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Putterkönig

Das neue World Handicap System

Instagram-Golfblogger der Putterkönig verrät uns seine Bedenken des neuen World Handicap Systems. 

Jetzt ist es da, das neue Handicap und mit ihm oft große Verwunderung, großes Gezeter und manchmal große Freude. Viele hatten ihr neues Handicap schon vorher berechnet und dafür gab es ja auch einige Quellen , ob nun in WhatsApp Gruppen oder auch auf Instagram. Mir war das zu mühsam, also habe ich mich überraschen lassen.

Die Überraschung war aber gar nicht so groß, so großartig hat es sich nicht verändert ( 0,7 Punkte ) und es ist nach oben gegangen. Von -10,4 auf -11,1 , somit bin ich jetzt dreimal 1 stellig. Das mein Handicap gestiegen ist, hat damit zu tun, dass ich viele 9-Loch-Turniere spiele und diese nun anders berechnet werden, früher erhielt man 18 Netto-Punkte und erspielte auf den fehlenden 9-Loch sein Handicap. Das war insoweit ok, dass das alte Handicap System ein System war, das sich über die erspielten Netto-Stableford-Punkte errechnete.

Nun ist es aber so – wenn ich es richtig verstanden habe- , dass sich das Handicap nach dem neuen World Handicap System über die erspielten Bruttoergebnisse berechnet. Die besten 8 Ergebnisse aus den letzten 20 eingereichten Ergebnissen werden hierfür herangezogen. Dabei handelt es sich um Brutto- und nicht Netto-Ergebnisse, wieso werden dann bei einem 9-Loch Ergebnis für die zweiten 9-Loch 17 Netto-Punkte hinzugezählt?

Das Handicap ist kein Statussymbol bzw. es soll keines sein. Es ist das Hilfsmittel, welches ermöglichen soll sich miteinander auf dem Platz zu vergleichen und nicht sich auf der Terrasse des Clubhauses damit zu brüsten. Nun ist es aber so, das 9-LochTurniere mein Handicap verschlechtern, da man auf den nicht gespielten 9-Loch praktisch einen „Strafschlag“ erhält. Spielt man immer sehr konstant 80 auf einen Par 72 Kurs dann muss man auf 9-Loch nicht 40 spielen, um sein Handicap zu halten sondern eine 39. Betrachtet man das Handicap als Statussymbol , dann ist das vielleicht ok. Aber auf den meisten Turnieren werden Nettopreise ausgespielt und dort hat man mit einem höheren Handicap einen Vorteil, denn man erhält eine höhere Vorgabe. Ein Stableford-Punkt mehr oder weniger kann hier über Sieg und Niederlage entscheiden.

Noch ungerechter ist die Berechnung einer 9-Loch-Runde, wenn zwei Spieler mit extrem unterschiedlichen Handicaps das gleiche Ergebnis erspielen. Gehen wir mal davon aus, dass ein Handicap 54 Spieler eine sportliche Vorgeschichte hat und er mit einem Scratch-Golfer, der einen schlechten Tag hat, über den Platz geht. Beide erspielen eine Bogeyrunde -9 Schlag über Par. Jetzt errechnen wir mal das Ergebnis nach dem Wold Handicap System:

Scratchgolfer: 45 Schläge auf den gespielten 9-Loch plus 37 errechnete Schläge (17 Netto auf einen PAR 36 Platz) = 82 Schläge
Anfänger: 45 Schläge auf den gespielten 9-Loch plus 64 errechnete Schläge (17 Netto auf einen PAR 36 Platz) = 109 Schläge

Na, klar, das ist theoretisch aber durchaus möglich, einer meiner Golfbuddies hat in seinem ersten 18-Loch-Turnier eine Brutto 89 erspielt und das auch Profis schlechte Tage haben können, das kennen wir alle aus dem TV. Hat der DGV das absichtlich so eingeplant, weil er keine 9-Loch-Turniere mehr haben will? Oder hat man dies einfach nicht bedacht?

Auf jeden Fall ist so ein Vergleich zwischen zwei Spielern so nicht wirklich möglich bzw. führt zu einem falschen Ergebnis. Aber vielleicht sehe ich das ja auch falsch. Zu 100 % stimmt die Berechnung nicht,  es kommen ja noch das Slope- und Course-Rating in die Berechnung und ein „Turnierwert“ , den der DGV bestimmt, der als Faktor dient hinzu. Dies führt aber nicht nur dazu, dass keiner sofort sagen kann, was das erzielte Ergebnis wert ist, auch Anbieter von Golfapps, die das neue Handicap nach einer registrierten Privatrunde (neuere Begriff für EDS Runde) berechnen, können dies nicht, da auch hier der DGV erst einmal den „Turnierwert“ festlegen muss. Mir kommt der „Turnierwert“ nach so einer Art Formel aus Hogwarts der Zauberschule von Harry Potter vor, die keiner versteht, die aber alle betrifft.

Mein Buddy @marc_o_t_a ist auf jeden Fall begeistert und ich muss mir wohl seine Anekdote von dem verpassten Single Handicap nicht mehr so oft anhören. Er hat nämlich seit gut drei Jahren versucht ein Single Handicap zu erreichen. Einmal mit dem HCP 10,1 ist er mit 36 Stableford-Punkten an die 18 gekommen und dachte sich: Kein Problem, ein Bogey reicht und ich bin endlich Single Handicaper (verheiratet ist er auch nicht). Man muss wissen, unser Grün an der 18 (Par 4) erfordert einen Schlag über das Wasser, das kann ein langer zweiter Schlag sein, wenn man ein Par spielen möchte oder man legt vor, um sicher mit dem dritten Schlag auf das Grün zu Chippen. Marc ist an dem Tag auf Sicherheit gegangen und ihm ist etwas gelungen, das ihm bis dahin nie gelungen ist. Ein Chip mit wahnsinnig viel Backspin!!! Der landete auf oder an dem Grün und rollte von dort zurück ins Wasserhindernis… Keine Punkte an der 18, kein Single Handicap und seitdem war er auch nie wieder so dicht dran  – in den Erzählungen war der Ball inzwischen eigentlich schon fast eingelocht. Bis zur Umstellung auf des World Handicap System, denn nun ist er Single mit -9,6. (Kontaktanfragen leite ich gerne weiter).

Ihr seht, es gibt also Gewinner und Verlierer und es kommt darauf an, wie man es betrachtet. Denn eines ist sicher im nächsten Turnier werde ich Marc schlagen und sei es nur Netto (Ich habe ja jetzt 2 vor).

Ich persönlich empfinde das neue System bis auf ein paar Kleinigkeiten als das bessere, es betrachtet ja mehr die Gesamtheit der Ergebnisse und nicht ein Einzelnes (das Beste) somit ist es schon gut, allerdings sollten die Kinderkrankheiten behoben werden. An alle anderen ärgert Euch nicht über die neue Zahl, denn mehr ist es ja nicht, bleibt gesund und macht was draus,

Euer @golfblog_putterkoenig