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Golfen in Südtirol ist kein Leistungssport, es ist eine Haltung. Wer hier abschlägt, hat oft mehr Panorama als Fairway im Blick, mehr Weinrebe als Bunker im Sinn – und spätestens beim dritten Loch eine Idee davon, was es heißt, wenn die Alpen mediterran werden.
Zwischen schroffen Dolomitkanten und sanften Almen finden sich Golfplätze, die oft wie zufällig in die Landschaft gefallen wirken. Doch das ist kein Zufall, sondern alpine Maßarbeit – mal spielerisch leicht, mal taktisch fordernd. Die Hotellerie tut ihr Übriges: Golfaffine Häuser wie das Andreus im Passeiertal, der familiengeführte Ballguthof Lana oder das romantisch-alpine Hotel Petrus am Kronplatz wissen, wie man Schlägersets lagert, Grüns kommentiert und Muskelkater kulinarisch kuriert. Wellness trifft Wedge, Knödel trifft Kursmanagement. Hier eine Auswahl der schönsten Plätze zwischen Bozen, Meran und Karerpass – subjektiv, unvollständig, aber spielbar gut.
Golfclub Eppan – The Blue Monster
9 Loch, flach wie ein Südtiroler Vinschgerl, aber würzig: Der Platz am Gutshof Brandis ist ideal für entspannte Runden mit Aussicht auf Apfelhaine, Rebstöcke und die Ruine Brandis. Architekt Michael Pinner hat den Platz harmonisch in die Tallandschaft eingeflochten, ohne ihn belanglos werden zu lassen. Und das Beste: Hier spielt man fast ganzjährig – außer der Apfelblüte lenkt zu sehr ab.
Par: 70 | Länge: 2.793 m | Topografie: flach | Greenfee: 9 Loch ab 47€
Golfclub Lana – Gutshof Brandis
Klein, aber feucht: Acht der neun Bahnen dieses Platzes südlich von Bozen sind von Wasser begleitet. Wer den Driver hier blind zückt, landet schnell im Teich. Architekt Thomas C. Himmel ließ sich von US-Linksplätzen inspirieren – samt Sand, Wind und psychologischem Druck. Wer das Par hier kratzt, darf sich ein Glas Lagrein gönnen – zur Beruhigung.
Par: 35 | Länge: Informationen auf Anfrage | Topografie: flach | Greenfee: Informationen auf Anfrage
Golfclub Passeier – Meran
18 Loch, 18 Fotomotive. Wasserläufe, Wiesen, Weitsicht – und mittendrin ein Kurs, der taktisches Spiel verlangt. Besonders Loch 9 sorgt mit seinem abschüssigen Gelände und gut platzierten Wasserhindernis für erhöhten Puls. Wer überlebt hat, darf ins Bistro: Wildragout und Weißburgunder helfen beim Verarbeiten.
Par: 71 | Länge: 5.791 m | Topografie: leicht hügelig | Greenfee: 18 Loch ab 103 €
Golfclub St. Vigil Seis – Seiser Alm
Hier wird aus Höhenangst eine Spielstrategie: Loch 15, das Signature Hole, bietet 150 Meter Höhenunterschied zwischen Tee und Grün – ein echtes Downhill-Drama mit Aussicht auf das Schlern-Massiv. Der Platz liegt auf rund 850 Metern Höhe, bietet also alpinen Charme ohne Sauerstoffmangel. Der Cappuccino nach Loch 18 schmeckt entsprechend verdient.
Par: 69 | Länge: 5.317 m Topografie: bergig | Greenfee: Informationen auf Anfrage
Golfclub Pustertal
Südtirols Senior unter den Clubs – gegründet 1989 – liegt auf 1.250 Metern Höhe und trägt den Charme eines klassischen Alpengolfplatzes: Wald, Ruhe, Kurven. Loch 17 – ein Par-3 mit Teich – erfordert nicht nur Präzision, sondern auch die Fähigkeit, die Enten nicht zu treffen. Wer das schafft, wird im Clubhaus mit Schlutzkrapfen und Hauswein belohnt.
Par: 71 | Länge: 5.371 m | Topografie: leicht hügelig | Greenfee: 18 Loch ab 89€
Golfclub Petersberg
Am Fuß des Kronplatzes liegt dieser 9-Loch-Platz, der zwar kompakt ist, aber sich nicht verstecken muss: Par-5 mit Dogleg, Bäche, Biotope und blitzsaubere Fairways. Ideal für eine halbe Runde vor dem Kaiserschmarrn. Gäste des Hotel Petrus freuen sich über Schuhtrockner, Trolleygarage – und kurze Wege zum ersten Tee.
Par: 33 Länge: 2.690 m | Topografie: leicht hügelig | Greenfee: 9 Loch ab 49 €
Dolomiti Golf Club Sarnonico (Trentino)
Streng genommen nicht Südtirol, aber die meisten Einheimischen drücken hier ein Auge zu – und spielen trotzdem. 18 abwechslungsreiche Bahnen, eingebettet zwischen Wald und Weide, mit weitem Blick auf die Brenta-Dolomiten. Die Back Nine sind offener, die Front Nine technischer. Ideal für alle, die den Drive suchen und die Aussicht mitnehmen wollen.
Par: 73 | Länge: 6.140 m | Topografie: überwiegend flach | Greenfee: Informationen auf Anfrage
Golfclub Carezza – The Mountain Beast
Der Name ist Programm: 9 Löcher, bis zu 250 Höhenmeter pro Runde, gelegen auf 1.680 Metern Höhe. Kein Platz für Flachlandtiroler. Wer hier spielt, muss sein Bag tragen können – oder sehr gute E-Caddy-Batterien haben. Belohnung: ein sagenhafter Blick auf Rosengarten und Latemar. Tipp: erst spielen, dann essen – die Knödel liegen sonst quer beim Abschlag.
Par: 70 | Länge: 2.670 m | Topografie: sehr hügelig | Greenfee: 9 Loch 50 €, 18 Loch 80€
Unser Fazit
Südtirol ist kein Golfmekka, das mit Größe prahlt – sondern eines, das mit Seele spielt. Die Plätze sind oft klein, aber feinfühlig gestaltet, mal alpiner Abenteuerspielplatz, mal mediterranes Short-Game-Paradies. Dazu Hotels, die Golf nicht nur tolerieren, sondern feiern. Wer hier abschlägt, hat nicht nur ein Spiel vor sich – sondern eine Landschaft, die mitspielt.
Meran | Italien
www.golfinsuedtirol.it
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