
Triumph im K Club nach packendem Finale
Rory McIlroy hat die Amgen Irish Open 2025 mit einem spektakulären Sieg gekrönt. Auf dem Palmer North Course des K Club in Straffan setzte sich der Nordire im Stechen gegen den Schweden Joakim Lagergren durch. Mit einem Birdie am dritten Extraloch feierte McIlroy vor begeisterten Zuschauern seinen zweiten Titel bei diesem prestigeträchtigen Turnier. Sein erster Erfolg in Straffan liegt bereits neun Jahre zurück, als er 2016 die Irish Open am selben Ort gewann. Der aktuelle Triumph war zugleich sein erster Sieg auf europäischem Boden seit dem Gewinn des Masters im April, der ihn als ersten Europäer zum Career Grand Slam führte.
Ein Turnier voller Spannung
Die Ausgangslage vor der Finalrunde versprach ein enges Rennen. Mehrere Spieler lagen in Schlagdistanz, doch am Ende war es McIlroy, der mit Nervenstärke und spektakulären Schlägen das Geschehen dominierte. Sein Eagle auf der 18. Spielbahn, einem Par 5, wurde zum Wendepunkt. Nach zwei präzisen Schlägen aufs Grün lochte er aus fast neun Metern und erzwang so das Stechen mit Lagergren, der kurz zuvor mit Birdie auf 17 unter Par gestellt hatte. Dieser Schlag ließ die Zuschauer ausrasten und setzte den emotionalen Höhepunkt eines ohnehin packenden Turniertages.
Der Showdown im Stechen
Im Play-off lieferten sich McIlroy und Lagergren ein Duell auf Augenhöhe. Am ersten Extraloch verpassten beide nur knapp das Eagle und mussten sich mit Birdies begnügen. Am zweiten Extraloch brachte McIlroy seinen Annäherungsschlag nur hauchdünn über das Wasser, konnte aber erneut das Birdie notieren. Erst das dritte Extraloch brachte die Entscheidung: Lagergren verzog seinen Schlag ins Wasserhindernis, während McIlroy kontrolliert blieb. Mit zwei Putts sicherte er sich den Titel und die Jubelrufe der irischen Fans hallten über die Anlage.
Lagergren gratuliert McIlroy nach dem Stechen bei den AMGEN Irish Open (Foto: Getty Images)
McIlroys Weg durch das Turnier
Schon in den Runden zuvor hatte McIlroy seine Klasse bewiesen. Nach einer 71 am ersten Tag steigerte er sich mit Runden von 66 und 68 Schlägen. Besonders auffällig war seine Sicherheit auf den Grüns. Lange Putts aus über zehn Metern fielen mehrfach, unter anderem am vierten und fünften Loch der Finalrunde. Auch sein kurzes Spiel zeigte sich verlässlich, als er am dritten Loch ein schwieriges Par rettete.
Ein Aussetzer gleich zu Beginn des Sonntags – ein Bogey auf der Eins – stoppte seine Serie von 38 Löchern ohne Schlagverlust. Doch McIlroy reagierte sofort. Mit Birdie auf der Zwei und weiteren Treffern an den Front Nine schloss er wieder zur Spitze auf. Bei Turniereintritt auf die Back Nine war er Teil eines dicht gedrängten Führungspulks. Während andere Spieler Fehler machten, blieb er stabil und nutzte die entscheidenden Momente.
Starke Konkurrenz aus Europa
Joakim Lagergren lieferte eine herausragende Vorstellung. Mit einer Finalrunde von 66 Schlägen spielte er sich in die Entscheidung. Sein Eagle am 16. Loch verschaffte ihm kurzzeitig die alleinige Führung. Am Ende reichte es zwar nicht zum Sieg, doch sein zweiter Platz brachte ihm wichtige Punkte im Race to Dubai.
Rafa Cabrera Bello gelang das Kunststück des Tages: Ein Hole-in-One an Loch drei, das auch die Stimmung auf den Rängen befeuerte. Mit insgesamt 15 unter Par teilte er Platz drei mit Landsmann Ángel Hidalgo, der mit konstantem Spiel glänzte. Ángel Ayora, ein aufstrebender Spanier, reihte sich mit 13 unter Par auf Rang fünf ein, gemeinsam mit dem Franzosen Adrian Saddier, der lange das Leaderboard angeführt hatte, am Sonntag jedoch ins Straucheln geriet.
Emotionale Dimension für McIlroy
Für McIlroy war der Sieg mehr als nur ein weiterer Pokal. Nach seinem Masters-Erfolg sprach er von einer „unglaublichen Heimkehr“. Vor irischem Publikum zu gewinnen, habe für ihn eine besondere Bedeutung. Die Unterstützung der Fans über alle vier Tage hinweg gab dem Turnier einen einzigartigen Charakter. McIlroy betonte, dass diese Momente jene seien, die man auch lange nach der aktiven Karriere in Erinnerung behalte. Der Titel in Straffan könnte rückblickend einer der emotionalsten seiner Laufbahn werden.
Bedeutung für die Saison
Mit diesem Triumph sicherte sich McIlroy seinen 20. Titel auf der DP World Tour. Er bestätigte damit seine Rolle als Leitfigur des europäischen Golfsports. Angesichts des bevorstehenden Ryder Cups ist der Sieg auch ein Signal an die Konkurrenz. McIlroy zeigte, dass er nicht nur konstant auf der PGA Tour, sondern auch in Europa den Unterschied machen kann. Zudem stärkt der Erfolg sein Selbstvertrauen für das anstehende BMW PGA Championship in Wentworth, das traditionell ein Highlight im Kalender ist.
Rückblick und Ausblick
Die Amgen Irish Open 2025 bot alles, was ein Top-Turnier ausmacht: ein hochkarätiges Teilnehmerfeld, spannende Wendungen bis zum letzten Schlag und emotionale Momente. Für McIlroy selbst war es die perfekte Kombination aus sportlichem Erfolg und nationaler Bedeutung. Er blickt nun mit Rückenwind auf die kommenden Aufgaben, allen voran den Ryder Cup, wo er erneut eine Schlüsselrolle im europäischen Team übernehmen wird.
Das Turnier unterstrich zudem die Bedeutung des K Club als Schauplatz großer Golfgeschichten. Bereits 2006 hatte hier der Ryder Cup stattgefunden, McIlroys Sieg 2016 gilt vielen Fans als Meilenstein, und die jüngste Auflage reiht sich nahtlos in diese Tradition ein. Die Amgen Irish Open bleiben damit eines der wichtigsten Events im europäischen Golfkalender.
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