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GolfGolftraining

Golf-Training: Chippen oder Pitchen

13. Juli 2023April 2nd, 2024

Tja, liebe Freunde, das ist die Frage. Wann spiele ich einen Chip, wann einen Pitch? Mit welchem Schlag kann ich was machen und welcher von beiden bringt mich in welcher Situation weiter? Genau diese Fragen werde ich euch in diesem Teil meiner Trainingstipps beantworten, damit auch ihr euch rund ums Grün sicher fühlt und unter euren Golf Buddys zur Kurzspiel-Queen oder King werdet!

CHIP & PITCH: WO LIEGT DER UNTERSCHIED?

Zuerst ist es wichtig zu erklären, wo genau eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Schlägen liegt. Oft wird nämlich fälschlicherweise angenommen, dass die Definition des jeweiligen Schlages nur mit der Höhe des Ballfluges zusammenhängt: Fliegt der Ball hoch, ist es ein Pitch, spielt man einen flachen Ball aufs Grün, ist es ein Chip. Das ist so NICHT ganz richtig. Ihr könnt durchaus auch einen flachen Pitch spielen! Worauf es ankommt, ist der Spin, den ihr eurem Ball mitgebt. Spielt ihr einen Schlag mit viel Spin – in diesem Fall ist natürlich von Back Spin die Rede – wird der Ball weniger rollen als bei einem Schlag mit weniger Spin. Grundsätzlich gilt: Ein Schlag mit viel Spin fällt in die Kategorie Pitch, ein Schlag mit weniger Spin in die Kategorie Chip. Wie ihr den Spin auf eurem Ball beeinflusst, erkläre ich euch natürlich auch.

WANN SPIELE ICH WELCHEN SCHLAG?

Um die richtige Entscheidung zu treffen, wann ihr einen Chip spielt und wann einen Pitch, müsst ihr euch fünf Fragen stellen, genauer gesagt fünf Gegebenheiten beurteilen.

Dafür gebe ich euch ein
einfaches Merkwort mit:

BEUTS

B steht für die Balllage
E für den Eintreffwinkel
U für die Umgebung
T für die Technik
S für die Schlägerwahl

Um die richtige Entscheidung zu treffen, wann ihr einen Chip spielt und wann einen Pitch, müsst ihr euch fünf Fragen stellen, genauer gesagt fünf Gegebenheiten beurteilen. Wenn ihr Balllage und Umgebung beurteilt habt, könnt ihr euch den anderen Punkten widmen und euch fragen, mit welchem Schläger und welchem Eintreffwinkel ihr, mit welcher Technik an den Ball kommen müsst. Dazu in folgenden Absätzen mehr. Grundsätzlich gilt: Spielt ihr auf ein schnelles, hartes Grün, empfiehlt es sich, dem Ball mehr Spin mitzugeben, ist das Grün eher langsam, könnt ihr auch chippen, denn der Ball darf gerne etwas mehr rollen.

BEUTS
BALLLAGE

Wie der Ball liegt, ist sehr wichtig und entscheidend dafür, welchen Schlag ihr spielt und wie ihr diesen spielt. Dabei ist nicht nur entscheidend, liegt der Ball im Rough oder auf dem Fairway, sondern wie genau er dort. Auch im Rough kann der Ball ganz oben auf dem Gras aufliegen. Natürlich kann er aber auch von Gras umgeben, fast schon versteckt sein. Ist das der Fall, ist es schwieriger direkt an den Ball zu kommen, ohne im Gras hängenzubleiben. Hier kommt der Eintreffwinkel ins Spiel.

BEUTS
EINTREFFWINKEL

Der Eintreffwinkel beschreibt nicht etwa den Winkel des Schlägers, sondern den Winkel, mit dem ihr an den Ball kommt. Man kann demnach, wenn man eher von oben an den Ball kommt, einen steilen Eintreffwinkel haben oder, wenn man eher von hinten an den Ball kommt, einen flachen Eintreffwinkel. Ein steiler Eintreffwinkel ist tendenziell mit einem etwas höheren Risiko verbunden, den Ball gut zu treffen, erzeugt gleichzeitig, aber auch mehr Spin. Wichtig ist hier also die Balllage, um zu entscheiden, was benötigt ihr hier. Liegt ihr perfekt auf dem kurzgemähten Fairway und habt viel Grün bis zu Fahne vor euch, braucht ihr natürlich keinen risikoreichen Pitch mit steilem Winkel zu spielen. Ihr könnt stattdessen den Chip, mit flachem Winkel wählen. Auch bei einer guten Rough-Lage kann das der Fall sein. Liegt der Ball aber versteckt im hohen „Gemüse“, braucht ihr auf jeden Fall einen steilen Eintreffwinkel. Warum? Weil ihr sonst im Rasen vor dem Ball hängenbleibt. Wichtig ist, dass ihr immer möglichst sauber an den Ball kommt. Doch beachtet: Je steiler euer Eintreffwinkel ist, desto weniger dynamischer Loft hat der Schläger, wenn er an den Ball kommt. Das wird noch mal wichtig, wenn es um die Schlägerwahl geht.

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UMGEBUNG

Auch die Umgebung ist sehr entscheidend dafür, welchen Schlag ihr spielt. Müsst ihr über einen Bunker, erklärt sich von selbst, dass ihr den Ball hoch in die Luft bekommen müsst und er gleichzeitig nicht zu viel rollen soll. Das bedeutet, er braucht mehr Spin. Ein hoher Pitch hat meistens viel Spin, selbst ein Lob Shot aus kurzer Distanz. Ein hoher Pitch ist hier daher meist der Schlag der Wahl. Auch wenn ihr nicht unmittelbar am Grün liegt, sondern noch etwas entfernt, empfiehlt es sich einen Pitch zu spielen, der auf dem Grün schnell zum Liegen kommt. Liegt ihr hingegen kurz vor dem Grün und habt noch ein paar Meter zur Fahne, könnt ihr besser einen Chip spielen.

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TECHNIK

EIN HEBEL TECHNIK

ZWEI HEBEL TECHNIK

So, doch was hilft euch das Ganze, wenn ihr nicht wisst, mit welcher Technik ihr den Chip oder den Pitch spielen sollt? Eine grobe Orientierung geben euch hier die sogenannten Hebel. Ein Chip ist nämlich in den meisten Fällen ein „Ein-Hebel-Schwung“, ein Pitch ein „Zwei-Hebel-Schwung“. Ein Hebel bedeutet, dass ihr weniger stark ausholt und im Grunde eine Putt-ähnliche Bewegung ausführt. Bei einem „Zwei-Hebel-Schwung“, holt ihr ein Stück weiter aus und könnt nach Gefühl auch die Handgelenke mitnehmen. Um dem Ball möglichst viel Spin mitzugeben, sollte die Bewegung etwas schneller sein als beim Chip. Nur mit etwas Tempo auf dem Ball könnt ihr der Kugel auch Spin mitgeben.

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SCHLÄGERWAHL

Tja, die Frage aller Fragen: Nehmt ihr das Pitching Wedge, das Gap Wedge, das Sand Wedge oder gar das Lob Wedge? Entscheidend sind hierfür alle bereits genannten Punkte. Wie liegt euer Ball? Wo liegt euer Ball und wo steckt die Fahne? Mit welchem Winkel wollt ihr an den Ball kommen? Und mit welcher Technik? Denn braucht ihr beispielsweise einen steilen Eintreffwinkel, weil ihr im tiefen Rough liegt oder euer Ball auf dem Fairway nicht so gut, nehmt dafür aber nur ein Pitching Wedge, wird der Ball durch den geringen dynamischen Loft relativ flach fliegen. Muss der Ball aus dem Rough aber hoch über den Bunker, müsst ihr dem steilen Eintreffwinkel entgegenwirken und die Schlagfläche entweder stark öffnen oder besser noch einen Schläger mit mehr Loft wählen. Wollt ihr einen flachen Chip spielen und kommt bei einem „Ein-Hebel-Schwung“ flacher an den Ball, reicht ein Schläger mit weniger Loft!

3 EXPERTENTIPPS


1
Euer Ball liegt irgendwo neben dem Grün, leider genau in einer Kuhle, oder auf einer Stelle ohne Rasen? Dann ist es besonders wichtig, den Ball ganz sauber zu treffen und auf keinen Fall zuerst den Boden. Denn trefft ihr hier zuerst ein wenig den harten Untergrund vor dem Ball, wird dieser mit großer Wahrscheinlichkeit getoppt über das Grün schießen. Daher ist hier ein steiler Eintreffwinkel genauso wichtig wie ein ganz sauberer Ballkontakt.


2
Ihr müsst euren Ball besonders hoch und schnell zum Liegen bekommen und entscheidet euch daher für einen Lob Shot? Dann ist besonders wichtig, auf eure Handgelenke zu achten. Auf keinen Fall dürft ihr diese im Durchschwung schon vor dem Ballkontakt abklappen und den Ball dadurch löffeln. Denn gerade im Rough werdet ihr den Ball sonst komplett unterschlagen. Erst nach dem Ballkontakt solltet ihr eure Handgelenke mitnehmen.


3
Egal, ob Chip oder Pitch, euer Körperschwerpunkt, genauer gesagt euer Gewicht liegt IMMER auf dem vorderen Fuß. Das führt zu einem deutlich besseren Ballkontakt. Der Low-Point, also der tiefste Punkt des Schlägers, muss unbedingt hinter dem Ball sein. Der Loft macht die Arbeit!

So, das war zwar sehr viel Input, aber ich bin mir sicher, dass ihr mit diesem Wissen rund ums Grün besser werdet!

Viel Spaß beim Trainieren!

Euer Benedict Staben

Fotos: Marco Allzeit

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