
Nach der Genesis Championship in Südkorea stehen die Tourkarten-Entscheidungen für 2027 fest. Während Freddy Schott, Joel Girrbach und Maximilian Steinlechner ihre volle Spielberechtigung sichern, muss Marcel Siem neu planen. Für Nicolai von Dellingshausen sieht die Situation trotz einer Platzierung außerhalb der Top 100 deutlich besser aus.
Die reguläre Saison der DP World Tour ist beendet und damit auch der Kampf um die Tourkarten für 2027. Bei der Genesis Championship in Südkorea fiel am Sonntag die Entscheidung, welche Profis ihre volle Spielberechtigung behalten. Erstmals reichte dafür nur noch ein Platz unter den besten 100 Spielern des Race to Dubai. Im Vorjahr lag die Grenze bei Rang 110.
Für die deutschen, österreichischen und Schweizer Tourprofis fällt die Bilanz unterschiedlich aus. Freddy Schott hat die Qualifikation für die Playoffs bereits geschafft, Bernd Wiesberger kann sich sogar noch Hoffnungen auf eine PGA-Tour-Karte machen. Joel Girrbach und Maximilian Steinlechner bleiben ebenfalls voll spielberechtigt. Dagegen müssen sich Marcel Schneider und Marcel Siem mit einer deutlich schwierigeren Ausgangslage für 2027 beschäftigen.
Freddy Schott und Bernd Wiesberger spielen die Playoffs
Freddy Schott beendet die reguläre Saison auf Rang 44 des Race to Dubai. Der Deutsche hatte sich bereits im Februar mit seinem Sieg bei der Bahrain Championship für die kommenden Jahre abgesichert. Nun steht er auch im Teilnehmerfeld der beiden abschließenden Saisonturniere. Schott ist damit der bestplatzierte Deutsche der Jahreswertung und darf sich nach seiner erfolgreichen Saison auf die Abu Dhabi Championship vom 5. bis 8. November und das anschließende Saisonfinale in Dubai freuen.
Noch weiter vorne liegt Bernd Wiesberger. Der Österreicher beendet die reguläre Saison auf Rang zwölf und zählt damit zur Spitzengruppe der DP World Tour. Für ihn geht es in den Playoffs neben einer guten Platzierung im Race to Dubai auch um eine mögliche Rückkehr auf die PGA Tour. Die zehn bestplatzierten, noch nicht anderweitig qualifizierten Spieler der abschließenden Jahreswertung erhalten eine PGA-Tour-Spielberechtigung für 2027. Wiesberger befindet sich in diesem Rennen in einer aussichtsreichen Position. Die endgültige Entscheidung fällt allerdings erst nach dem Saisonfinale in Dubai.
Girrbach und Steinlechner sichern ihre Tourkarten
Auch Joel Girrbach kann seine Planung für die kommende Saison fortsetzen. Der Schweizer beendet die reguläre Saison auf Rang 82 und liegt damit innerhalb der entscheidenden Top 100. Seine volle Spielberechtigung für 2027 ist gesichert. Das gilt ebenfalls für Maximilian Steinlechner. Der Österreicher kommt auf Rang 90 und hat damit die notwendige Platzierung erreicht. Für beide Spieler ist die Saison allerdings nach der regulären Phase beendet, da sich nur die besten 70 Profis für die Abu Dhabi Championship qualifizieren. Steinlechner und Girrbach können sich nun auf die kommende Spielzeit konzentrieren, ohne erneut den Weg über die Qualifying School gehen zu müssen.
Von Dellingshausen bleibt trotz Rang 117 abgesichert
Ein genauerer Blick lohnt sich bei Nicolai von Dellingshausen. Der Deutsche belegt im Race to Dubai lediglich Rang 117 und verpasst damit die Top 100 deutlich. Trotzdem muss er sich um seine Tourkarte für 2027 keine Sorgen machen. Grund dafür ist sein Sieg bei der Austrian Alpine Open 2025. Durch diesen Erfolg verfügt von Dellingshausen über eine mehrjährige Siegerkategorie, die ihm auch in der kommenden Saison Startmöglichkeiten auf der DP World Tour sichert.
Seine Platzierung in der Jahreswertung hat deshalb andere Konsequenzen als bei Spielern, deren Spielberechtigung ausschließlich vom Race to Dubai abhängt. Von Dellingshausen verpasst zwar die Playoffs, seine sportliche Zukunft auf der Tour ist durch den Turniersieg aber weiterhin abgesichert.
Marcel Schneider und Marcel Siem müssen neu planen
Schwieriger ist die Situation für Marcel Schneider. Der Deutsche beendet die reguläre Saison auf Rang 120 und verpasst damit sowohl die Top 100 für die volle Spielberechtigung als auch die Plätze 101 bis 110, für die eine eingeschränkte Tourkarte vorgesehen ist. Auch Marcel Siem muss sich auf veränderte Bedingungen einstellen. Der sechsmalige DP-World-Tour-Sieger beendet die reguläre Saison auf Rang 137. Bei der Genesis Championship hatte er nach einer Auftaktrunde von 81 Schlägen seine Teilnahme zurückgezogen. Seine bisherige Siegerkategorie aus dem Erfolg bei der Italian Open 2024 läuft am Ende der Saison aus.
Für beide Spieler kommen nun andere Wege in Betracht, um sich Startmöglichkeiten für 2027 zu sichern. Eine Option ist die Qualifying School, deren Final Stage vom 6. bis 11. November in Spanien stattfindet. Ob Schneider oder Siem dort antreten werden, ist bislang nicht bestätigt. Auch Thomas Rosenmüller verpasst mit Rang 119 die Top 100. Bei ihm sind weitere bestehende Startrechte für die kommende Saison ebenfalls gesondert zu berücksichtigen.
Dramatische Rettung auf den letzten vier Löchern
Wie eng es im Kampf um die Tourkarten zuging, zeigte sich besonders bei Sean Crocker. Der Amerikaner lag während der Schlussrunde in Südkorea zeitweise außerhalb der entscheidenden Top 100. Vier Birdies auf den letzten vier Löchern brachten ihm eine 68er-Runde und schließlich exakt Rang 100 im Race to Dubai. Auch Matteo Manassero rettete sich mit Rang 98 über die Grenze. Beide behalten damit ihre volle Spielberechtigung für 2027.
Einen besonders großen Sprung machte Yuto Katsuragawa. Der Japaner war als Nummer 106 der Jahreswertung nach Südkorea gereist und gewann die Genesis Championship mit zwei Schlägen Vorsprung. Damit verbesserte er sich auf Rang 28 und qualifizierte sich zugleich für beide Playoff-Turniere.
Die nächsten Entscheidungen fallen in Abu Dhabi und Dubai
Mit dem Ende der regulären Saison stehen die Tourkarten-Entscheidungen über das Race to Dubai fest. Der Kampf um die Jahreswertung und die PGA-Tour-Karten geht dagegen weiter. Vom 5. bis 8. November treten die besten 70 Spieler bei der Abu Dhabi Championship an. Anschließend erreichen die besten 50 verfügbaren Spieler das DP World Tour Championship vom 12. bis 15. November in Dubai.
Für Freddy Schott und Bernd Wiesberger bleibt die Saison damit spannend. Während Schott seine bislang erfolgreiche Spielzeit mit weiteren guten Ergebnissen abschließen möchte, könnte Wiesberger über das Race to Dubai sogar der Sprung zurück auf die PGA Tour gelingen.
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