
Ein Reisebericht von GOLF’N’STYLE. Der erste Moment gehört der Aussicht. Vom Frühstückstisch schweift unser Blick über Felder, Hügel, Olivenbäume – weit hinten glitzert das Meer.
Es liegt Wärme in der Luft und echter Genuss: So ein Frühstücksbuffet findet man selten. Herzhaft, süß, klassisch, extravagant, frisch und fruity, um es in etwa passend zu beschreiben. Unser zweiter Gedanke: Man hätte den Rückflug ruhig zwei Tage später legen können. Carrossa liegt oberhalb von Artà, abseits der Küstenstraßen, eingebettet in ein 350 Hektar großes Anwesen mit alten Steinmauern, Mandelbäumen, einer langen Zufahrt – und genau der Gelassenheit, die man nach 18 Löchern nicht bestellen kann, aber immer sehr zu schätzen weiß. Im Zentrum des Resorts: ein mallorquinisches Herrenhaus mit Geschichte. Drum herum elegante Suiten, achtsam und liebevoll eingerichtet, Terrassen mit Aussicht, duftender Lavendel und ein Infinity-Pool, in dem man ganz natürlich seine Bahnen ziehen kann – oder einfach so tut – der Blick macht ohnehin den Großteil der Übung. Einer der coolsten Pools der Insel hängt am Hang wie eine ruhige Wasserwaage zwischen Himmel, Hügelkamm und Meerlinie. Und bewegt sich dabei keinen Zentimeter aus der Ruhe.
Club de Golf Alcanada mit seinem herrlichen Blick auf den Leuchtturm
Golfvergnügen
Spätestens, wenn man sein Zimmer oder seine Suite bezogen hat, fühlt man sich, als würde jemand leise die Tür zum Rest der Welt schließen – und stattdessen die Landschaft, das Licht und eine lange, tiefe Ruhe hereinlassen. Der Blick auf den Llevant beruhigt ungemein. Wir nehmen die Entspannung einfach schon mal mit auf den Golfplatz – eine hervorragende Voraussetzung. Wir holen unsere Bags aus dem klimatisierten Depot hinter der Rezeption – Startzeit und Buggy längst gebucht –, so beginnt Golfurlaub, wenn jemand mitdenkt. Capdepera liegt zwölf Minuten entfernt, Canyamel nur wenig länger. Pula und Son?Servera passen locker in den Vormittag, Alcanada gehört dem großen Golftag: 35?Minuten über Land, Meerblick vom ersten Tee und im Golf-Arrangement des Hotels attraktiv vergünstigt zu spielen. Überkommt es einen spontan, Alcanada zu spielen, kann man sich als Hotelgast aber auch über einen Nachlass von 20% freuen. Ein Golfgenuss der Extragüte wartet auf uns. Zurück im Resort wechselt der Takt. Die Schuhe verschwinden im Schrank der Bag-Station, wir im Infinity-Pool und danach auf den weichen Daybeds – die richtige Balance eines aktiven Urlaubstages will gelernt sein. Unser Energielevel ist zweigeteilt. Deswegen genießt die eine Hälfte die Blicke und ein gutes Buch am Pool, inklusive meditativen Schwimmzügen, die andere gönnt sich eine etwas fordernde Schwimmeinheit im Indoor-Pool mit Gegenstrom, Sauna und eine Sport-Massage, deren Druck Gott sei Dank die Scorekarte vergessen lässt.
Genuss und ein Smoother Takt
Gegen acht glühen die Mauern des Herrenhauses bernsteinfarben. Zeit, sich auf den Weg zum Dinner zu machen und ein bisschen von den Farben der Abendstimmung einlullen zu lassen. Auf den Tisch im „Carrossa“ kommen mallorquinische Spezialitäten mit internationalen Akzenten. Das Service-Team kennt die dazu passenden Weine, viele unter ihnen Spitzenweine von der Insel. Später sitzen wir in der eleganten Bar oder auf der Terrasse des Bistros und beobachten die untergehende Sonne oder den Abendhimmel und sinnieren darüber, ob es sich überhaupt lohnt, das Resort und die abwechslungsreiche Golfregion zu verlassen, um auf der Insel fremdzugehen. Vielleicht bleiben wir einfach im Resort: Yoga im Olivenhain, E-Bike zur Cala?Torta, Weinprobe im Gewölbekeller. Das Carrossa bietet Stoff für lange Tage, ohne sie zu überladen. Und die wunderbare Stadt Artá, im Nordosten der Insel ist immer eine Einladung zum Flanieren und Genießen und zum Plausch mit echten Mallorquinern. Am Ende wirkt alles weiter: die Aussicht, der Schwung, die Gedanken. Vielleicht liegt das an der eigenen Weite rund ums Haus. Vielleicht an dem inspirierenden Ort an sich. Sicher daran, dass Carrossa das Urlaubserlebnis „Golf“ in einen Rahmen setzt, der nachhallt, wenn die Bags längst wieder zu Hause stehen.
Fotos: Carossa Resort
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