
Endlich am Ziel: Tommy Fleetwood gewinnt sein erstes PGA TOUR-Turnier und krönt sich zum FedExCup-Champion. Ein Triumph der Geduld und Resilienz.
163 Turniere, 30 Top-Fünf-Platzierungen, unzählige Male knapp gescheitert – und nun der ganz große Triumph. Tommy Fleetwood hat bei der TOUR Championship in East Lake endlich geschafft, was ihm so lange verwehrt blieb: seinen ersten Sieg auf der PGA TOUR. Und nicht nur das. Der Engländer krönte sich damit gleich auch noch zum FedExCup-Champion – inklusive zehn Millionen Dollar Preisgeld und einer Trophäe, die ihm wahrscheinlich mehr wert ist als die Summe auf dem Scheck.
Fleetwood, 34 Jahre alt, Ryder-Cup-Held, achtfacher Sieger auf der DP World Tour, hatte über Jahre hinweg bewiesen, dass er zur Weltklasse gehört. Doch der Makel, noch nie ein Turnier in den USA gewonnen zu haben, hing wie eine bleierne Last über ihm. Bis jetzt. „About (*****) time“, entfuhr es ihm nach dem letzten Putt, ehe er seinen langjährigen Caddie und Freund Ian Finnis umarmte. Übersetzt: „Wurde auch (verdammte) Zeit.“
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Tommy Fleetwood: Ein Sommer voller Rückschläge
Fleetwood hatte in dieser Saison mehrfach die Gelegenheit, seine Sieglosigkeit in den USA zu beenden – und scheiterte jedes Mal knapp. Bei den Travelers Championship führte er bis zur letzten Bahn, nur um den Sieg durch ein verpasstes Par und Keegan Bradleys Birdie noch aus der Hand zu geben. Bei der FedEx St. Jude Championship verlor er eine Zwei-Schläge-Führung auf den letzten drei Löchern. „Ich habe immer wieder versucht, mich zurückzukämpfen, egal, wie oft es nicht gereicht hat“, sagte Fleetwood. „Es ist leicht, von Resilienz zu sprechen. Aber es ist etwas anderes, sie wirklich zu beweisen.“
Dieses Durchhaltevermögen machte den Unterschied. Statt zu verbittern, präsentierte sich der Engländer nach Niederlagen stets dankbar und positiv. „Wie jeder normale Mensch bin ich enttäuscht, traurig oder wütend. Aber ich habe ein Bewusstsein dafür, dass es nichts bringt, negative Erfahrungen zu machen. Man muss lernen und das Beste daraus machen.“
Fleetwoods Nervenschlacht in East Lake
Beim Saisonfinale in Atlanta starteten die besten 30 Spieler der Saison erstmals wieder alle mit demselben Score (bei Even/Par). Wer die TOUR Championship gewann, war automatisch FedExCup-Sieger. Und Fleetwood behielt diesmal Nerven. Mit einer Schlussrunde von 68 Schlägen beendete er das Turnier bei 18 unter Par, drei Schläge vor Russell Henley und Patrick Cantlay aus den USA.
Der Engländer startete solide, konterte Rückschläge mit Birdies und behielt auch dann die Ruhe, als Cantlay zwischenzeitlich bis auf einen Schlag herankam. Besonders kritisch: Loch 15, ein 215-Meter-Par-3 mit Inselgrün, an dem Fleetwoods Ball am Samstag noch im Wasser gelandet war. In der Schlussrunde aber bekam er den Ball trocken zum Liegen. Der Weg war frei. „Tommy! Tommy! Tommy!“ hallte es auf den letzten Löchern über den Platz. Fleetwood aber blieb dennoch in seiner „mentalen Blase“, wie er es später nannte. Erst als der Ball endgültig im Loch war, ließ er den Jubel zu, nahm die Kappe ab und ließ die Haare fliegen.
Glückwünsche aus aller Welt
Die Golfwelt, ja sogar die Sportwelt insgesamt, reagierte begeistert auf den Sieg von Fleetwood. Tiger Woods schrieb auf X: „Dein Weg ist ein Beweis dafür, dass sich harte Arbeit, Durchhaltevermögen und Herzblut auszahlen. Niemand hat es mehr verdient als du. Auch die Basektballer LeBron James, Caitlin Clark und Schwimm-Legende Michael Phelps feierten Fleetwoods Triumph. Für viele war dieser Sieg überfällig – nicht nur wegen der Statistik, sondern auch, weil Fleetwood mit seiner offenen, sympathischen Art weltweit beliebt ist. „Er steht immer wieder auf und kommt stärker zurück“, lobte sein irischer Ryder-Cup-Kollege Shane Lowry.
Your journey is a reminder that hard work, resilience, and heart do pay off. No one deserves it more. Congrats @TommyFleetwood1!
— Tiger Woods (@TigerWoods) August 24, 2025
Tommy Fleetwood: Von der ewigen Nummer zwei zum Champion
Fleetwood selbst sprach lange davon, „innerlich schon ein PGA TOUR Sieger“ zu sein. Nur auf dem Papier fehlte der Beweis. Mit dem Sieg im East Lake Golf CLub hat er dieses Kapitel geschlossen. 30 Top-Fünf- und 44 Top-Ten-Platzierungen ohne Titel – eine Leidensgeschichte, die in den Annalen der Tour ihresgleichen sucht – gehören der Vergangenheit an.
Für Tommy Fleetwood bedeutet dieser Erfolg derweilen weit mehr als ein Preisgeld oder eine Trophäe. Er ist die Belohnung für jahrelanges Kämpfen, für den Glauben an den eigenen Weg und für die Fähigkeit, Niederlagen nicht als Endpunkt, sondern als Lektion zu sehen. Sein Sieg ist ein Lehrstück in Sachen Geduld und Haltung – und vielleicht der Auftakt zu mehr. Doch egal, was die Zukunft bringt: Mit diesem Triumph ist Tommy Fleetwood endgültig dort angekommen, wo er schon lange hingehörte.
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