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LIV Golf in der Krise? Martin Kaymer hält Teamfinale für nahezu ausgeschlossen

23. Juli 2026Juli 26th, 2026
LIV Golf Spieler Martin Kaymer
Foto: Getty Images

Die Unsicherheit um die Zukunft von LIV Golf nimmt weiter zu. Während die Liga offiziell an ihrem Turnierkalender festhält, zeichnet Martin Kaymer nun ein deutlich skeptischeres Bild. Der deutsche LIV-Profi und Kapitän der Cleeks GC hält das für Ende August geplante Team Championship in Michigan nach eigenen Worten nur noch für äußerst unwahrscheinlich.

“Vielleicht fünf Prozent”

Vor dem LIV-Golf-Turnier im englischen JCB Golf & Country Club sprach Kaymer ungewöhnlich offen über die aktuelle Situation innerhalb der Liga. Nach einem Treffen der Teamkapitäne erklärte der 40-Jährige, er sehe nur noch eine Chance von etwa fünf Prozent, dass das Team Championship wie geplant stattfinden werde.

Als Grund nannte Kaymer unter anderem die fehlende Infrastruktur am vorgesehenen Austragungsort. Nach seiner Einschätzung seien die Vorbereitungen längst nicht so weit fortgeschritten, wie sie es für ein Event dieser Größenordnung sein müssten.

Eine offizielle Absage gibt es allerdings bislang nicht. LIV Golf führt das Saisonfinale weiterhin im offiziellen Kalender.

Teamfinale ist Herzstück des LIV-Konzepts

Die Aussagen des zweimaligen Major-Siegers wiegen schwer. Das Team Championship ist nicht irgendein Turnier, sondern der sportliche Höhepunkt des LIV-Kalenders. Mit einem Preisgeld von insgesamt 40 Millionen US-Dollar bildet es den Abschluss der Teamwertung – jenes Formats also, das LIV Golf seit der Gründung als wichtigstes Alleinstellungsmerkmal gegenüber PGA Tour und DP World Tour vermarktet.

Sollte das Finale tatsächlich entfallen oder kurzfristig verlegt werden, wäre das weit mehr als eine organisatorische Änderung. Es wäre ein weiteres Signal dafür, dass die wirtschaftlichen und strukturellen Probleme der Liga inzwischen auch den laufenden Spielbetrieb erreichen.

Spieler warten auf Klarheit

Besonders bemerkenswert ist, dass Kaymer noch vor wenigen Wochen deutlich optimistischer geklungen hatte. Nach einem früheren Treffen mit LIV-CEO Scott O’Neil sprach er von positiven Gesprächen und erklärte, potenzielle Investoren würden sich für die Liga interessieren. Gleichzeitig machte er damals aber deutlich, dass noch keine endgültige Finanzierung für die Zeit nach 2026 gesichert sei.

Inzwischen scheint die Stimmung deutlich vorsichtiger geworden zu sein. Kaymers Aussagen lassen erkennen, dass selbst die Teamkapitäne weiterhin auf konkrete Entscheidungen warten.

Auch Jon Rahm hatte sich zuletzt zurückhaltend geäußert. Der Spanier erklärte, die Spieler wüssten zwar, was hinter den Kulissen diskutiert werde, könnten darüber derzeit jedoch nicht sprechen. Eine klare Aussage zu seiner eigenen Zukunft bei LIV Golf vermied auch er.

Asian Tour schwächt LIV zusätzlich

Parallel verschlechtert sich auch das sportliche Umfeld für die Liga. Erst vor wenigen Tagen gaben PGA Tour, DP World Tour und Asian Tour ihre neue mehrjährige Zusammenarbeit bekannt. Damit orientiert sich die Asian Tour wieder stärker an den beiden etablierten Touren.

Für LIV Golf ist das ein empfindlicher Rückschlag. Seit 2022 hatte der saudische Staatsfonds PIF rund 300 Millionen US-Dollar in die International Series der Asian Tour investiert. Die Serie galt als wichtiger internationaler Unterbau und als Einstiegsmöglichkeit für Spieler, die später den Sprung zu LIV schaffen wollten.

Mit der neuen Partnerschaft verliert LIV einen wichtigen strategischen Verbündeten.

Wird das Finale nach Indianapolis verlegt?

In US-Medien wird inzwischen darüber spekuliert, das Team Championship kurzfristig mit dem vorherigen Turnier in Indianapolis zusammenzulegen oder zeitlich vorzuziehen.

Offiziell bestätigt wurde ein solcher Plan bislang allerdings nicht. LIV Golf selbst hat sich zu Kaymers Aussagen bisher nicht geäußert.

Zukunft der Liga bleibt offen

Die Saison 2026 läuft zwar zunächst regulär weiter. Doch die Schlagzeilen drehen sich inzwischen immer weniger um Birdies und Turniersiege, sondern um Investoren, Terminpläne und die Zukunft der gesamten Liga.

Der angekündigte Rückzug der Finanzierung durch den saudischen Staatsfonds PIF nach der Saison 2026, die neue Allianz zwischen Asian Tour, PGA Tour und DP World Tour sowie die anhaltende Unsicherheit über die Saison 2027 hatten die Diskussionen bereits angeheizt. Kaymers Aussagen gehen nun noch einen Schritt weiter: Erstmals stellt ein LIV-Teamkapitän öffentlich infrage, ob sogar ein zentraler Bestandteil der laufenden Saison überhaupt noch stattfinden wird.

Noch gibt es keine offizielle Absage des Team Championships. Doch dass ausgerechnet einer der erfahrensten Spieler der Liga dessen Austragung nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent bewertet, dürfte viele Beobachter aufhorchen lassen.

Ob LIV Golf kurzfristig eine Lösung präsentiert oder die Befürchtungen ihres deutschen Aushängeschilds bestätigt werden, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.

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