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GolfLife

Golf bei großer Hitze: Sicher durch die Runde

26. Juni 2026
Golf bei großer Hitze

Golf bei großer Hitze wird schnell zur körperlichen Belastungsprobe. Vier oder fünf Stunden auf dem Platz, lange Wege, wenig Schatten und Konzentration über 18 Löcher fordern den Körper. Der DWD warnt regional vor starker bis extremer Wärmebelastung; im Südwesten sind teils Temperaturen nahe 40 Grad möglich.

Golf hat den Ruf eines Sommersports. Das stimmt – bis die Sonne nicht mehr Begleitung, sondern Gegner wird. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad verändert sich nicht nur das Spiel. Auch der Körper muss deutlich mehr leisten.

Der Platz wird zur Wärmefalle

Auf vielen Golfanlagen ist man der Sonne stärker ausgesetzt als im Alltag. Fairways speichern Wärme. Wege zwischen den Löchern ziehen sich. Außerdem stehen Bäume nicht immer dort, wo man sie gerade braucht.

Wer trägt, schiebt oder einen Bunker mehrfach bearbeiten muss, merkt schnell: Golf bei großer Hitze ist kein Spaziergang.

Der Körper versucht, seine Temperatur über Schweiß und eine stärkere Durchblutung der Haut zu regulieren. Dafür braucht er Flüssigkeit, Energie und einen belastbaren Kreislauf. Gleichzeitig sinkt die Konzentration. Entscheidungen werden langsamer, die Geduld dünner und der Putt plötzlich länger als üblich.

Hinzu kommt die Nacht vor der Runde. Wer wegen der Wärme schlecht schläft, startet nicht frisch auf der Eins. Der Körper hat sich dann oft noch nicht ausreichend erholt.

Früh starten, früher aufhören

Die beste Strategie bei Golf bei großer Hitze beginnt mit der Startzeit. Frühe Abschläge sind an extremen Tagen keine Frage von Romantik, sondern von Vernunft. Morgens ist die Belastung geringer. Zudem ist der Platz leerer und die Runde meist schneller vorbei.

Wer erst mittags oder am frühen Nachmittag startet, sollte ehrlich prüfen, ob neun Löcher die bessere Wahl sind. Das ist keine Niederlage. Eine abgebrochene Runde wegen Kreislaufproblemen ist deutlich weniger sportlich als ein bewusster Plan B.

Auch Clubs und Turnierveranstalter tragen Verantwortung. Sinnvoll sind etwa:

  • zusätzliche Trinkwasserstellen
  • Schattenplätze am Abschlag
  • kürzere Rundenformate
  • flexible Startzeiten

Bei extremer Wärme ist das keine übertriebene Fürsorge, sondern gutes Management.

Trinken vor dem Durst

Durst ist ein später Hinweis. Wer erst dann zur Flasche greift, wenn der Mund trocken ist, hat oft schon zu wenig getrunken. Deshalb gehört Wasser sichtbar ins Bag – nicht unten zwischen Handschuh und Bananenschale, sondern griffbereit.

Die persönliche Trinkmenge hängt von Körpergröße, Belastung, Schweißverlust und Vorerkrankungen ab. Auf der Runde gilt jedoch: Regelmäßig kleine Mengen trinken, statt nach neun Löchern hektisch eine ganze Flasche zu leeren.

Bei langen und schweißtreibenden Runden können Elektrolyte sinnvoll sein. Wer Herz-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen hat oder Medikamente einnimmt, sollte die persönliche Trinkmenge ärztlich abstimmen.

Alkohol gehört an solchen Tagen nicht in die Halbzeitpause. Er entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit. Dadurch wird die zweite Neun nicht lockerer, sondern im Zweifel nur ungenauer.

Kleidung schützt den Körper

Dunkles Polo, schwere Stoffe und eine enge Hose sind bei 34 Grad keine Stilfrage mehr. Leichte, helle und luftige Kleidung hilft dem Körper, Wärme abzugeben. Ein Cap oder besser noch ein Hut schützt Kopf und Gesicht.

Sonnencreme gehört vor die Runde auf die Haut. Nach einigen Stunden sollte sie erneut aufgetragen werden. Besonders wichtig sind dabei Stellen, die schnell vergessen werden:

  • Nacken und Ohren
  • Unterarme und Waden
  • Oberseiten der Hände

Ein kleines feuchtes Handtuch im Bag kann ebenfalls helfen. Nacken, Unterarme oder Gesicht kurz zu kühlen, ist kein Wundermittel. Es bietet aber einen sinnvollen Reset zwischen zwei Schlägen.

Das Spiel an die Hitze anpassen

Bei Golf bei großer Hitze geht es nicht um Heldentum. Wer sonst zu Fuß geht, darf  auch einmal ein Cart nehmen. Und wer einen langen Weg zum Ball hat, muss den Schläger nicht in der Hand spazieren tragen.

Kleine Entscheidungen sparen Energie. Gerade auf den letzten Löchern fehlt sie sonst oft.

Auch taktisch wird das Spiel bei hohen Temperaturen einfacher, nicht komplizierter. Mehr konservative Ziele, weniger Jagd auf die Fahne und mehr Schläge mit Reserve sind oft die bessere Wahl. Der Ball fliegt in warmer Luft zwar häufig etwas weiter. Ein überhitzter Kopf produziert trotzdem selten bessere Entscheidungen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Kann ich diese Runde noch durchziehen?“ Sondern: „Spiele ich noch Golf – oder kämpfe ich nur noch gegen die Hitze?“

Warnzeichen konsequent ernst nehmen

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung, Herzrasen, Verwirrtheit oder ein unsicherer Gang sind keine Nebensächlichkeiten. Wer solche Symptome bemerkt, sollte nicht noch schnell den nächsten Abschlag spielen.

Stattdessen gilt: raus aus der Sonne, ab in den Schatten oder ins Clubhaus, kühlen und trinken. Wenn Beschwerden nicht rasch nachlassen, stärker werden oder jemand verwirrt wirkt beziehungsweise das Bewusstsein verliert, ist medizinische Hilfe nötig.

Gerade Mitspieler sollten hinschauen. Schwindel, Verwirrtheit und Erschöpfung zählen zu den möglichen gesundheitlichen Folgen starker Hitze.

Die Runde darf kürzer sein

Golf im Sommer kann großartig sein: trockene Fairways, schneller Roll und lange Abende. Große Hitze ist jedoch kein Bonuspunkt auf der Wetter-App. Sie ist eine zusätzliche Belastung, die Respekt verdient.

Vielleicht sind an solchen Tagen neun Löcher die bessere Runde. Vielleicht reicht die Driving Range im Schatten. Vielleicht ist der sinnvollste Schlag des Tages auch einfach der, den man nicht mehr macht.

Golf bei großer Hitze verlangt keinen Durchhaltewillen um jeden Preis. Golf läuft nicht weg. Die Hitze hoffentlich schon.

Fotos: Najnoi – stock.adobe.com