
Die Zukunft von LIV Golf bleibt offen. Rund 15 Profis sollen ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Teilnahme an der geplanten Neuauflage signalisiert haben. Investor BC Partners könnte deshalb die Frist für Spielerzusagen verlängern. Bis zum 30. Oktober muss eine Entscheidung fallen.
Bei LIV Golf 2.0 gibt es nach den zahlreichen Spielerabgängen erstmals wieder Anzeichen für eine mögliche Fortsetzung der Liga. Wie die Financial Times berichtet, haben rund 15 Golfprofis vorläufig zugesagt, an der für 2027 geplanten Neuauflage teilzunehmen. Für den potenziellen Investor BC Partners ist das offenbar Grund genug, die Verhandlungen fortzusetzen.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Liga ist damit allerdings noch nicht gefallen. BC Partners möchte zunächst zwischen 30 und 40 Spieler für das neue Konzept gewinnen. Wer zu den rund 15 interessierten Profis gehört, ist bislang nicht bekannt. Auch verbindliche Verträge wurden für diese Gruppe noch nicht öffentlich bestätigt.
LIV Golf 2.0 braucht weitere Spieler
Ursprünglich sollten die Profis bis zum Sonntag, 25. Oktober, erklären, ob sie sich an der neuen Liga beteiligen wollen. Nach den ersten positiven Rückmeldungen erwägt BC Partners nun offenbar eine Verlängerung dieser Frist.
Das Unternehmen arbeitet an einem Finanzierungspaket von bis zu 300 Millionen US-Dollar. Damit soll LIV Golf nach dem Rückzug des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) als bisherigem Geldgeber wirtschaftlich neu aufgestellt werden.
Vorgesehen ist ein Modell, bei dem die Spieler auch Eigentumsanteile an der Liga erhalten. Nach den bislang veröffentlichten Vereinbarungen sollen 52,5 Prozent des Unternehmens künftig den Profis gehören. BC Partners und weitere Investoren würden zusammen 45 Prozent übernehmen, die übrigen 2,5 Prozent entfallen auf das Management.
Mit diesem Konzept soll sich LIV Golf langfristig von der bisherigen Finanzierung durch den saudischen Staatsfonds lösen. Voraussetzung ist allerdings, dass ausreichend Spieler bereit sind, das neue Geschäftsmodell mitzutragen.
Offene Millionenforderungen erschweren die Verhandlungen
Ein wesentliches Hindernis sind die bestehenden finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Spielern. Aus den bisherigen Verträgen sollen noch garantierte Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 400 Millionen US-Dollar offen sein.
Mehrere Profis verhandeln deshalb über die Abwicklung ihrer bisherigen Verträge und mögliche Ausgleichszahlungen. Eine Gruppe um Dustin Johnson soll ihre Bereitschaft zur Teilnahme an LIV Golf 2.0 davon abhängig machen, ob zuvor eine Einigung über ausstehende Forderungen erzielt wird.
Für BC Partners ist die Situation kompliziert. Der Investor möchte die Verhandlungen über das künftige Geschäftsmodell von den Forderungen aus der bisherigen LIV-Organisation trennen. Einige Spieler sehen beide Fragen jedoch als miteinander verbunden an.
Zusätzlich verlangen die Profis offenbar mehr Klarheit über ihre künftigen Mitspracherechte, die wirtschaftlichen Aussichten und die finanziellen Risiken einer Beteiligung an der neuen Liga.
Prominente Namen fehlen weiterhin
Trotz der gemeldeten Interessensbekundungen bleibt offen, welche sportliche Qualität LIV Golf 2.0 im kommenden Jahr bieten könnte.
Mit Jon Rahm, Tyrrell Hatton und weiteren bekannten Profis haben bereits mehrere Spieler ihren Abschied erklärt. Öffentlich zu einer Fortsetzung bekannt haben sich bislang unter anderem Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell.
Bei anderen prominenten Spielern stehen endgültige Entscheidungen noch aus. Dazu gehört auch Bryson DeChambeau, der als einer der wichtigsten möglichen Teilnehmer der neuen Liga gilt.
Für LIV Golf wird es deshalb entscheidend sein, neben der erforderlichen Anzahl an Profis auch genügend bekannte Namen zu gewinnen. Ohne ein entsprechend besetztes Teilnehmerfeld dürfte es schwierig werden, Sponsoren, Medienpartner und Zuschauer für das neue Konzept zu gewinnen.
Entscheidung über LIV Golf bis zum 30. Oktober?
Die nächste wichtige Frist ist der Freitag, 30. Oktober. Bis dahin soll nach den Bedingungen der Finanzierung durch den PIF eine Einigung über die Fortführung der Liga erreicht werden. Andernfalls könnte die Abwicklung des Unternehmens eingeleitet werden.
Die bisherigen Verhandlungen finden im Rahmen des amerikanischen Insolvenzverfahrens statt, das LIV Golf im September eingeleitet hatte. Der Rückzug des PIF als bisherigem Finanzier machte die Suche nach neuen Investoren erforderlich.
Die nun gemeldeten vorläufigen Spielerzusagen geben BC Partners zumindest eine Grundlage, die Gespräche fortzusetzen. Ob daraus eine tragfähige Vereinbarung entsteht, hängt von weiteren Spielerentscheidungen und der Lösung der offenen finanziellen Fragen ab.
Auch für den europäischen Golfsport ist der Ausgang von Bedeutung. Sollte LIV Golf 2.0 tatsächlich starten, müssten sich weitere Spieler zwischen einer Teilnahme an der neuen Liga und ihren Möglichkeiten auf der DP World Tour entscheiden.
Bis zum 30. Oktober dürfte sich zeigen, ob LIV Golf eine neue Zukunft erhält oder nach vier Spielzeiten endgültig abgewickelt wird.
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