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Golf

Kolumne: War noch was, Hinnerk?

9. Juni 2022
Hinnerk Baumgarten - Kolumne

„Jetzt also die LIV-Tour der Saudis”

Weil das Thema ja recht heiß diskutiert wird, kurz die Eckdaten: Gespielt wird dieses Jahr an acht Terminen auf Plätzen in USA, Europa, Middle East und Asien. Es ist kein klassisches Zählspiel über vier Runden, sondern ein Dreitages-Event im Teamformat. Den Zuschauern vor Ort soll ein echtes Spektakel auch mit Livebands geboten werden, wie die Fernsehübertragung abläuft, wird sich zeigen. Ja, es geht um Geld. Um viel Geld. Der Vollständigkeit halber sei aber auch erwähnt, dass gerade LIV to GIVE ins Leben gerufen wurde, 100 Millionen Dollar fließen in soziale Projekte. Überhaupt ist viel von Geld die Rede. Die Spieler werden mit horrenden Preisgeldern im bis zu dreistelligen Millionenbereich gelockt und dementsprechend sind auch wirklich große Namen dabei: Dustin Johnson, Lee Westwood, Kevin Na, Sergio Garcia, Ian Poulter, Louis Oosthuizen, Bernd Wiesberger, Pablo Larrazabal oder auch Martin Kaymer.

Money makes the world go around ...

Kritiker werden berechtigt anmerken, dass sich die Saudis mit viel Geld über den Umweg Sport ein sauberes Image geben wollen. PGA und DP World Tour haben auch schon den Kampf angesagt und für die Spieler Sperren angekündigt, die bei LIV Golf aufteen. Ich denke gerade an die Fußball-WM in Katar. Wie groß war die Empörung, einen solchen Wettbewerb in einem Staat zu veranstalten, der es offensichtlich mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. Wie leise sind doch diese Stimmen geworden, seitdem ein Robert Habeck in Katar um Energieversorgung gebeten hat. Vielleicht gut so, denn Veränderungen entstehen ja nicht, indem man sich jemandem verweigert. Dann entstehen Verhärtungen. Wenn wir jetzt unter dieser Überschrift die LIV Tour betrachten, dann plädiere ich zunächst einmal für Offenheit. Außerdem kommt noch etwas anders hinzu: Profigolfer spielen um Geld. Das ist ihr Job und für den müssen sie einen oft harten Weg gehen. Da kann ich nachvollziehen, dass die Spieler schauen, wo sie am meisten verdienen können. Das ist bei unserem Volkssport Fußball übrigens auch nicht anders. Ich denke, wir sollten erst mal abwarten und beobachten, was da jetzt passiert. Gerade wenn ich mir überlege, dass hier ein anderes Format gespielt und für die Zuschauer vor Ort einiges an Action geboten wird, dann kann sich das doch auch sehr positiv entwickeln. Konkurrenz belebt das Geschäft, so einfach ist das.

…und am Ende hilft es hoffentlich, dass wir mehr werden!

Herzlich,

Euer Hinnerk Baumgarten

P.S.: Eure Meinung dazu gerne an hallo@golfnstyle.de