Skip to main content
Golf

LIV Golf sucht neue Geldgeber: Ducera Partners soll den Neustart finanzieren

4. Mai 2026
LIV Golf neue Geldgeber. -Jon Rahm
Foto: Getty Images

Nach dem angekündigten Rückzug des PIF stellt LIV Golf seine Kapitalstrategie neu auf – und will vom saudisch finanzierten Herausforderer zur breiter getragenen Liga werden

Neue Phase der Finanzierung von LIV Golf

LIV Golf geht in die nächste Phase seiner Existenz – und sie dürfte über die Zukunft der Liga entscheiden. Wenige Tage nach der Bestätigung, dass der saudi-arabische Public Investment Fund, kurz PIF, die Finanzierung der Serie nur noch bis zum Ende der Saison 2026 sichern will, hat LIV Golf die Investmentbank Ducera Partners als Berater mandatiert. Die Aufgabe ist klar: Die Liga sucht langfristige Investoren und will ihr bisheriges Finanzierungsmodell in eine breiter aufgestellte, sogenannte Multi-Partner-Struktur überführen.

Damit reagiert LIV Golf auf die wohl größte Zäsur seit dem Start der Serie im Jahr 2022. Der PIF hatte LIV Golf mit Milliardeninvestitionen aufgebaut, Stars wie Phil Mickelson, Bryson DeChambeau, Brooks Koepka, Dustin Johnson und später Jon Rahm verpflichtet und den professionellen Golfsport damit grundlegend verändert. Nun aber soll die bisherige Anschubfinanzierung aus Saudi-Arabien auslaufen. Nach Angaben mehrerer internationaler Medien und einer PIF-Stellungnahme ist der hohe Kapitalbedarf der Liga langfristig nicht mehr mit der aktuellen Investmentstrategie des Fonds vereinbar.

Ducera soll den Kapitalprozess strukturieren

Ducera Partners ist eine auf komplexe Unternehmensfinanzierungen, M&A-Prozesse, Restrukturierungen und Kapitalmarkttransaktionen spezialisierte Investmentbank mit Sitz in den USA. Nach Angaben von LIV Golf hat Ducera seit der Gründung im Jahr 2015 Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 850 Milliarden US-Dollar begleitet. Angeführt wird die Firma von Michael Kramer, der laut LIV unter anderem Erfahrung mit Transaktionen im Umfeld von NHL- und MLB-Franchises mitbringt.

Für LIV Golf ist die Mandatierung ein Signal an den Markt. Die Liga will nicht nur kurzfristig Geld beschaffen, sondern ihre Struktur für Investoren erklärbarer machen. CEO Scott O’Neil spricht in der Mitteilung von einer „finanziellen Grundlage für die lange Frist“. Gene Davis, Vorsitzender des Independent Director Committee, beschreibt die Verpflichtung Duceras als Teil eines „rigorosen Prozesses“, um geeignete Partner für das nächste Kapitel der Liga zu finden.

Vom Einzelgeldgeber zum Investorenmodell

Bislang war LIV Golf im Kern ein durch den PIF finanzierter Markteintritt in den Spitzengolfsport. Dieses Modell ermöglichte eine Geschwindigkeit, die im Golf kaum vorstellbar war: hohe Preisgelder, garantierte Spielerverträge, ein globaler Turnierplan, Team-Franchises und ein Entertainment-Ansatz, der bewusst anders sein wollte als die klassische Tour-Struktur.

Genau dieses Modell steht nun zur Disposition. Nicht sportlich im Sinne des Formats, aber wirtschaftlich. LIV Golf will künftig offenbar stärker wie eine Sportliga mit Beteiligungsmöglichkeiten funktionieren: Teams, Rechte, Sponsoring, Events, Medienpräsenz und strategische Investoren sollen eine tragfähigere Basis bilden. Die Liga verweist selbst auf ein kommerzielles Momentum: Sponsoring und Partnerschaften seien im Jahresvergleich um 40 Prozent gestiegen, Ticketverkäufe um mehr als 130 Prozent, die Übertragungen erreichten fast eine Milliarde Haushalte in mehr als 200 Ländern und Territorien.

Diese Zahlen sind Teil der Erzählung, mit der LIV Golf nun Investoren überzeugen muss. Sie stehen allerdings neben einer anderen Realität: Die Liga hat bislang enorme Summen benötigt, um sportliche Relevanz und Aufmerksamkeit zu kaufen. Internationale Berichte beziffern die bisherigen PIF-Investitionen auf mehr als fünf Milliarden US-Dollar.

Neue Führung, neue Dringlichkeit

Die Bestellung Duceras folgt auf eine Neuordnung der Führungsstruktur. LIV Golf hatte zuvor Gene Davis und Jon Zinman als unabhängige Direktoren vorgestellt. Davis gilt als Restrukturierungs- und Finanzexperte, Zinman bringt Investment- und Transaktionserfahrung ein. Ihre Rolle ist bemerkenswert: LIV Golf bereitet sich nicht nur auf Wachstum vor, sondern auf eine Phase, in der die Liga ohne den bisherigen Hauptgeldgeber überlebensfähig werden muss.

Auch die Rolle von Yasir Al-Rumayyan, PIF-Gouverneur und eine der prägenden Figuren hinter LIV Golf, hat sich dadurch verändert. Mehrere Medien berichteten zuletzt, dass Al-Rumayyan im Zuge der Neuaufstellung als Chairman der Liga zurücktreten werde. Damit würde sich LIV Golf auch personell von seiner Gründungsphase entfernen.

Sportlich läuft die Saison weiter

Auf dem Platz läuft LIV Golf 2026 zunächst weiter. Die Saison umfasst 14 Events, das Format wurde auf 72 Löcher erweitert, das Feld besteht aus 57 Spielern, 13 Teams und zusätzlichen Wildcards. Damit hat sich die Liga in Teilen dem klassischen Turniergolf angenähert, ohne ihr Teammodell aufzugeben.

Die entscheidende Frage lautet jedoch, wie attraktiv das Produkt ohne dauerhaft garantierte PIF-Milliarden bleibt. Die Preisgelder, Teamstrukturen und Spielerverträge waren von Beginn an zentrale Bestandteile der LIV-Identität. Sollten neue Investoren einsteigen, werden sie genau prüfen, welche Kostenstruktur tragfähig ist, welche Teams echten Franchise-Wert besitzen und ob internationale Reichweite auch in belastbare Erlöse übersetzt werden kann.

Spieler zwischen Loyalität und Unsicherheit

Für die Spieler verschiebt sich die Lage ebenfalls. Bryson DeChambeau hat sich zuletzt öffentlich zu LIV Golf bekannt und betont, er wolle an einer nachhaltigen Lösung für teambasiertes Profigolf mitarbeiten. Gleichzeitig bleibt unklar, wie viele große Namen ihre Zukunft langfristig an LIV binden, wenn Verträge auslaufen oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen neu verhandelt werden müssen.

Die PGA Tour dürfte diese Entwicklung genau beobachten. Seit der LIV-Gründung hat der Druck der Konkurrenz die Preisgeldstruktur, Spielerprogramme und strategische Ausrichtung der etablierten Tour massiv beeinflusst. Sollte LIV Golf künftig kleiner, günstiger oder stärker investorengetrieben auftreten, könnte sich auch das Machtgefüge im Weltgolf erneut verändern.

LIV Golf: Ein Neustart unter Druck

Die Verpflichtung von Ducera Partners ist deshalb mehr als eine technische Finanzmeldung. Sie markiert den Versuch, LIV Golf von einem hoch subventionierten Herausforderer in ein marktfähiges Sportprodukt zu verwandeln. Dass LIV diesen Schritt offensiv kommuniziert, zeigt Selbstbewusstsein. Dass er überhaupt notwendig ist, zeigt die Dringlichkeit.

Für die Liga beginnt nun die härteste Prüfung seit ihrer Gründung. LIV Golf hat bewiesen, dass man mit Kapital Aufmerksamkeit, Stars und sportpolitische Wirkung erzeugen kann. Die nächste Frage ist schwieriger: Kann daraus ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell werden?

Der Ausgang dieses Prozesses wird nicht nur über LIV Golf entscheiden. Er wird auch zeigen, wie nachhaltig die tektonischen Verschiebungen im Profigolf wirklich sind – und ob das Teammodell der Liga mehr ist als ein milliardenschwerer Angriff auf die alte Ordnung.

Weitere Beiträge

PGA Championship 2026

PGA Championship 2026: Major-Test in Aronimink

| Golf | No Comments
PGA Championship 2026 in Aronimink: Favoriten, Platzprofil, deutsche Starter, Wetter und Ausblick auf das zweite Major des Jahres.
Estrella Damm Catalunya Championship Yurav Premlall

Estrella Damm Catalunya Championship: Premlall siegt

| Golf | No Comments
Yurav Premlall gewinnt das Estrella Damm Catalunya Championship mit 14 Schlägen Vorsprung. Wiesberger wird bester Spieler aus dem DACH-Raum.
Helen Briem bei den Amundi German Masters

Amundi German Masters 2026

| Golf | No Comments
Amundi German Masters 2026: Deutsche Stars, LET-Golf, Fan-Erlebnis, GOLF’N’STYLE und Grün & saftig live bei Green Eagle Golf Courses.
Golferin in Tirol

Tirol – Golf, Genuss und Gastfreundschaft

| Reise | No Comments
Tirol präsentiert sich als vielseitige Golfdestination mit hoher Platzdichte, abwechslungsreichen Courses und exzellenter Kulinarik: Rund um Kitzbühel verbinden sich sportlicher Anspruch, kurze Wege und gelebte Gastfreundschaft zu einem Golfurlaub mit…
Adidas Neue Kollektion 2026

Adidas – lässiger Style für den Golf-Sommer

| Style | No Comments
Adidas Golf Sommerkollektion 2026: Leichte, funktionale Golfbekleidung und Schuhe in verschiedenen Blautönen – modern, komfortabel und leistungsorientiert für den Platz und darüber hinaus.
Andreus Resorts

Andreus Resort – Wo der Golfplatz gleich mit einzieht

| Reise | No Comments
Golfurlaub im Andreus Resort: Direkt am Platz, drei Hotelkonzepte, Top-Training, vielfältiger Sport und Wellness – ideal für aktive Genießer in Südtirol.