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Golf

Jon Rahm vor LIV-Aus? Bericht sorgt für neue Spekulationen

14. August 2026
Jon Rahm bei einem Turnier der LIV Golf League
Foto: Getty Images

Jon Rahm könnte LIV Golf nach der Saison 2026 verlassen. Nach einem Bericht des britischen „Telegraph“ wächst innerhalb der Liga die Erwartung, dass sich der Spanier gegen eine Zukunft bei LIV entscheidet. Bestätigt ist ein Abschied bislang allerdings nicht. Für Rahm könnte insbesondere der Ryder Cup 2027 eine entscheidende Rolle spielen.

Kaum hat Jon Rahm seinen dritten LIV-Golf-Gesamtsieg in Folge perfekt gemacht, rückt seine sportliche Zukunft in den Mittelpunkt. Nach Informationen des britischen „Telegraph“ stellt man sich innerhalb von LIV Golf zunehmend darauf ein, den zweimaligen Major-Sieger zu verlieren.

Wie GolfMagic unter Berufung auf den Bericht von Telegraph-Golfkorrespondent James Corrigan schreibt, seien Quellen innerhalb von LIV inzwischen „almost resigned“ – also nahezu darauf eingestellt –, dass Rahm die Liga verlassen werde. Eine endgültige Entscheidung soll demnach in den kommenden Wochen fallen.

Damit ist allerdings eines wichtig: Jon Rahm hat seinen Abschied von LIV Golf bislang nicht offiziell erklärt.

Jon Rahm und LIV Golf: Entscheidung offenbar noch nicht gefallen

Rahm wechselte im Dezember 2023 zu LIV Golf. Sportlich entwickelte sich der Spanier schnell zu einem der wichtigsten Spieler der Liga. 2026 sicherte er sich bereits vor dem letzten regulären Saisonturnier seinen dritten Individual Championship Titel in Folge.

Mit 944,54 Punkten war Rahm nach LIV Golf New York nicht mehr von Bryson DeChambeau einzuholen. Bemerkenswert: Ausgerechnet beim Turnier in New York belegte Rahm nur Rang 41 – sein bislang schlechtestes Ergebnis bei LIV Golf. Seine starke erste Saisonhälfte mit zwei Siegen und drei zweiten Plätzen reichte dennoch für den erneuten Gesamterfolg.

Sportlich gäbe es für Rahm somit wenig Anlass, LIV Golf zu verlassen. Abseits des Platzes sieht die Situation jedoch anders aus.

Bereits seit Monaten gibt es Spekulationen über seine Zukunft. Im Juni berichtete Front Office Sports, Rahm könnte darauf hoffen, dass LIV eine vertraglich vereinbarte Zahlung nicht leistet und sich dadurch eine Möglichkeit für einen vorzeitigen Ausstieg ergibt. GolfMagic griff diesen Bericht ebenfalls auf.

Rahms Vertrag soll eigentlich noch bis Ende 2027 laufen. Golf Monthly hatte bereits im Mai berichtet, dass der Spanier angesichts der Diskussionen um seine Zukunft nur wenige Möglichkeiten für einen vorzeitigen Ausstieg sehe.

Ryder Cup 2027 erhöht den Druck auf Rahm

Ein wesentlicher Faktor bei Rahms Entscheidung könnte der Ryder Cup 2027 im irischen Adare Manor sein.

Rahm hatte im Mai eine Vereinbarung mit der DP World Tour getroffen, durch die er seine Spielberechtigung auf der europäischen Tour erhalten konnte. Dazu gehörte unter anderem die Begleichung ausstehender Strafen. Für die Saison 2026 konnte er dadurch LIV Golf und seine Verpflichtungen auf der DP World Tour miteinander kombinieren.

Für 2027 dürfte dieses Modell jedoch nicht ohne Weiteres fortgesetzt werden.

Nach aktuellen Berichten hat die DP World Tour damit begonnen, LIV-Spieler darüber zu informieren, dass künftig wieder die normalen Regeln für konkurrierende Turniere gelten sollen. Weitere Ausnahmegenehmigungen für LIV-Turniere gelten als unwahrscheinlich. Damit könnten erneut hohe Geldstrafen und Sperren drohen.

Für Rahm ist das besonders relevant. Um für Europas Ryder-Cup-Team spielberechtigt zu sein, muss er die Mitgliedschaftsvoraussetzungen der DP World Tour erfüllen.

Auch „The Times“ berichtet deshalb, dass Rahms Teilnahme am Ryder Cup 2027 wieder unsicherer geworden ist. Rahm müsse in den kommenden Wochen entscheiden, ob er sich auf das neue LIV-Modell für 2027 einlässt – mit dem Risiko, seine Ryder-Cup-Zukunft zu gefährden.

LIV Golf steht vor einem grundlegenden Umbau

Rahms Entscheidung fällt zudem in eine Phase, in der sich LIV Golf selbst grundlegend verändert.

Der Saudi Public Investment Fund (PIF), der die Liga seit ihrer Gründung mit Milliardenbeträgen finanziert hat, zieht sich aus der bisherigen Finanzierung zurück. LIV Golf arbeitet deshalb an einem neuen Geschäftsmodell.

Commissioner Scott O’Neil bestätigte Anfang August eine Vereinbarung mit einem neuen Lead-Investor. Nach Informationen der „Financial Times“ handelt es sich dabei um die Credit-Sparte von BC Partners. Das geplante Modell soll LIV bis 2030 eine neue finanzielle Basis geben.

Das neue Konzept wird häufig als „LIV 2.0“ bezeichnet.

Für 2027 ist demnach eine deutlich kompaktere Saison mit zehn Turnieren vorgesehen. Gleichzeitig sollen die Preisgelder reduziert und die Spieler stärker am Unternehmen beteiligt werden. Golf Monthly berichtet, dass LIV-Spieler im neuen Modell Equity-Anteile erhalten könnten.

Gerade die Zukunft von Stars wie Rahm und Bryson DeChambeau dürfte für potenzielle Investoren von erheblicher Bedeutung sein.

Die Financial Times berichtet, dass die Verpflichtungen gegenüber den prominenten Spielern zu den zentralen Fragen der aktuellen Restrukturierung gehören. Gleichzeitig bestehen aus den bisherigen Verträgen noch hohe finanzielle Verpflichtungen.

Was passiert, wenn Jon Rahm LIV Golf verlässt?

Ein Abschied von LIV Golf würde nicht zwangsläufig bedeuten, dass Rahm unmittelbar wieder auf der PGA Tour spielt.

Nach derzeitigen PGA-Tour-Regeln können Spieler nach Starts bei LIV Golf weiterhin mit Sperrfristen konfrontiert werden. Für Rahm könnte deshalb zunächst die DP World Tour die naheliegendste sportliche Heimat sein.

Das würde ihm ermöglichen, seine Ryder-Cup-Berechtigung abzusichern und gleichzeitig über DP-World-Tour-Turniere sowie die Majors wieder stärker im traditionellen Turniersystem präsent zu sein.

Golf Monthly sieht genau diese Frage als einen der entscheidenden Faktoren für mehrere LIV-Spieler. Wer 2027 erneut eine komplette LIV-Saison bestreitet, könnte eine mögliche Rückkehr in das PGA-Tour-System weiter hinauszögern.

Rahms Abschied wäre ein schwerer Schlag für LIV Golf

Sollte Jon Rahm tatsächlich gehen, wäre sein Verlust für LIV Golf kaum zu überschätzen.

Der Spanier gehört nicht nur zu den bekanntesten Namen der Liga, sondern ist auch deren sportlich erfolgreichster Spieler der vergangenen Jahre. Seit seinem Wechsel gewann Rahm drei Mal in Folge die individuelle Saisonwertung.

Gerade während der geplanten Transformation zu „LIV 2.0“ wäre sein Abschied deshalb ein problematisches Signal.

Noch ist es allerdings zu früh, von einem beschlossenen Wechsel zu sprechen. Der Telegraph-Bericht beschreibt eine zunehmende Erwartung innerhalb von LIV Golf – keine bestätigte Entscheidung Rahms.

Die nächsten Wochen könnten Klarheit bringen.

Für Rahm geht es dabei längst um mehr als Geld oder die Frage, auf welcher Tour er 2027 abschlägt. Mit 31 Jahren befindet sich der zweimalige Major-Champion weiterhin in einer Phase seiner Karriere, in der weitere Major-Titel und Ryder Cups realistische Ziele sind.

Die entscheidende Frage dürfte deshalb lauten: Welches Umfeld bietet Jon Rahm die besten Möglichkeiten, sein sportliches Vermächtnis weiter auszubauen?

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