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Golf

Ladies German Challenge stärkt Frauengolf

18. Juni 2026
Ladies German Challenge

Ladies German Challenge powered by VcG bringt die LET Access Series nach sieben Jahren zurück nach Deutschland. Vom 19. bis 21. Juni 2026 feiert das Turnier im Golf-Club Bergisch Land in Wuppertal Premiere. Es setzt ein wichtiges Signal für den deutschen Frauengolf. Zugleich stellt sich die Frage, ob ein einzelnes Turnier bereits ausreicht, um strukturelle Lücken dauerhaft zu schließen.

Premiere im Bergischen Land

Die Ladies German Challenge powered by VcG schließt eine spürbare Lücke im deutschen Turnierkalender. Nach sieben Jahren Pause kehrt die LET Access Series wieder nach Deutschland zurück. Gespielt wird im Golf-Club Bergisch Land in Wuppertal.

Der Club bringt dafür ein passendes Profil mit. Er zählt zu den traditionsreichen Anlagen in Deutschland und wurde 1928 auf Initiative von Willy Schniewind gegründet. Zudem verbindet ihn eine lange Geschichte mit dem deutschen Profigolf. Martin Kaymer begann hier seine Profikarriere. Auch Marcel Siem hat eine enge Verbindung zum Club.

Sportlich fordert der Platz genaue Schläge und kluge Entscheidungen. Höhenunterschiede, Hanglagen und waldreiches Gelände prägen die Anlage. Damit passt der Austragungsort zu einem internationalen Feld, das sich auf Entwicklungstour-Niveau beweisen will.

Frauengolf braucht Praxis

Für den deutschen Frauengolf kommt das Turnier zu einem passenden Zeitpunkt. Deutsche Spielerinnen haben auf der Ladies European Tour in den vergangenen Jahren mehr Sichtbarkeit geschaffen und auch Erfolge gefeiert. Dennoch bleibt der Übergang von der Amateurspitze in den Profibereich anspruchsvoll.

Genau hier setzt die LET Access Series an. Sie gibt jungen Profis und ambitionierten Talenten die Chance, unter internationalen Bedingungen zu spielen. Außerdem sammeln die Spielerinnen Erfahrung, Ranglistenpunkte und Argumente für den nächsten Schritt.

Doch ein Heimturnier allein löst diese Aufgabe nicht. Sichtbarkeit entsteht nicht nur über drei Turnierrunden. Sie braucht Wiederholung, mediale Präsenz, verlässliche Startmöglichkeiten und eine klare Perspektive über eine einzelne Woche hinaus.

Starkes deutsches Feld

Im Feld stehen 132 Spielerinnen. Davon kommen 16 Starterinnen aus Deutschland. Mit dabei sind Hanna Tauber, Hanna Charlotte Kölker, Susanna Brenske, Antonia Steiner, Sophie Renner, Leonie Wulfers, Mia Lena Hoffmann und Anna-Maria Diederichs.

Außerdem starten Vivi Bühle, Lura Götz, Hannah Karg, Lara Ok, Chiara Horder, Kimberley Sommer, Theresa De Bochdanovits und Lisa Marie Schumacher. Damit erhält der deutsche Nachwuchs eine direkte Bühne vor heimischem Publikum.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Hanna Tauber. Die 21-Jährige vom Golf-Club Bergisch Land gewann im Mai bereits ein LETAS-Turnier in Österreich. Nun tritt sie auf vertrautem Gelände an. Damit gehört sie zu einem Trio im Feld, das in der laufenden Saison bereits einen Sieg auf der LET Access Series verbucht hat.

Preisgeld mit Signal

Mit 70.000 Euro Preisgeld zählt die Ladies German Challenge powered by VcG schon bei ihrer Premiere zu den höher dotierten Turnieren der Saison. Für die Spielerinnen geht es daher um mehr als ein gutes Ergebnis.

Wer sich auf der LETAS behauptet, sammelt wichtige Punkte und stärkt die eigene Position. Zudem erhält die Siegerin einen Startplatz bei der VP Bank Swiss Ladies Open auf der Ladies European Tour.

Das Preisgeld sendet ein positives Signal. Trotzdem bleibt die finanzielle Realität auf Entwicklungstouren herausfordernd. Reisen, Training, Betreuung und Turnierplanung verursachen hohe Kosten. Deshalb ist ein stark dotiertes Turnier hilfreich, aber noch kein Ersatz für ein dauerhaft tragfähiges Umfeld.

Freier Eintritt für Fans

Der Eintritt ist an allen Turniertagen frei. Dadurch öffnet das Turnier die Anlage für ein breiteres Publikum. Gerade im Frauengolf zählen solche Bühnen. Sie machen sportliche Vorbilder sichtbar und zeigen, wie der Weg vom Clubgolf in den Profibereich aussehen kann. Außerdem schafft ein Heimturnier Nähe, die internationale Tourstationen sonst selten bieten.Nachwuchs früh eingebunden

Bereits vor dem ersten Turniertag rückte das VP Bank Girls ProAm den Nachwuchs in den Mittelpunkt. Mädchen im Alter von acht bis 15 Jahren spielten gemeinsam mit Profigolferinnen auf dem Turnierkurs.

Eltern begleiteten die Runde nicht auf dem Platz. Stattdessen durfte jede Spielerin eine Freundin oder einen Freund als Caddie mitbringen. Das Format gab den Mädchen Raum, Turniergolf aus nächster Nähe zu erleben.

Frederika Pomberg vom Royal Saint Barbara’s Dortmund Golf Club gehörte zu den Teilnehmerinnen. Sie gewann einen Start beim „Beat the Pro“ der VP Bank Swiss Ladies Open im August. Ihre Reaktion zeigte, welchen Wert solche Begegnungen haben können.

Profigolf zum Anfassen

Auch Hanna Tauber nahm aus dem ProAm besondere Eindrücke mit. Sie berichtete, die Kinder hätten sie zunächst gefragt, ob das Leben als Profigolferin Spaß mache. Aus ihrer Sicht zeigt genau diese Frage, wie junge Spielerinnen auf den Beruf blicken.

Gleichzeitig machte Tauber deutlich, dass der Weg als Profi harte Arbeit, viele Reisen und schwierige Phasen mit sich bringt. Dennoch bereitete ihr der Tag mit den Mädchen viel Freude.

Solche Formate sind wichtig, weil sie Nähe schaffen. Sie können Motivation auslösen und Vorbilder sichtbar machen. Aber auch hier gilt: Ein ProAm bleibt ein Impuls. Nachhaltige Nachwuchsförderung braucht regelmäßige Angebote, klare Anschlussmöglichkeiten und eine Struktur, die Talente über Jahre begleitet.

Chancen für Deutschland

Bundestrainerin Nicole Gögele ordnet das Turnier als wertvolle Möglichkeit für deutsche Athletinnen ein. Ein LETAS-Event im eigenen Land gibt Spielerinnen die Chance, sich auf internationalem Niveau in vertrauter Umgebung zu beweisen.

Besonders wichtig sind aus ihrer Sicht die zusätzlichen Startplätze. Von ihnen können mehrere Spielerinnen des Golf Team Germany profitieren. Dadurch entsteht ein direkter sportlicher Mehrwert für die deutsche Nachwuchsstruktur.

Auch strukturell setzt die Ladies German Challenge ein Zeichen. Auf der Männerseite existiert mit der German Challenge powered by VcG im Wittelsbacher Golfclub seit 2021 ein Pendant auf Ebene der HotelPlanner Tour. Nun erhält auch der Frauengolf eine vergleichbare Bühne auf der Entwicklungstour der Ladies European Tour.

Reicht eine Bühne?

Genau an diesem Punkt beginnt die entscheidende Frage. Die Rückkehr der LET Access Series nach Deutschland ist ein Fortschritt. Sie schafft Startplätze, Aufmerksamkeit und internationale Turnierpraxis im eigenen Land.

Doch die Lücke zwischen Anspruch und Alltag bleibt groß. Ein Turnier kann Sichtbarkeit erzeugen, aber es ersetzt keine langfristige Strategie. Dafür braucht es weitere Spielgelegenheiten, planbare Förderwege und eine stärkere Verankerung des Frauengolfs in Clubs, Medien und Verbänden.

Die Ladies German Challenge kann daher ein Baustein sein. Sie ist aber nicht die ganze Antwort. Ihre Bedeutung wächst vor allem dann, wenn aus der Premiere eine verlässliche Station entsteht.

LETAS als Sprungbrett

Die LET Access Series ist die offizielle Nachwuchstour der Ladies European Tour. Sie bereitet Spielerinnen auf den internationalen Profialltag vor und bietet über die Saisonwertung den Weg zur LET.

2026 umfasst der Kalender 19 Turniere in 13 Ländern. Für deutsche Spielerinnen kann das Heimturnier daher ein wichtiger Test sein. Denn in dieser Phase zählen Spielpraxis, internationale Erfahrung und Ranglistenpunkte.

Wie schnell der Weg über die LETAS führen kann, zeigte Helen Briem im Jahr 2024. Die deutsche Nachwuchsspielerin schrieb mit drei Siegen in Serie Tourgeschichte. Zudem nutzte sie die Plattform als Schritt in Richtung höherer Aufgaben.

Ausblick auf drei Tage

Ab Freitag entscheidet der Platz im Bergischen Land, wer sich im internationalen Feld behauptet. Für die deutschen Spielerinnen bietet das Turnier eine seltene Kombination aus Heimvorteil, starker Konkurrenz und spürbarer Sichtbarkeit.

Die Premiere dürfte daher mehr sein als ein einzelner Turniertermin. Sie zeigt, wie tragfähig eine dauerhafte deutsche Station auf der LET Access Series sein kann.

Damit setzt die Ladies German Challenge powered by VcG ein klares Signal für den deutschen Frauengolf. Ob dieses Signal nachhaltig wirkt, entscheidet sich jedoch erst nach der Premiere: an Kontinuität, Anschlussförderung und der Frage, ob aus drei starken Turniertagen ein dauerhafter Impuls wird.

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