
Höhenlage, traditionsreiche Golfclubs, alpine Landschaften und stilvolle Hotels im Engadin erleben.
St. Moritz gilt als Winterort. Skirennen, Pferde auf dem See, Pelzkrägen, große Namen. Wer den Ort kennt, verbindet ihn zuerst mit Schnee, einzigartigen Wintersport-Events, gesellschaftlichem Kalender und einer Kulisse, die von Dezember bis März funktioniert. Umso berechtigter ist die Frage, warum man ausgerechnet hier im Sommer Golfschläger aus dem Kofferraum hebt.
Nun, wir kommen mit der Räthischen Bahn von Zürich über Chur nach St. Moritz. Die Bahnstrecken durch das Albulatal gehören zum UNESCO-Welterbe – ein Zeugnis spektakulärer Ingenieurskunst und alpiner Landschaften. Wir fahren über mehrere Viadukte und Serpentinen, vorbei an grünen Hängen, schimmernden tiefblauen Seen und genießen den Blick auf die teils noch verschneiten Gipfel der Engadiner Bergwelt. Hier beginnt der Urlaub direkt, zumindest, was die Blicke angeht.
Der Sommer in St. Moritz ist eine Zeit voller Farben und Leben und zeigt sich von seiner sportlichen Seite. Die magische Atmosphäre zieht auch in dieser Zeit des Jahres die Gäste aus aller Welt an, nur eben nicht so sehr wie im Winter. Ob Wandern, Wassersport, Biken oder eben Golf. Hier findet man Möglichkeiten, die man in klassischen Sommerdestinationen am liebsten mag: mehrere hochwertige Plätze in unmittelbarer Nähe, ein Klima, das ganztägiges Spielen erlaubt, denn vielen bekommt die Hitze im Sommer ja nicht so, und ein Ort, der auch außerhalb des Golfplatzes auch kulturell seine Urlauber gut beschäftigt.
Fein Residieren
Eine wunderbare Bleibe, um St. Moritz und das Engadin zu erkunden, ist das Grandhotel Kulm in St. Moritz, ein geschichtsträchtiges Haus. Gegründet 1856 von Johannes Badrutt, dem Mann mit jener berühmten Winter-Wette mit englischen Sommergästen, trägt das Haus bis heute diese Mischung aus Pioniergeist und Gelassenheit. In den Fluren und Salons erzählen historische Fotografien von prominenten Gästen – Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock, Königsfamilien – und gleichzeitig läuft das Hotel im Hier und Jetzt: Spa-Flächen, Panoramafenster, eine Gastronomie-Spannweite von Pizza bis Fine Dining. Man wohnt in einem Haus, das Wintersportgeschichte mitverfasst hat und im Sommer den Golfschuh genauso ernst nimmt wie den Smoking, und das alles in einem souveränen „Understatement Luxus“, elegant, stilvoll inszeniert.
Kulm Golf Club: neunmal Par 3, hundertmal Konzentration.
Direkt beim Kulm beginnt die Golfgeschichte des Engadins: Der Kulm Golf Club wurde 1891 eröffnet – ein alpines Urgestein in kompaktem Format. Neun Par-3-Löcher, eingebettet in parkähnliche Umgebung oberhalb des Ortes, wirken auf dem Papier fast wie ein Aperitif im Golfurlaub. Auf der Runde wird daraus ein kleiner Test für Timing und Nerven: enge Bahnen, Höhenunterschiede, Grüns im eher handlichen Maß. Hier gewinnt die saubere Schlagidee gegen den Reflex, „einfach mal drauf“ zu gehen. Der Platz belohnt Präzision, und er lehrt – sehr höflich, sehr konsequent – Respekt vor dem kurzen Spiel.
Engadin Golf Club
Der älteste Golfclub der Schweiz, 1893 gegründet, beheimatet zwei 18-Loch-Championship-Courses, auf denen es so gar nicht langweilig wird. Dank ihres unterschiedlichen Platzdesigns kann man hier an sich und seiner Perfomance im Höhentraining arbeiten, mal eben, mal hügelig, mal windig, mal windstill, aber vermutlich immer bei Sonnenschein, denn die Region punktet mit durchschnittlich 320 sonnigen Tagen im Jahr. Kein Wunder, dass auch so große Namen wie die Aga Khans, die Lords von Windsor, der italienische Adel und sogar James-Bond-Darsteller Sean Connery in den Jahren zuvor hier ihr golferisches Glück fanden. Kleiner Spaßhack. Im Engadin gibt es auch die Snow Golf Days. Mit der richtigen Kleidung sind sie das ultimative weiße Vergnügen.
Engadin Golf Club Samedan
Der älteste Golfclub der Schweiz, 1893 gegründet, beheimatet zwei 18-Loch-Championship-Courses, auf denen es so gar nicht langweilig wird. Dank ihres unterschiedlichen Platzdesigns kann man hier an sich und seiner Perfomance im Höhentraining arbeiten, mal eben, mal hügelig, mal windig, mal windstill, aber vermutlich immer bei Sonnenschein, denn die Region punktet mit durchschnittlich 320 sonnigen Tagen im Jahr. Kein Wunder, dass auch so große Namen wie die Aga Khans, die Lords von Windsor, der italienische Adel und sogar James-Bond-Darsteller Sean Connery in den Jahren zuvor hier ihr golferisches Glück fanden. Kleiner Spaßhack. Im Engadin gibt es auch die Snow Golf Days. Mit der richtigen Kleidung sind sie das ultimative weiße Vergnügen.
Zuoz-Madulain
Das moderne Pendant mit Eigensinn. Der dritte Platz des Engadins ist der Golf Club Zuoz-Madulain, der deutlich andere Akzente setzt: Er arbeitet stärker mit Höhenunterschieden. Es geht öfter hinauf und hinunter, die Grüns zeigen deutlich mehr Kontur, Bunker stehen dort, wo der Blick am liebsten vorbeirutschen würde. Zuoz fordert Planung – und schenkt als Gegenleistung eine Runde, die sich wie ein Dialog anfühlt: „Was hast du vor?“ – „Und was macht der Bergwind daraus?“ Der Platz spielt sich abwechslungsreich, aber körperlich fordernder als Samedan.
Kulm Country Club – Kulinarischer Treffpunkt mit Geschichte
Das Gebäude des Kulm Country Club wurde ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts als Pavillon an der Eisbahn errichtet. Diese sportliche Vergangenheit ist bis heute spürbar und in der Dekoration auch sichtbar. In den vergangenen Jahren wurde der Bau behutsam modernisiert und erweitert. Entstanden ist ein offenes Raumkonzept mit Restaurant, Bar und großzügiger Terrasse, die einen Blick auf Eisbahn und Bergkulisse bietet.
Kulinarisches Konzept zwischen der Region und der Welt
Im Mittelpunkt steht ein kulinarisches Angebot, das sich bewusst zwischen regionaler Verankerung und internationaler Handschrift bewegt. Verantwortlich für das gastronomische Profil ist Mauro Colagreco, dessen Name vor allem mit einer naturbezogenen, produktfokussierten Küche verbunden ist. Dieser Ansatz prägt auch das Angebot in St. Moritz, allerdings angepasst an Ort, Höhenlage und regionale Produkte.
Die Speisekarte folgt keinem starren Schema, sondern orientiert sich an Saison und Verfügbarkeit. Eine zentrale Rolle spielt das Kochen über offenem Feuer und Glut. Fleisch, Fisch und Gemüse werden auf diese Weise zubereitet, was den Eigengeschmack der Produkte in den Vordergrund stellt.
Fotos: Kulm Hotel St. Moritz
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