
Wer braucht schon Geld, wenn man für Prestige, Anerkennung und die Landesfarben spielen kann?
Das Olympische Golfturnier war ein unglaubliches Event voller Spannung und Emotionen. Die Atmosphäre war elektrisierend, und die Zuschauer wurden mit erstklassigem Golfsport belohnt.
Begeisterte Stimmung
Von Beginn an waren die Zuschauertribünen in Le Golf National im Westen von Paris bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Begeisterung war förmlich greifbar, und die Fans feuerten ihre Lieblingsspieler unermüdlich an. Die Stimmung bei dem 3. Olympischen Golfturnier in den letzten 100 Jahren war durchweg positiv und elektrisierend. Jeder Schlag wurde mit Applaus und Jubelrufen gefeiert, und die Spieler spürten die Unterstützung des Publikums.
Hervorragende Leistungen des Franzosen Victor Perez
Dass die Franzosen eskalieren würden, wenn ihre Landsmänner performen, wussten wir schon vorher. Umso schöner war es, dass Victor Perez unter Beweis stellte, dass er mit seinem Spiel, zu den besten europäischen Spielern der Welt gehört. Besonders beeindruckte seine exzellente Finalrunde, durch die er den Medaillenrängen sehr nah kam. Perez‘ Run mit Birdie, Birdie, Eagle, Birdie war ein besonderer Höhepunkt des Turniers, denn die Fans waren gar nicht mehr zu stoppen. „Allez Victor, allez Victor“ schallte es über den Platz. Obwohl er am Ende knapp 4. wurde, machte er Golf-Frankreich mächtig stolz.
Leider konnte Perez’ Landsmann Matthieu Pavon nicht das gewünschte Ergebnis erzielen und landete am Ende des Turniers auf dem letzten Platz. Dennoch: auch er wurde wie ein Volksheld gefeiert.
Scottie Scheffler der verdiente Sieger
Am Ende hieß es einmal mehr: Der Scheff machts! Denn US-Amerikaner Scottie Scheffler zeigte mit -9 eine herausragende Leistung auf der Schlussrunde und behielt im Finish als einziger die Nerven und erlaubte sich keine Fehler. Seine Emotionen nach dem Turnier und seine tränenreiche Reaktion auf die Nationalhymne zeigten, was der Moment auch für einen Spieler bedeutet, der zuvor schon sechs Turnier in dieser Saison gewonnen hatte. Seine Frau und sein kleines Kind waren auch vor Ort und teilten diesen besonderen Moment mit ihm.
Rahm und McIlroy mit groben Fehlern
Möglich wurde der Sieg Schefflers aber auch durch die Fehler seiner Kontahenten. Ein entscheidender Moment war Rory McIlroys Schlag ins Wasser an der 15. Dieser Fehler kostete ihn am Ende eine Chance auf eine Medaille. Fast gleichzeitig spielte Jon Rahm ein Doppelbogey an der 14. Rahm, der lange wie der sichere Sieger aussah und zeitweise mit vier Schlägen Vorsprung führte, verspielte damit nicht nur die Goldmedallie, sondern auch einen Podest-Platz. Am Ende landete der Spanier auf dem geteilten 5. Platz. McIlroy betonte nach dem Turnier die Bedeutung von Olympischen Spielen und verglich es mit dem Ryder Cup, in dem er hervorhob, dass es im Golf nicht nur um Geld geht, sondern um die Leidenschaft und die Ehre, für das eigene Land anzutreten.
Silber an Fleetwood, Bronze für Matsuyama
Auch Tommy Fleetwood wahrte seine Chancen auf die Goldmedallie lange. Bis nach der 16. Bahn sprach alles für ein Stechen zwischen Fleetwood und Scheffler. Der Engländer spielte jedoch an der 17. lediglich ein Bogey und hätte am Schlussloch nur mit einem Birdie noch mit dem US-Amerikaner noch gleichziehen können. Es reichte dann nur für ein Par und entsprechend „nur“ für die Silbermedallie. Hideki Matsuyama belegte am Ende den Bronzemedallien-Platz, nachdem er am ersten Tag mit einer sehr starke 63. Runde die Führung übernommen hatte.
Leistungen der deutschen Spieler
Die deutschen Spieler zeigten solide Leistungen, obwohl sie nicht ganz vorn mitspielen konnten. Matti Schmid und Stephan Jäger konnten das Turnier als geteilte 26. beenden. Letzterer war aufgrund von Flugproblemen erst verspätet angereist und auch konnte nur die hinteren neun Löcher für eine Proberunde nutzen. Im Vergleich zum späteren Olympiasieger Scheffler ordnete Jäger die Veranstaltung wohl geringwertiger für sich ein. Scheffler war bereits frühzeitig nach Paris gekommen und schaute sich die französische Hauptstadt sowie andere Wettbewerbe mit seiner Familie an.
Fotos: IMAGO/Petter Arvidson, Stefano Di Maria
Weitere Beiträge







