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Dominik Ramspott

Gesünder Golfen mit Physiotherapie

Optimal ist besser als perfekt – Der Physiotherapeut Dominik Ramspott unterstützt Golfer dabei, den für sie optimalen Golfschwung zu finden. Technisch ist der nicht immer perfekt – aber er erlaubt ein Golfspiel ohne Schmerzen und Überlastungen.

Kennen Sie die technischen Voraussetzungen für einen perfekten Abschlag? Vermutlich gehören Sie zur Mehrheit der Golfer, die einen vorbildlichen Golfschwung zumindest in der Theorie genau beschreiben können. Schwieriger wird es, wenn das Ganze auf den Platz gebracht werden soll. Glaubt man Dominik Ramspott, liegt das aber keineswegs immer an einem Mangel an Übung oder Talent: „Ich sehe die Ursache für Fehler nicht in der Technik per se, sondern in der Anatomie und der Biomechanik des Golfers”, sagt der Golf-Physiotherapeut aus München. Er ist der Ansicht, dass die körperlichen Voraussetzungen der Sportler und Sportlerinnen im normalen Golfunterricht zu wenig berücksichtigt werden. „Der Golfschwung ist eine sehr anspruchsvolle Bewegung mit zum Teil hohen Belastungen in den Gelenken. Wenn eines dieser Gelenke nicht mitmacht, kann man das noch kompensieren. Habe ich aber in mehreren Gelenken Schmerzen oder Beweglichkeitseinschränkungen, wird es sehr schwierig, den Schwung so umzusetzen, wie der Golflehrer es vorgibt. Leider wird eine solche körperliche Ursache nicht von allen Teaching Pros erkannt”, sagt der 30-jährige, mit HCP -3,9, der in seiner Jugend fünf Jahre lang Golf-Ranglistenturniere gespielt hat. Das Ergebnis seien Golfer mit schmerzenden Überlastungen in Gelenken, Muskeln und Sehnen, die schließlich aufgrund der Beschwerden in seine Praxis kämen. Diese befindet sich im Arabellapark, unweit der Golfanlagen München Riem und Aschheim.

Widerstandstraining am Spezial-Seilzug

Dominik Ramspott berichtet von einem 40-jährigen Patienten, der aufgrund starker Schmerzen im Oberkörper nicht mehr golfen konnte: „Er hatte von seinem Golflehrer den Tipp bekommen, seinen rechten Ellenbogen beim Abschlag nah am Körper nach unten zu ziehen, um mehr von innen an den Ball zu schlagen. Den Rat hat er befolgt. Weil er sich fortan aber bei jedem Schlag den Ellenbogen in die Rippe stieß, kam es zu einer Rippenfellentzündung”. Als der Golfer seinen Schwung  in der Praxis vorführte, war schnell klar, was ihn tatsächlich davon abhielt, den Ball korrekt anzusprechen: „Er hatte im Durchschwung keinerlei Gewichtsverlagerung auf das linke Bein und hat das Becken nicht mitbewegt”, so Ramspott. Um seinem Patienten die korrekte Bewegungsabfolge nahezubringen und die Auswirkungen für ihn unmittelbar spürbar zu machen, ließ der Physiotherapeut den Golfer an einem Seilzuggerät durchschwingen. „Durch den Widerstand des Seilzugs bekommen meine Patienten ein Gefühl für die richtige Bewegung bei den Parts des Golfschwungs, die Ihnen Probleme bereiten”, erläutert Dominik Ramspott. Es sei ihm wichtig, dass die Golfer verstehen, wie ein gesunder Abschlag aufgebaut ist: Wie läuft die Bewegung in den einzelnen Gelenken ab? Wie ist das Timing der Gelenke, damit der Ball geschlagen werden kann? Durch dieses Wissen ließen sich viele Fehlerquellen, die zu Überlastung und Verletzungen führen, erfolgreich abstellen, sagt der Physio-Experte. Zu seiner Behandlung gehören in der Regel auch Übungen, die Kraft, Stabilität und Beweglichkeit in den Golfer-Gelenken verbessern sollen. Entscheidend sei aber, stets den individuellen Behandlungsbedarf eines Patienten zu ermitteln und unter Berücksichtigung bestehender Erkrankungen oder Beweglichkeitseinschränkungen eine optimal umsetzbare Schwungtechnik zu finden. „In der Regel verbessert sich dadurch auch das Handicap. Denn wenn ich keinen Schmerz im Schwung habe, kann ich natürlich auch lockerer und einfacher den Ball schlagen”, so die Erfahrung des Therapeuten.

Dominik Ramspott

Mehr Prävention, weniger Therapie

Dass die meisten Golfer eine Physiotherapie-Praxis erst dann betreten, wenn sie bereits Beschwerden haben, findet Ramspott bedauerlich: „Viel besser wäre es, wenn Golfanfänger und -wiedereinsteiger sich ihre körperlichen Voraussetzungen bewusst machen, bevor sie ein ambitioniertes Training beginnen. Ein erfahrener Physiotherapeut kann mögliche Schwachpunkte erkennen und helfen, Überlastungen und Verletzungen vorzubeugen”. Neben einer individuellen Korrektur oder Anpassung des Golfschwungs gehört zu einer präventiven Golf-Physiotherapie die Erarbeitung einfacher, aber effektiver Übungen, die der Golfer bzw. die Golferin selbstständig und auch jenseits des Golfplatzes durchführen kann. „Es ist nicht nötig, dass meine Patienten mehrmals wöchentlich zu mir in die Praxis kommen. Die meisten Übungen lassen sich gut zu Hause praktizieren und in den Alltag integrieren. Wichtig ist nur, dass man sie regelmäßig, also zwei- bis dreimal die Woche, macht”.

Aufwärmübungen und Ausgleichssport

Als weitere Präventivmaßnahmen für ein gesundes Golfspiel empfiehlt Dominik Ramspott Ausgleichssport und ein Aufwärmtraining vor jeder Golfrunde: „Es ist wichtig, eine Ausgleichssportart zu machen, damit man nicht immer nur die einseitige Rotationsbewegung des Golfschwungs ausübt, sondern den Körper auch mal anderweitig belastet”. Geeignet seien vor allem Schnellkraft-Disziplinen, die, wie beim Golfsport, die schnell verkürzenden Muskelgruppen trainieren. Dazu zählen zum Beispiel Wurf- und Schlagsportarten. Aber auch ein Ausdauertraining in Form von Laufen oder Radfahren sei von Vorteil, so der Physiotherapeut. Von einem Kaltstart am ersten Abschlag hält er nichts, auch wenn dieser bei den meisten Golfern üblich ist: „Das ist Stress für unseren Körper. Ich kann wirklich nur empfehlen, sich vor der Runde fünf Minuten Zeit zu nehmen, um zumindest große Gelenke wie Hüfte, Wirbelsäule, Schultern, Knie und Hände aufzuwärmen und zu dehnen. Das kostet weniger Zeit, als wegen einer Überlastung oder Verletzung pausieren zu müssen.”

Golfschwung-Analyse

Dominik RamspottMithilfe eines  Schaumstoffballs kann der Abschlag in der Physiotherapie-Praxis von Dominik Ramspott simuliert werden. Dabei analysiert der Therapeut die Ansprechposition, die Körperhaltung und die Schwungbewegung des Golfers, um mögliche Fehlerquellen auszumachen.

Rückschwung am Seilzug

Dominik RamspottBei der Simulation des Rückschwungs am Seilzuggerät werden durch den Widerstand die Muskeln spürbar, die für den Aufbau der Vorspannung wichtig sind. Durch eine Drehung in die rechte Seite wird im rechten Knie eine Spannung nach innen aufgebaut.

Rotationsübung

Dominik RamspottDie Rotationsübung mit Widerstand macht die am Abschwung beteiligten Muskelgruppen spürbar. Da die Hände nicht unterstützen können, kommt es auf eine korrekte Rotation aus der Hüfte an. Eine Rotation in der Lendenwirbelsäule wird bewusst vermieden.

Power und Kontrolle

Dominik Ramspott

Durch das Einstellen unterschiedlicher Widerstandsstärken kann der Effekt der Handposition am Golfschläger verdeutlicht werden. Diese Übung hilft dem Golfer, ein Gespür für die Schlägerführung zu bekommen und mehr Länge in seine Schläge zu bringen.

Dominik Ramspott

Dominik Rammspott im Interview

Herr Ramspott, Sie golfen selbst und waren in Ihrer Jugend sogar als Golf-Leistungssportler aktiv. Helfen Ihnen diese Erfahrungen bei der Beratung ihrer Golf-Physio-Patienten?

Auf jeden Fall! Es ist ein großer Vorteil, wenn man die gleiche Sprache spricht. In vielen Bereichen hilft es auch, wenn ich das Leiden des Golfers selbst schon erlebt habe, sowohl körperlich als auch technisch. Das schafft eine gute Vertrauensbasis beim Patienten – einen  Austausch auf Augenhöhe. Dennoch scheine ich mit meiner Erfahrung aktuell noch eine Alleinstellung zu haben, selbst unter den Golf-Physiotherapeuten. Bei den Weiterbildungen, an denen ich in diesem Bereich teilgenommen habe, war außer mir niemand dabei, der viel länger als ein Jahr selbst Golf gespielt hat.

 

Hatten Sie es selbst schon mit golfbedingten Beschwerden zu tun?

Als Golf-Leistungssportler hatte ich natürlich auch Probleme mit meinem Rücken. Ich war damals 14 Jahre alt, habe sechsmal pro Woche trainiert und ca. 23 Turniere im Jahr gespielt. Eines Tages hatte ich im unteren Rücken einen stechenden Schmerz und konnte nur unter Schmerzmittel weiter golfen. Daraufhin ging ich zum Arzt und es wurde festgestellt, dass ich durch ein zu schnelles Wachstum und intensives, einseitiges Training meinen Rücken überlastet habe. Dem folgten mehrere Einheiten beim Physiotherapeuten und sehr viele Stunden in der Kraftkammer. Danach hatte ich nur noch sehr selten mit Beschwerden dieser Art zu tun. Positiv war, dass meine Technik sich durch das zusätzliche Krafttraining enorm verbessert hat.

 

Sie bemängeln, dass die körperlichen Voraussetzungen von Golfern im Technikunterricht zu wenig berücksichtigt werden. Haben Sie eine Idee, wie man das ändern könnte?

Ich denke, zu Problemen kommt es hauptsächlich aufgrund eines falschen Verständnisses vom Golfschwung. Der Golflehrer fokussiert sich auf Ballflug und Technik. Also sprich: Wie kommt der Schläger in welcher Ebene zum Ball? Für mich ist das zwar genauso relevant, aber ich berücksichtige zudem die Anatomie bzw. die Biomechanik des Golfers. Wenn ich weiß, dass er in einem Gelenk schon eine Verletzung hatte und dieses daher nicht optimal bewegen kann, ist für mich als Golf-Physiotherapeut klar, dass er die geforderte Schwungtechnik nicht ideal umsetzen wird. Im Gegensatz zum herkömmlichen Golf-Techniktraining findet der Bezug zu Körper und Gesundheit des Golfschülers in der Physiotherapie mehr Beachtung. Vielleicht sollte die PGA in Erwägung ziehen, die Golflehrer in den biomechanischen Aspekten des Sports ebenfalls besser zu schulen.

Dominik Ramspott

Sprechen Sie sich in solchen Fällen mit den Golflehrern Ihrer Patienten ab, um über körperliche Einschränkungen aufzuklären? 

Ja, es kommt vor, dass ich quasi zwischen den körperlichen Belangen des Patienten und der technischen Sicht seines Golflehrers vermittle. So lassen sich viele Missverständnisse ausräumen. Der Golflehrer und ich wollen ja in der Regel das Selbe, nur die Denk- und Herangehensweise ist eine andere. Wenn ich dem Golflehrer berichte, dass mein Patient gerade eine Entzündung im Gelenk hat und er deshalb seine Bewegung nur eingeschränkt ausführen kann, wird klar, warum er die vom Lehrer geforderte Technik nicht umsetzen kann.

 

Wie läuft eine Erstberatung bei Ihnen ab?

Die Erstberatung in der Golf-Physiotherapie umfasst Anamnese, Untersuchung und Screening. Die Anamnese ist ein Gespräch über die Krankheitsgeschichte des Patienten: Welche Verletzungen, Operationen und sonstige Beschwerden gab es in letzter Zeit? Bei der Untersuchung werden die aus der Anamnese gewonnenen Kenntnisse am Körper überprüft und bestätigt oder verworfen. Als dritten Part mache ich ein Beweglichkeits- und Stabilitäts-Screening, bei dem ich den Patienten verschiedene Bewegungen ausführen lasse. Hierbei geht es mir darum, einen Überblick über die Beweglichkeit und Stabilität in den Gelenken zu bekommen. Darauf baut sich dann die Behandlung auf.

 

Wie lange dauert es in der Regel, bis Golfer mithilfe von Physiotherapie und Training den für sie optimalen Bewegungsablauf und eine gute körperliche Fitness erreicht haben?

Das hängt von mehreren Faktoren ab: Habe ich es mit einem Golfer zu tun, der gesund ist und Zeit hat, zwei- bis dreimal die Woche zu trainieren, ist es innerhalb weniger Wochen bis Monate möglich, eine Anpassung oder Umstellung seines Schwungs zu realisieren. Wenn Patienten aber bereits mit einer Verletzung in meine Praxis kommen, kurieren wir diese natürlich erst einmal aus. Danach kann man anfangen, an Beweglichkeitsdefiziten zu arbeiten und die Kraft sowie Stabilität von Muskeln und Gelenken zu trainieren.

Vita

Dominik Ramspott

+ 2014 Nach Abschluss des Bachelor of Science in Physiotherapie an der Hochschule Utrecht fing Ramspott als Physiotherapeut in der Praxis Ortho Reha Sport in München an. 2015 übernahm er die Praxis-Geschäftsführung.

+ 2011–2013 Abschluss der Ausbildungen zum Physiotherapeuten, zum Golf-Physiotrainer sowie zum Golf- Physiotherapeuten.

+ Als 14-Jähriger spielt er im Leistungskader verschiedener bayerischer Golf Clubs und erreicht u.a. den 4. Platz der Bayerischen Meisterschaften AK14 mit HCP -4,0

+ Mit 6 Jahren steht Dominik Ramspott erstmals auf einem Golfplatz. Seine Platzreife erlangt er als 11-Jähriger.

 

Kontakt:

Ortho Reha Sport Praxis für Physiotherapie & Golf-Physiotherapie
Englschalkinger Straße 14
81925 München
Tel. 089 / 96 04 29 90
ors-anmeldung@ors-m.de
www.ors-m.de

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