
Die PGA Tour will ihr System ab 2028 neu ordnen und den Konkurrenzkampf deutlich verschärfen.
Neue Ordnung ab 2028 bei der PGA Tour
Die PGA Tour steht vor einem grundlegenden Umbau. Ab der Saison 2028 soll das bisherige Modell aus regulären Turnieren, Signature Events und FedExCup-Playoffs durch zwei klar getrennte Serien ersetzt werden: die PGA Tour Championship Series als höchste Ebene und die PGA Tour Challenger Series darunter.
Der Beschluss verändert vor allem den Zugang zur Spitze. Künftig soll nicht mehr allein der Tour-Status zählen. Entscheidend wird sein, ob ein Spieler seinen Platz in der Championship Series hält oder über die Challenger Series zurückerobert.
Die Spitze spielt häufiger gegeneinander
Die Championship Series soll von Februar bis August laufen und 23 bis 24 Turniere umfassen. Geplant sind Felder mit rund 120 Spielern, ein Cut nach zwei Runden und Preisgelder von mindestens 20 Millionen Dollar je Event.
Zum Kalender sollen die 16 Signature Events, The Players Championship, die großen Teamwettbewerbe Ryder Cup oder Presidents Cup sowie ein neu gestaltetes Playoff zählen. Auch die Majors erscheinen in dieser Saisonlogik, bleiben aber unabhängig organisiert und behalten ihre eigenen Qualifikationssysteme.
Die PGA Tour reagiert damit auf eine zentrale Kritik der vergangenen Jahre: Die besten Spieler sollen häufiger in größeren Feldern direkt gegeneinander antreten. Die bisherigen kleinen No-Cut-Felder der Signature Events sollen in dieser Form nicht fortbestehen.
Der Cut kehrt in die Elite-Events zurück
Der Cut nach 36 Löchern ist mehr als ein formales Detail. In den vergangenen Jahren hatten mehrere Signature Events ohne Cut stattgefunden. Das sicherte allen Teilnehmern Preisgeld und Punkte, brachte aber auch Kritik von Spielern, Medien und Fans.
Ab 2028 soll die oberste Serie wieder stärker nach klassischem Turnierprinzip funktionieren. Wer nach zwei Tagen nicht weit genug vorn liegt, scheidet aus. Damit wächst der sportliche Druck auch für etablierte Namen deutlich.
Scottie Scheffler begrüßte nach der Vorstellung der Pläne vor allem die größeren Felder und den Cut. Er sieht darin einen Weg, Turniersiege wieder stärker an direkte Konkurrenz mit den besten Spielern zu binden.
Mindestens 90 Plätze bleiben sicher
Die Championship Series soll kein vollständig geschlossenes System werden. Doch die Hürde bleibt hoch. Mindestens die besten 90 Spieler der Jahreswertung sollen ihren Platz für die folgende Saison behalten.
Mindestens 20 Spieler steigen aus der Challenger Series auf. Wer dort zwei Turniere gewinnt, soll direkt in die Championship Series wechseln können. Ergänzend plant die PGA Tour im Herbst eine Last Chance Series mit vier bis sechs Turnieren, über die weitere Startplätze vergeben werden.
Der neue Rhythmus ähnelt damit stärker dem Auf- und Abstieg aus anderen Profisportarten. Für Spieler außerhalb der Weltspitze wird eine schwache Saison künftig schneller Folgen haben.
Die zweite Serie wird wichtiger
Die Challenger Series soll mindestens 20 Turniere mit 144 Spielern umfassen. Auch dort sind 72 Löcher mit Cut nach zwei Runden vorgesehen. Das garantierte Preisgeld je Turnier soll bei mindestens vier Millionen Dollar liegen.
Die Serie wäre damit deutlich stärker ausgestattet als viele heutige reguläre PGA-Tour-Events. Zugleich entsteht aber ein klarer Abstand zur Championship Series, in der mindestens fünfmal so hohe Preisgelder vorgesehen sind.
Für Tourspieler bedeutet das: Die zweite Ebene bleibt sportlich und wirtschaftlich attraktiv. Wer allerdings dauerhaft oben mitspielen will, muss den Sprung in die Championship Series schaffen oder seinen Platz dort behaupten.
Weniger Freiräume für Veranstalter
Für die Championship Series plant die PGA Tour keine Sponsoreneinladungen und keine Nachrückerlisten. Auch Monday Qualifier sollen dort entfallen. Das Feld soll ausschließlich über festgelegte sportliche Kriterien entstehen.
Für Veranstalter ist das ein Einschnitt. Bisher konnten sie lokale Favoriten, frühere Sieger oder vermarktungsstarke Spieler über Einladungen ins Turnier holen. Künftig dürfte dieser Spielraum vor allem bei Events der Challenger Series bestehen bleiben.
Die PGA Tour setzt damit auf einen klareren Wettbewerb, nimmt den einzelnen Turnieren aber ein Stück individueller Gestaltungsmacht.
Auch die Playoffs stehen vor einem Wandel
Das Tour Championship soll seine bisherige feste Heimat in East Lake verlieren und künftig auf verschiedenen Plätzen stattfinden. Zudem soll Match Play Teil eines neu konzipierten Playoff-Systems werden.
Die Details sind noch offen. Unklar ist etwa, wie viele Spieler das Playoff erreichen, wie die Jahreswertung mit dem Match Play verbunden wird und ob die bisherige Startschlag-Regel aus dem FedExCup-Finale verschwindet.
Fest steht: Die Tour will das Saisonende stärker zuspitzen und zugleich leichter verständlich machen. Das bisherige Punktesystem galt vielen Zuschauern als schwer zu durchschauen.
Die Verschärfung läuft schon
Der Umbau beginnt nicht erst 2028. Seit 2026 erhalten nur noch die besten 100 Spieler der FedExCup-Wertung vollen Status für die folgende Saison. Zuvor lag diese Grenze bei 125 Spielern.
Zudem wurden die Felder vieler Turniere verkleinert. Reguläre Events starten meist mit maximal 144 Spielern statt früher 156. The Players Championship umfasst seit 2026 nur noch 120 Teilnehmer. Von der Korn Ferry Tour steigen nur noch 20 Spieler direkt auf die PGA Tour auf.
Diese Schritte zeigen die Richtung: Die PGA Tour reduziert die Zahl der sicheren Startplätze und erhöht den Wert jedes Turnierstarts.
Hawaii verliert die Tour
Der Kalender 2027 setzt ein weiteres Zeichen. The Sentry auf Maui wird nicht fortgeführt. Auch für die Sony Open in Hawaii prüft die Tour einen Wechsel zur PGA Tour Champions. Damit könnte die PGA Tour nach mehr als fünf Jahrzehnten zunächst vollständig aus Hawaii verschwinden.
Hintergrund sind unter anderem logistische und wirtschaftliche Fragen. Auf Maui hatte zudem die anhaltende Trockenheit bereits zur Absage von The Sentry 2026 geführt.
Der europäische Weg bleibt offen
Für deutsche, österreichische und Schweizer Spieler ist vor allem die Frage entscheidend, wie die Zugänge über die DP World Tour künftig aussehen. Derzeit erhalten die Top Ten der Race to Dubai eine PGA-Tour-Karte. Dieser Weg gilt für die Saison 2026 weiter.
Wie diese Regel ab 2028 in das neue Modell passt, hat die PGA Tour noch nicht erklärt. Denkbar ist, dass die DP World Tour weiter ein wichtiger Zulieferer bleibt. Sicher ist das jedoch nicht.
Für Spieler wie Stephan Jäger oder andere Europäer mit PGA-Tour-Ambitionen wird die dauerhafte Zugehörigkeit zur Championship Series zum entscheidenden Ziel. Der Weg nach oben bleibt offen, aber er wird enger.
Viele Details fehlen noch
Die neue Struktur ist beschlossen, zentrale Fragen sind aber weiter ungeklärt. Die PGA Tour muss noch festlegen, welche heutigen Turniere zur Championship Series gehören, welche Events künftig auf der Challenger Series spielen und wie die Qualifikation über Korn Ferry Tour, Q-School, College-Golf und DP World Tour aussehen wird.
Auch das genaue Playoff-Format, mögliche Startpflichten für Spitzenspieler und der internationale Herbstkalender stehen noch aus. Der vollständige Plan für 2028 soll Anfang 2027 folgen.
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