
Die DP-World-Tour-Saison startet traditionell früh im Kalender und bietet bereits im ersten Turnier oft richtungsweisende Eindrücke. In Brisbane setzte der Spanier David Puig ein deutliches Zeichen. Mit einem zwei Schläge Vorsprung gewann er die BMW Australian PGA Championship im Royal Queensland Golf Club und holte sich seinen ersten Titel auf der Tour. Da er als zweiter Spanier nach Seve Ballesteros in die Siegerliste einging, erhielt dieser Erfolg eine historische Note.
Frühe Birdies prägen den Turnierverlauf
Schon zu Beginn der Schlussrunde zeigte Puig, wie konzentriert er in die neue DP-World-Tour-Saison startet. Drei Birdies auf den Bahnen zwei, drei und vier verschafften ihm einen Vorsprung, der die Richtung des weiteren Tages vorgab. Sein kontrolliertes Spiel auf den Grüns hielt ihn dauerhaft im Spitzenbereich. Der Schlaggewinn auf der Acht verstärkte seine Position, und auf der 13 blieb er mit einem präzisen Eisen erneut in Kontrolle.
Weil er danach alles sicher verwaltete, blieb seine Scorekarte am Sonntag fehlerfrei. Besonders der Par-Save an der 16 hatte Bedeutung, da Wenyi Ding in dieser Phase stärker aufspielte. Doch Puig behielt die Ruhe und setzte auch auf den letzten beiden Bahnen auf solide Pars.
Wenyi Ding bleibt der engste Verfolger
Der Chinese Wenyi Ding griff am Sonntag mehrfach an und brachte sieben Birdies auf seine Karte. Obwohl zwei Bogeys seinen Rhythmus kurz störten, blieb er bis zum Ende gefährlich. Mit 16 unter Par wurde er alleiniger Zweiter und untermauerte seine Rolle als einer der auffälligeren jungen Spieler der noch jungen DP-World-Tour-Saison.
Dahinter folgten Marc Leishman und Nick Voke mit 15 unter Par. Beide nutzten ihre Erfahrung, kamen jedoch nicht mehr ganz an die Schlagzahl an der Spitze heran.
Historische Parallelen für spanisches Golf
Da Puig mehrfach auf Seve Ballesteros verwies, entstand ein klarer Bezug zur Geschichte. Obwohl er Ballesteros nie live erlebt hat, orientiert er sich an dessen Stil im kurzen Spiel und der Herangehensweise an Drucksituationen. Mit dem Sieg in Australien setzt er einen Akzent, der in Spanien traditionell Beachtung findet. In der jungen DP-World-Tour-Saison könnte dieser Erfolg ein Hinweis darauf sein, dass Puig sich dauerhaft weiter vorne etablieren möchte.
Der Blick auf die deutschen Spieler
Die deutschen Starter präsentierten sich solide, jedoch ohne Anschluss an die absolute Spitze. Freddy Schott erreichte mit 279 Schlägen den geteilten 41. Rang. Er spielte an Tag zwei eine 67 und hielt sich in Reichweite, konnte diese Position aber nicht stabilisieren. Mit einer 69 am Finaltag zeigte er dennoch, dass er in Form ist, was für die kommenden Wochen der DP-World-Tour-Saison wichtig sein kann.
Yannik Paul landete auf dem geteilten 56. Platz. Seine ersten beiden Runden waren stabil, doch am Wochenende verlor er an Boden. Die Schlussrunde mit 74 Schlägen bestätigte, dass die konstant tiefen Scores noch fehlen. Trotzdem sammelte er Punkte für die Jahreswertung und bleibt im Tourrhythmus.
Die Bedeutung des Opening Swing für die DP-World-Tour-Saison
Der sogenannte Opening Swing, zu dem die Australian PGA Championship gehört, prägt den frühen Abschnitt der DP-World-Tour-Saison. Viele Spieler testen in dieser Phase ihr Spiel unter ganz anderen Bedingungen als in Europa. Da Wind und festere Fairways in Australien oft bestimmende Faktoren sind, verlangt das Setup ein klares strategisches Vorgehen. Puig nutzte dieses Umfeld, weil sein Spiel an allen vier Tagen stabil war.
Gerade der frühe Zeitpunkt des Turniers bietet jungen Spielern die Möglichkeit, sich zu zeigen und Punkte zu sammeln, bevor die Tour im Frühjahr nach Europa zurückkehrt.
Eine Entwicklung mit internationaler Breite
Puigs Erfolg zeigt, wie international die DP-World-Tour-Saison inzwischen aufgestellt ist. Spieler aus China, Australien, Neuseeland, England und Portugal belegten die vorderen Plätze. Die Leistungsdichte wächst weiter, und das Turnier in Brisbane verdeutlichte dies erneut.
Da Ding, Leishman und Voke ebenfalls stark starteten, ist davon auszugehen, dass die frühen Turniere Spannung bieten. Für deutsche Spieler bleibt das Ziel, sich stabiler in den Top 30 zu platzieren, um im weiteren Tourverlauf bessere Ausgangslagen zu haben.
Ein Auftakt, der neugierig macht
Puigs Sieg bringt ihn früh in eine vielversprechende Position im Race to Dubai, das die DP-World-Tour-Saison prägt. Die 3.000 Punkte aus Brisbane verschaffen ihm Luft, obwohl noch viele Wochen anstehen. Sein Spiel wirkte strukturiert und ruhig, was für den weiteren Verlauf der Saison wertvoll sein kann. Dieser Erfolg dürfte zudem das Interesse an seiner Entwicklung erhöhen, weil er technische Klarheit zeigte und gleichzeitig die Verbindung zu einer der prägenden Figuren des europäischen Golfs betonte.
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