
Ein U.S. Team kann 2026 doch noch gewinnen: Beim Presidents Cup drehen die Amerikaner am Finaltag einen Drei-Punkte-Rückstand.
Neun Siege bringen die Wende
Das U.S. Team hat den Presidents Cup 2026 nach einem bemerkenswerten Finaltag mit 17:13 gewonnen. Die Mannschaft von Captain Brandt Snedeker war im Medinah Country Club mit 7,5:10,5 in die zwölf Einzel gegangen. Am Sonntag änderte sich das Bild jedoch grundlegend: Die Amerikaner holten 9,5 der zwölf möglichen Punkte und entschieden damit den Wettbewerb für sich.
Das International Team gewann nur zwei Einzel. Tom Kim setzte sich gegen Wyndham Clark durch, Sungjae Im bezwang Sam Burns. Nick Taylor und Russell Henley teilten ihr Match. Alle übrigen neun Partien gingen an die Gastgeber. Damit baute das U.S. Team seine Serie beim Presidents Cup auf elf Siege nacheinander aus.
Bridgeman sichert den Cup
Den entscheidenden Punkt holte Jacob Bridgeman gegen Min Woo Lee. Das Match ging ausgeglichen auf das 18. Loch. Lee konnte dort seine Birdie-Chance nicht nutzen, während Bridgeman die Partie mit 1 auf für sich entschied. Damit hatte das U.S. Team die notwendige Marke für den Gesamtsieg erreicht.
Bridgemans Punkt passte zum Verlauf eines Sonntags, an dem die Amerikaner mehrere enge Matches auf den zweiten neun Löchern auf ihre Seite zogen. Gerade dort konnte das International Team die gute Ausgangslage aus den ersten drei Tagen nicht mehr nutzen.
Koivun dreht sein Einzel
Eine wichtige Rolle spielte auch Jackson Koivun. Der 21 Jahre alte Presidents-Cup-Debütant bezwang Si Woo Kim mit 2 auf und beendete seine Woche mit einer Bilanz von zwei Siegen und einem geteilten Match. Koivun hatte nach neun Löchern noch zwei zurückgelegen.

Jackson Koivun steuerte beim Presidents Cup 2026 wichtige Punkte zum 17:13-Sieg des U.S. Teams bei. (Foto: Getty Images)
Danach änderte sich der Verlauf. Koivun gewann die Löcher 11, 12 und 13 und übernahm die Führung. Si Woo Kim hielt die Partie bis zum Schluss offen, doch Koivun entschied das 18. Loch mit einem Birdie für sich. Damit brachte er die Amerikaner dem Gesamtsieg einen weiteren großen Schritt näher.
Morikawa gewinnt auf der 18
Auch Collin Morikawa musste gegen Hideki Matsuyama bis zum letzten Loch kämpfen. Matsuyama hatte früh geführt und lag nach zwölf Löchern erneut vorne. Morikawa hielt den Rückstand jedoch klein und brachte das Match vor dem Schlussloch zurück auf Gleichstand.
Auf der 18 entschied der Amerikaner schließlich die Partie mit 1 auf für sich. Es war eines jener engen Einzel, die am Sonntag zugunsten des U.S. Teams kippten und den Drei-Punkte-Rückstand aus der Nacht zuvor verschwinden ließen.
Young setzt das erste Zeichen
Cameron Young eröffnete den Finaltag mit einem 3-und-2-Sieg gegen Ryo Hisatsune. Damit verkürzte das U.S. Team sofort seinen Rückstand. Tom Kim antwortete allerdings und schlug Wyndham Clark ebenfalls 3 und 2.
Danach folgten zwei amerikanische Punkte. Justin Thomas ließ Corey Conners beim 5-und-3-Erfolg kaum eine Chance. Scottie Scheffler bezwang Nico Echavarria anschließend 2 und 1. Nach vier beendeten Partien hatte sich die Lage damit bereits deutlich zugunsten der Gastgeber verschoben.
Im hält für die Internationalen dagegen
Sungjae Im stoppte die amerikanische Serie vorübergehend. Der Südkoreaner gewann gegen Sam Burns 3 und 1. Im hatte früh die Führung übernommen und lag während der Partie nie zurück. Burns konnte das Match mehrfach ausgleichen, kam aber nicht vorbei.
Doch weitere Punkte für das International Team blieben zunächst aus. Chris Gotterup bezwang Christiaan Bezuidenhout, während Patrick Cantlay gegen Adam Scott gewann. Dadurch geriet die Führung der internationalen Auswahl zunehmend unter Druck.
Cantlay liefert wichtigen Punkt
Cantlays Einzel gegen Scott blieb lange offen. Der Amerikaner setzte sich am Ende mit 2 und 1 durch. Auch dieser Punkt fiel in eine Phase, in der sich auf dem Leaderboard immer mehr rote Ergebnisse zugunsten des U.S. Teams zeigten.
Russell Henley und Nick Taylor trennten sich später unentschieden und erhielten jeweils einen halben Punkt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bridgeman den Gesamtsieg gegen Min Woo Lee bereits gesichert.
Schauffele setzt den Schlusspunkt
Xander Schauffele spielte das letzte Einzel gegen Ryan Fox. Der Amerikaner ging an den Löchern fünf und sechs in Führung und baute seinen Vorsprung auf der Neun weiter aus. Fox verkürzte spät noch einmal, konnte das Match aber nicht mehr drehen.
Schauffele gewann 2 und 1 und sorgte damit für den letzten vollen Punkt des Wettbewerbs. Aus dem 7,5:10,5 vor den Einzeln war ein 17:13 für das U.S. Team geworden.
Freitag gehört dem International Team
Dass der Presidents Cup am Sonntag noch in diese Richtung kippen würde, war nach dem Freitag kaum absehbar. Das U.S. Team hatte die Fourballs am Donnerstag zunächst mit 3:2 gewonnen. Scottie Scheffler und Sam Burns sowie weitere amerikanische Paarungen sorgten für die knappe Führung nach der ersten Session.
Am Freitag folgte jedoch die Antwort des International Teams. Die Mannschaft von Captain Geoff Ogilvy gewann alle fünf Foursomes. Aus dem 2:3 wurde dadurch eine 7:3-Führung. Die Amerikaner blieben in der gesamten Session ohne Punkt.
Samstag blieb der Vorsprung bestehen
Das U.S. Team reagierte am Samstagmorgen. Die Gastgeber entschieden die vier Fourballs mit 2,5:1,5 für sich und verkürzten auf 5,5:8,5. Scottie Scheffler und Sam Burns holten dabei einen wichtigen Punkt, nachdem Scheffler an den ersten beiden Tagen noch nicht den erhofften Einfluss auf das amerikanische Ergebnis gehabt hatte.
Am Nachmittag wurden die vier Foursomes geteilt. Beide Mannschaften holten jeweils zwei Punkte. Besonders wichtig für die Internationalen war der Sieg von Corey Conners und Nick Taylor gegen Russell Henley und Jacob Bridgeman. Das kanadische Duo lag nach drei Löchern bereits drei zurück, gewann aber noch mit 1 auf.
Drei Punkte Vorsprung vor den Einzeln
Damit ging das International Team mit 10,5:7,5 in den Sonntag. Es war das erste Mal in der Geschichte des Presidents Cup, dass die internationale Auswahl auf amerikanischem Boden vor den abschließenden Einzeln führte.
Fünf Punkte aus zwölf Partien hätten dem Team von Geoff Ogilvy zum Gesamtsieg gereicht. Das U.S. Team benötigte dagegen acht Punkte. Am Ende holten die Amerikaner sogar 9,5.
Medinah erlebt die nächste Wende
Der Austragungsort gab dem Verlauf eine zusätzliche historische Note. Auf Course No. 3 des Medinah Country Club hatte Europa 2012 beim Ryder Cup einen 6:10-Rückstand vor den Einzeln noch in einen 14,5:13,5-Sieg verwandelt. Vierzehn Jahre später gelang nun der amerikanischen Presidents-Cup-Mannschaft auf demselben Platz eine Wende am Finaltag.
Diesmal waren es drei Punkte, die das U.S. Team am Sonntag aufholen musste. Mit dem 9,5:2,5 in den Einzeln fiel die Entscheidung am Ende sogar deutlich aus.
International Team verpasst seine Chance
Für das International Team endete damit eine Woche, die lange auf einen möglichen zweiten Sieg in der Geschichte des Wettbewerbs hingedeutet hatte. Der bislang einzige Erfolg stammt aus dem Jahr 1998 in Royal Melbourne. 2003 endete der Presidents Cup unentschieden.
Vor dem Finaltag 2026 hatte die Mannschaft erstmals bei einem Presidents Cup in den Vereinigten Staaten eine Führung mit in die Einzel genommen. Vor allem der 5:0-Erfolg in den Foursomes am Freitag hatte dafür die Grundlage gelegt.
Amerikanische Serie hält
Für das U.S. Team war es der elfte Presidents-Cup-Sieg in Folge. Die Amerikaner waren mit einer Gesamtbilanz von 13 Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden nach Medinah gekommen. Mit dem Erfolg 2026 steht die Bilanz nun bei 14 Siegen, einer Niederlage und einem Remis.
Die Zahlen des Sonntags erklären den Ausgang klar: Neun gewonnene Einzel, zwei Niederlagen und ein geteiltes Match brachten dem U.S. Team 9,5 Punkte. Das International Team kam lediglich auf 2,5.
Keine Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Profis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren beim Presidents Cup 2026 nicht vertreten. Der Grund liegt im Format des Wettbewerbs. Das International Team setzt sich aus Spielern zusammen, die weder für die Vereinigten Staaten noch für Europa antreten.
Europäische Spieler gehören deshalb grundsätzlich nicht zum International Team. Für Profis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Ryder Cup der entsprechende Mannschaftswettbewerb gegen die Vereinigten Staaten.
Der Blick auf 2028
Mit dem 17:13 bleibt der Presidents Cup mindestens bis zur nächsten Austragung in amerikanischer Hand. Für das International Team bleibt dagegen die Frage, wie eine über drei Tage aufgebaute Führung künftig auch durch die zwölf Einzel getragen werden kann.
In Medinah lag die Mannschaft von Geoff Ogilvy nach Freitag vier Punkte und vor dem Finaltag noch drei Punkte vorne. Am Sonntag änderte das 9,5:2,5 in den Einzeln jedoch die gesamte Bilanz des Presidents Cup 2026.
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