Putt auf Grüns, die am Sonntag selten leichter werden. Shinnecock hat an Schlusslöchern oft Bilder geliefert, die in Erinnerung bleiben. Auch 2026 kann die 18 zum entscheidenden Ort werden.

Stars mit offenen Fragen

Xander Schauffele, Collin Morikawa, Ludvig Åberg, Viktor Hovland, Tommy Fleetwood, Patrick Cantlay, Brooks Koepka, Hideki Matsuyama und Jordan Spieth stehen auf unterschiedlichen Wegen im Feld.

Einige kommen über Major-Siege. Andere stehen über Tour-Kategorien, Weltrangliste oder Qualifikation im Teilnehmerfeld. Die Breite ist groß. Dennoch wird Shinnecock kaum viele Ausreden zulassen.

Besonders interessant sind Spieler, die Ballflug und Distanzkontrolle verbinden. In Shinnecock kann diese Kombination wichtiger sein als eine einzelne sehr tiefe Runde.

Hatton und MacIntyre

Tyrrell Hatton und Robert MacIntyre bringen direkte Verbindungen zur U.S. Open 2025 mit. Beide waren in Oakmont vorne dabei. MacIntyre wurde Zweiter, Hatton landete in den Top Ten.

Für Shinnecock spricht bei beiden die Fähigkeit, auch bei schwierigen Bedingungen im Plan zu bleiben. Hatton spielt mit viel sichtbarer Energie. MacIntyre wirkt oft ruhiger und direkter. Beide Ansätze können funktionieren, solange die Fehler begrenzt bleiben.

LIV-Spieler im Feld

Auch mehrere LIV-Spieler sind dabei. Neben Rahm, DeChambeau, Koepka, Dustin Johnson, Cameron Smith, Patrick Reed, Joaquin Niemann und Lucas Herbert qualifizierten sich Peter Uihlein, Graeme McDowell und Caleb Surratt über die finale Qualifikation.

Damit bleibt die U.S. Open 2026 eines der Turniere, in denen die stärksten Namen der getrennten Tour-Welten direkt aufeinandertreffen. Für das sportliche Bild in Shinnecock zählt am Ende jedoch nur der Score.

Strategie vor Spektakel

Shinnecock belohnt selten den Spieler, der jeden Schlag maximal angreift. Wer sich gute Winkel schafft, kann die Grüns kontrollierter anspielen. Wer vom Tee nur auf Länge setzt, spielt häufiger aus Lagen, in denen der nächste Schlag deutlich schwerer wird.

Die wichtigste Aufgabe wird sein, Risiko richtig zu dosieren. Spieler müssen Chancen erkennen, aber auch akzeptieren, wenn Par das beste Ziel ist.

Erfahrung hilft bedingt

U.S.-Open-Erfahrung zählt. Sie schützt aber nicht vor Shinnecock. Der Platz verändert sich mit Wind, Festigkeit und Fahnenpositionen. Was am Donnerstag richtig ist, kann am Samstag zu offensiv sein.

Routiniers wie Horschel, Rose, Scott, Koepka oder Johnson kennen Major-Druck. Jüngere Spieler wie Åberg, Schmid oder Akshay Bhatia bringen weniger Altlasten mit. Beides kann helfen.

Am Ende entscheidet, wer die Bedingungen am schnellsten liest und seinen Plan anpasst.

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