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Golf

LIV Golf vor dem Umbruch? Asian Tour kehrt der Liga den Rücken – Rahm und DeChambeau schweigen

22. Juli 2026
Jon Rahm bei einem Turnier der LIV Golf League 2026

Die Zukunft von LIV Golf wird zunehmend unübersichtlich. Während die Saison 2026 weiterläuft, häufen sich die Anzeichen dafür, dass die Liga vor einem grundlegenden Umbau steht. Die Asian Tour sucht wieder die Nähe zur PGA Tour und DP World Tour, prominente Spieler äußern sich auffällig vorsichtig zu ihrer Zukunft und auch juristisch wächst der Druck.

Asian Tour schwächt die Zukunft von LIV Golf

Der bislang deutlichste strategische Rückschlag für LIV Golf kommt aus Asien. PGA Tour, DP World Tour und Asian Tour haben eine neue mehrjährige Zusammenarbeit angekündigt, die ab 2027 greifen soll. Geplant sind gemeinsam sanktionierte Turniere und bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Spieler der Asian Tour.

Für LIV Golf ist diese Entwicklung besonders heikel. Seit 2022 hatte der saudische Staatsfonds PIF rund 300 Millionen US-Dollar in die International Series der Asian Tour investiert. Diese Turnierserie war nicht nur ein wichtiger Bestandteil der internationalen Expansion, sondern auch einer der wenigen sportlichen Zugangswege in die LIV Golf League.

Die neue Zusammenarbeit mit PGA Tour und DP World Tour bedeutet zwar nicht automatisch das sofortige Ende aller Verbindungen zwischen LIV und der Asian Tour. Sie zeigt aber deutlich, dass sich die Asian Tour strategisch wieder breiter aufstellt und nicht länger ausschließlich auf die Partnerschaft mit dem saudisch finanzierten Konkurrenzmodell setzt.

Asian-Tour-CEO Cho Minn Thant erklärte, nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, wieder enger mit PGA Tour und DP World Tour zusammenzuarbeiten. LIV Golf reagierte auf die Ankündigung zunächst nicht öffentlich.

Jon Rahm lässt Zukunft offen

Auch bei den Spielern wächst die Unsicherheit. Jon Rahm äußerte sich vor dem LIV-Turnier in Großbritannien auffällig zurückhaltend zu der Frage, ob er 2027 noch Teil der Liga sein werde.

Rahm erklärte, die Spieler wüssten viel darüber, was aktuell hinter den Kulissen geschehe. Einzelheiten könne er jedoch derzeit nicht öffentlich machen. Eine klare Zusage für die kommende Saison vermied der Spanier.

Seine Aussagen lassen mehrere Interpretationen zu. Möglich ist, dass LIV Golf bereits an einem neuen Finanzierungs- oder Ligamodell arbeitet, dessen Details noch nicht veröffentlicht werden dürfen. Ebenso denkbar ist, dass die Spieler zwar über laufende Gespräche informiert sind, selbst aber noch keine verbindlichen Zusagen erhalten haben.

Rahms Vertrag soll Medienberichten zufolge über die Saison 2026 hinaus laufen. Offiziell veröffentlicht wurden die genaue Laufzeit und die Vertragsbedingungen allerdings nie.

Bryson DeChambeau könnte über die Zukunft von LIV Golf entscheiden

Bryson DeChambeau während eines LIV Golf Turniers

Noch wichtiger für die Zukunft der Liga könnte Bryson DeChambeau werden. Sein ursprünglicher LIV-Vertrag läuft Berichten zufolge nach der Saison 2026 aus.

DeChambeau hat Gespräche über eine Rückkehr zur PGA Tour dementiert und sich öffentlich weiterhin zum Teamformat und zur LIV-Idee bekannt. Gleichzeitig bestätigte er, dass Gespräche über seine Zukunft laufen.

Der US-Amerikaner ist für LIV Golf weit mehr als nur ein erfolgreicher Spieler. Durch seine Major-Siege, seine enorme Reichweite auf YouTube und seine Popularität bei jüngeren Golf-Fans gehört er zu den wirtschaftlich wertvollsten Persönlichkeiten der Liga.

Sollte LIV DeChambeau nicht halten können, wäre das sportlich und medial ein schwerer Verlust. Sein Verbleib dürfte deshalb nicht allein von einem neuen Vertrag abhängen. Entscheidend wird sein, ob die Liga ein glaubwürdiges Konzept für 2027 und darüber hinaus präsentieren kann.

Erste Stars haben LIV bereits verlassen

Dass ein Abschied aus der Liga inzwischen durchaus möglich ist, zeigen die Beispiele Brooks Koepka und Patrick Reed. Beide werden in aktuellen Berichten als Spieler geführt, die LIV verlassen haben oder den Weg zurück in das etablierte Toursystem eingeschlagen haben.

Damit wächst der Druck auf die Liga, ihren verbliebenen Stars frühzeitig Planungssicherheit zu geben. Gleichzeitig ist weiterhin offen, unter welchen Bedingungen ehemalige LIV-Spieler wieder dauerhaft auf der PGA Tour oder DP World Tour antreten könnten.

Eine einheitliche Rückkehrregelung gibt es bislang nicht. Denkbar sind individuelle Vereinbarungen, Sperrfristen oder finanzielle Sanktionen. Für die Spieler bleibt damit nicht nur die Zukunft von LIV unklar, sondern auch der Weg zurück.

Neue Klagen belasten die Liga

Zusätzlicher Druck entsteht auf juristischer Ebene. Eine kanadische Technologiegesellschaft hat LIV Golf auf rund 1,13 Millionen US-Dollar verklagt.

Mobii Systems wirft der Liga vor, Lizenz- und Nutzungsgebühren für die Übertragungstechnologie „Any Shot, Any Time“ nicht vollständig bezahlt zu haben. Zudem soll LIV den Einsatz des Systems vorzeitig beendet haben.

Ob die Forderungen berechtigt sind, muss nun gerichtlich geklärt werden. Der Zeitpunkt der Klage ist für LIV dennoch ungünstig, da ohnehin bereits über Einsparungen, neue Investoren und die zukünftige Finanzierung diskutiert wird.

Daneben wird über eine weitere, wesentlich größere Klage berichtet. World Golf Group und Premier Golf League sollen Forderungen von bis zu 630 Millionen US-Dollar geltend machen. Auch hier ist bislang offen, wie belastbar die Ansprüche tatsächlich sind.

LIV Golf spielt weiter – doch die Zukunft bleibt offen

Trotz der zahlreichen offenen Fragen wird die laufende Saison zunächst fortgesetzt. Das nächste Turnier findet vom 23. bis 26. Juli 2026 im JCB Golf & Country Club in England statt.

Danach stehen weitere Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Indianapolis sowie das Team Championship Ende August in Michigan.

Frühere Spekulationen über einen möglichen vorzeitigen Abbruch der Saison haben sich bislang nicht bestätigt. Allerdings wurden einzelne Turniere bereits verändert oder verschoben. Das ursprünglich geplante Event in New Orleans fand nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt statt.

Der offizielle Spielbetrieb geht also weiter. Hinter den Kulissen dürfte der Fokus aber längst auf der Frage liegen, wie eine Saison 2027 finanziert, organisiert und personell besetzt werden kann.

Wie geht es mit LIV Golf 2027 weiter?

Sportlich bleibt LIV Golf 2026 präsent. Die größeren Fragen werden derzeit jedoch abseits des Platzes entschieden.

Die neue Allianz der Asian Tour mit PGA Tour und DP World Tour schwächt den internationalen Unterbau. Gleichzeitig halten sich Stars wie Jon Rahm mit klaren Aussagen zurück, während bei Bryson DeChambeau eine wichtige Vertragsentscheidung bevorsteht.

Hinzu kommen Spielerabgänge und juristische Auseinandersetzungen. Noch ist nicht entschieden, wie LIV Golf im kommenden Jahr aussehen wird. Klar ist aber schon jetzt: Eine unveränderte Fortsetzung der Liga wird immer unwahrscheinlicher.

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