
Geduld auf den Front Nine, Kontrolle auf den Back Nine
Patrick Reed hat das Hero Dubai Desert Classic mit einem Vier-Schläge-Vorsprung gewonnen und damit seinen vierten Titel auf der DP World Tour gefeiert. Der Amerikaner blieb am Finaltag auf dem Majlis Course im Emirates Golf Club lange ohne Glanzmomente, doch er verlor auch dann nicht die Ruhe, als sein Vorsprung zeitweise schrumpfte.
Auf den ersten neun Löchern spielte Reed acht Pars und notierte ein Bogey. Damit ging er zwar weiterhin in Führung in die zweiten Neun, aber der Abstand zur Konkurrenz halbierte sich. Weil im hinteren Teil des Feldes mehrere Spieler Druck aufbauten, bekam die Schlussrunde phasenweise den Charakter eines Wartespiels: Reed blieb im Plan, während die Verfolger auf ihre Chancen setzten.
Puig verkürzt, Reed setzt Zeichen an der 10
Besonders David Puig brachte Bewegung ins Klassement. Der Spanier spielte ab Loch acht drei Birdies in Serie und war zwischenzeitlich nur noch einen Schlag entfernt. Reed antwortete jedoch unmittelbar: Sein erstes Birdie des Tages gelang an der Zehn, und damit stabilisierte er die Führung in einem Moment, in dem das Turnier zu kippen drohte.
Der entscheidende Abstand entstand kurz darauf an Loch 13. Reed traf dort zum Birdie, während Puig auf derselben Bahn einen Schlag abgab. Dadurch wuchs der Vorsprung wieder auf vier Schläge an, und weil Reed in der Folge auf Sicherheit setzte, blieb der Ausgang klar. Mit Pars auf den letzten Bahnen brachte er das Ergebnis über die Linie und kam in der Finalrunde auf eine 72. In der Addition stand Reed bei 14 unter Par – genug für den Titel und für seinen ersten Sieg in der Rolex Series.
Für Reed hat dieser Erfolg auch eine Vorgeschichte: 2023 war er beim gleichen Turnier Zweiter geworden, nun gelang ihm der Schritt zum Titel. Mit dem Sieg ist er zudem der sechste amerikanische Gewinner der Dallah Trophy. Die Schlussrunde zeigte dabei weniger einen Sturmlauf als einen kontrollierten Tag, an dem Reed nach schwieriger erster Hälfte die richtigen Impulse setzte und danach Fehler vermied.
Sullivan Zweiter, Guerrier mit starkem Wochenende
Hinter Reed spielte Andy Sullivan auf Rang zwei. Der Engländer lag nach einem wackligen Beginn kurzzeitig zurück, fand aber wieder Stabilität und beendete seine Runde mit Birdie-Birdie. Mit einer 71 unterschrieb er für zehn unter Par und damit für Platz zwei.
Rang drei sicherte sich Julien Guerrier. Der Franzose kam mit Eagle, zwei Birdies und einem Bogey ins Clubhaus und erzielte damit sein bislang bestes Resultat bei einem Rolex-Series-Event. Einen Schlag dahinter folgte eine Gruppe bei acht unter Par: Nicolai Højgaard, Francesco Molinari sowie Jayden Schaper, der als Führender der Race-to-Dubai-Wertung in die Woche gegangen war.
Puig beendete das Turnier bei sieben unter Par, wobei seine Schlussrunde durch eine Zwei-Schläge-Strafe am letzten Loch geprägt wurde, nachdem er im Bunker den Schläger geerdet hatte. Gemeinsam mit ihm kamen Ricardo Gouveia und Marcus Armitage auf sieben unter Par.
Deutsche Spieler im Mittelfeld
Aus deutscher Sicht blieb ein Sprung in die Spitzengruppe aus, obwohl drei Spieler den Cut schafften. Marcel Schneider und Nicolai von Dellingshausen beendeten das Turnier geteilt auf Rang 33. Beide kamen auf zwei unter Par, wobei Schneider in Runde vier eine 74 spielte und von Dellingshausen mit einer 71 abschloss.
Freddy Schott landete auf dem geteilten 49. Platz. Sein Gesamtergebnis lag bei eins über Par, und damit blieb er im hinteren Mittelfeld der Spieler, die alle vier Runden absolvierten.
Marcel Siem erreichte das Wochenende nicht: Nach Runden von 72 und 76 Schlägen verpasste er den Cut.
Rolex Series und Race to Dubai
Das Hero Dubai Desert Classic war mit neun Millionen US-Dollar dotiert und zugleich das erste Rolex-Series-Event der Saison. Außerdem zählte das Turnier als siebte Station der Race to Dubai und als zweiter Wettbewerb der International Swing. Damit setzte Dubai früh im Kalender ein sportliches Signal, weil in dieser Phase bereits wichtige Punkte und Positionen vergeben werden.
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