
Die LIV Golf Zukunft scheint vorerst gesichert. Ein neuer Hauptinvestor soll die umstrittene Golfserie über die Saison 2026 hinaus finanzieren. Allerdings bleiben der Name des Geldgebers, die Investitionssumme und wichtige Vertragsdetails geheim. Deshalb ist die angekündigte Rettung noch nicht vollständig abgeschlossen.
Neuer Investor für LIV Golf
LIV-Golf-CEO Scott O’Neil hat am 5. August 2026 eine Vereinbarung mit einem neuen Hauptinvestor bestätigt. Demnach unterzeichnete der bislang unbekannte Geldgeber ein sogenanntes Term Sheet. Auch der Vorstand von LIV Golf stimmte der Vereinbarung bereits zu.
Damit hat die Liga einen wichtigen Schritt zur Sicherung ihrer Zukunft gemacht. Allerdings handelt es sich zunächst um eine Grundsatzvereinbarung. Der vollständige Abschluss der Transaktion steht noch aus. Nach Angaben O’Neils sollen die endgültigen Bedingungen in den kommenden Wochen vereinbart werden. Als Zieltermin gilt September 2026.
Deshalb wäre es verfrüht, bereits von einer endgültigen Rettung zu sprechen. Die LIV Golf Zukunft hängt weiterhin davon ab, ob alle Bedingungen erfüllt werden und das zugesagte Kapital tatsächlich zur Verfügung steht.
Geldgeber bleibt unbekannt
LIV Golf hat weder den Namen des neuen Hauptinvestors noch dessen Beteiligungsquote veröffentlicht. Auch zur Höhe der Investition machte die Ligaführung keine offiziellen Angaben.
Scott O’Neil sprach lediglich von einem bedeutenden Investor, der die nächste Phase der Liga mittragen soll. Laut einem Bericht der Financial Times könnte die Kreditsparte der britischen Beteiligungsgesellschaft BC Partners hinter dem Angebot stehen. Weder LIV Golf noch BC Partners bestätigten diese Darstellung bisher.
Daher gilt:
- Ein Hauptinvestor hat eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet.
- Der LIV-Vorstand hat dieser Vereinbarung zugestimmt.
- Die Identität des Investors ist nicht bestätigt.
- Die genaue Investitionssumme bleibt offen.
- Der endgültige Vertragsabschluss steht noch aus.
Medien nennen Summen zwischen 250 und 350 Millionen US-Dollar. Diese Angaben beruhen jedoch auf unterschiedlichen Berichten. LIV Golf selbst hat bislang keinen Betrag veröffentlicht.
Warum LIV neues Kapital braucht
Der saudische Public Investment Fund, kurz PIF, will die laufende Finanzierung nach der Saison 2026 beenden. Der Staatsfonds hatte LIV Golf seit dem Start der Serie im Jahr 2022 finanziert.
Medienberichten zufolge flossen seitdem mehr als fünf Milliarden US-Dollar in die Liga. Das Geld finanzierte unter anderem hohe Antrittsprämien, große Preisgelder und den Aufbau eines internationalen Turnierkalenders.
Nach dem angekündigten Rückzug des PIF begann LIV Golf deshalb mit der Suche nach neuen Kapitalgebern. Die neue Finanzierung soll breiter aufgestellt sein. Neben dem Hauptinvestor interessieren sich laut O’Neil mehr als ein Dutzend weitere Parteien für Minderheitsbeteiligungen.
Allerdings ist nicht bekannt, wie konkret dieses Interesse ist. Bisher wurden keine weiteren verbindlichen Abschlüsse veröffentlicht.
LIV Golf Zukunft mit neuem Modell
Der geplante Neustart wird intern als LIV Golf 2.0 bezeichnet. Dabei soll die Liga nicht einfach im bisherigen Format fortgeführt werden. Stattdessen zeichnet sich ein kleineres und wirtschaftlich verändertes Modell ab.
Für die Saison 2027 plant LIV offenbar zehn zentrale Teamturniere. Fünf Veranstaltungen sollen in den USA stattfinden, fünf weitere an internationalen Austragungsorten. Zudem will die Liga ihren Kalender stärker an den vier Majors ausrichten.
Bisher umfasste der reguläre LIV-Kalender 14 Turniere. Die Reduzierung würde somit auch die laufenden Kosten senken.
Gleichzeitig sollen die Preisgelder deutlich zurückgehen. Konkrete Beträge sind allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Berichte über Preisgelder von rund zehn Millionen US-Dollar pro Turnier bleiben daher vorläufig.
Spieler sollen Anteile erhalten
Ein zentraler Bestandteil von LIV Golf 2.0 ist die geplante Beteiligung der Spieler. Nach den Aussagen O’Neils sollen die Profis gemeinsam die Mehrheit des Eigenkapitals halten.
Damit würde sich das bisherige Geschäftsmodell grundlegend verändern. Bislang lockte LIV Golf zahlreiche bekannte Spieler vor allem mit hohen garantierten Verträgen und großen Preisgeldern. Künftig könnten Unternehmensanteile einen Teil dieser Zahlungen ersetzen.
Noch fehlen jedoch wichtige Details:
- Welche Spieler erhalten Anteile?
- Wie werden diese Beteiligungen bewertet?
- Welche Stimmrechte sind damit verbunden?
- Werden offene Vertragsansprüche umgewandelt?
- Können Spieler ihre Anteile später verkaufen?
Daher lässt sich noch nicht feststellen, wie attraktiv das Modell für die Stars der Liga tatsächlich ist.
Bleiben Rahm und DeChambeau?
Auch die sportliche LIV Golf Zukunft bleibt offen. Scott O’Neil will insbesondere Jon Rahm und Bryson DeChambeau im neuen Modell halten. Eine verbindliche Zusage der beiden Spieler für die Saison 2027 liegt bisher jedoch nicht vor.
Weitere bekannte Namen wie Cameron Smith, Tyrrell Hatton und Dustin Johnson könnten ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Ohne mehrere dieser Stars würde LIV Golf sowohl sportlich als auch wirtschaftlich an Bedeutung verlieren.
Der neue Investor könnte seine endgültige Beteiligung deshalb an Bedingungen knüpfen. Dazu könnte gehören, dass wichtige Spieler ihre Verträge verlängern oder sich zum neuen Modell bekennen. Öffentlich bestätigt wurde eine solche Klausel bisher nicht.
Mehr Starts auf anderen Touren
LIV Golf will seinen Spielern künftig offenbar mehr Freiheit geben. Die neuen Verträge könnten Starts bei Veranstaltungen anderer Touren erleichtern. Zudem sollen die Profis wieder mehr Kontrolle über ihre persönlichen Vermarktungsrechte erhalten.
Damit könnte die Liga auf einen der häufigsten Kritikpunkte am bisherigen System reagieren. Dennoch entscheidet LIV Golf nicht allein darüber, ob seine Spieler auf der PGA Tour oder anderen Serien antreten dürfen.
Die jeweiligen Touren besitzen eigene Teilnahme-, Sperr- und Wiederaufnahmeregeln. Mehr Freiheit innerhalb eines LIV-Vertrags bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Spieler sofort wieder auf der PGA Tour starten kann.
Restrukturierung bleibt möglich
Neben dem Einstieg neuer Investoren wird über eine umfassende finanzielle Restrukturierung berichtet. Laut Financial Times könnte dabei auch ein vorbereitetes Insolvenzverfahren in Betracht kommen. Ein solches Verfahren könnte alte Verpflichtungen ordnen und den Start einer wirtschaftlich schlankeren Gesellschaft ermöglichen.
LIV Golf hat jedoch keine Insolvenz angekündigt. Deshalb sollte zwischen einer geprüften Option und einem bereits beschlossenen Verfahren klar unterschieden werden.
Fest steht lediglich: Die Liga muss ihre bisherigen Kosten reduzieren. Gleichzeitig muss sie bestehende Verpflichtungen gegenüber Spielern, Dienstleistern und Veranstaltern klären.
LIV Golf gewinnt Zeit
Die neue Investorenvereinbarung verschafft der Liga zunächst Planungssicherheit. Dennoch unterscheidet sich die Lage deutlich von einer abgeschlossenen Rettung.
Der Investor bleibt anonym. Die Summe ist unbekannt. Außerdem stehen die endgültigen Verträge noch aus. Gleichzeitig muss LIV Golf zentrale Spieler halten, die Kosten reduzieren und sein Geschäftsmodell neu ausrichten.
Die LIV Golf Zukunft hat damit wieder eine Perspektive. Allerdings entsteht keine unveränderte Fortsetzung der bisherigen Serie. Vielmehr deutet alles auf einen kleineren Kalender, geringere Preisgelder und ein neues Beteiligungsmodell hin. Ob LIV Golf 2.0 langfristig funktioniert, entscheidet sich erst nach dem endgültigen Abschluss und den Reaktionen der wichtigsten Spieler.






