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golf kommentar
Quo vadis Golf?
Golf in Deutschland muss lockerer werden, findet
unser Reporter Julius Allzeit und bezieht sich in seinem
Kommentar auf eine heiß diskutierte Aussage, mit der
Martin Kaymer etwas losgetreten hat.
Kaum ein Thema hat unsere Community in den sozialen
Medien zuletzt so sehr beschäftigt wie die Aussage von
Martin Kaymer bei den BMW International Open zu den
Kleidervorschriften der DP World Tour. Im Interview mit
GOLF’N’STYLE hatte Martin damals Folgendes gesagt.
Das sagen die Golf-Traditionalisten:
„Ich mag die Tradition des Golfsports und die Tradition der
Tour, finde es aber immer ein wenig komisch, wenn Marcel
Siem einen auf den Deckel bekommt, weil er die Kappe
falsch herum aufhat. Ich habe ein Turtle-Neck-Shirt ohne
Kragen getragen, das ich nicht anziehen sollte. Ich frage
mich, wo wir hin wollen mit dem Golfsport? Das wäre
jetzt so die Richtung, wo ich hinwollen würde“, sagte der
zweifache Major-Sieger Anfang Juli und entfachte damit
die Diskussion um ein strittiges Thema. Ist der Golfsport zu
traditionell, zu unlocker, zu verstaubt? Muss sich etwas
ändern? Auf den globalen Golftouren, aber auch im
Hobbygolf-Bereich? Oder soll der Gentlemans-Sport
genauso so bleiben, wie er ist? In diesem Kommentar lassen
wir euch, einen Teil unserer Community zu Wort kommen
und stellen die Meinungen der Traditionalisten vor, genau
wie die der Golfer mit einem moderneren Ansatz.
„Kappe umgedreht, muss nicht sein.
Ich finde, die Etikette, auch von der Kleidung sollte
schon gewahrt werden. Kurze Hosen gerne, aber
Das sagen die Golf-Reformer:
T-Shirts oder Ähnliches finde ich schrecklich. Auf dem
Fußballplatz hat man auch Trikot, Hose, Stutzen an
und kein Achselshirt oder eine Badehose.“
„Genau das sind die Gründe, wieso
viele Jüngere erst zum Sport wechseln.
Lockere Atmosphäre, chillige Outfits
und keine 1834 Stiffness.“
„Golf muss das eingestaubte
Image des alten weißen
Mannes loswerden.“
„Wir wollen die Tradition
bewahren! Warum muss immer
alles verändert werden?“
„Tradition bleibt Tradition,
Golf ist nichts für Witze,
sondern für Etikette und Stil.“
„Es müssen langsam die jüngeren
Generationen angesprochen werden,
sonst stirbt Golf in den nächsten
Jahren. Ein nicht ganz so verstaubter
Ruf würde da sicherlich helfen.“
„Dieser krampfhafte Versuch,
Golf cool zu machen, ist einfach
lächerlich. Das Spiel an sich ist
einfach faszinierend und entweder
liebt man es oder nicht.“
„Für uns als kleine Vereine sind
Lockerheit und coole Vibes der
Schlüssel für neue Golfbegeisterte.
Fairness vor Etikette.“
„Es gehört mehr dazu, als
nur gut spielen zu können. Disziplin,
Anstand und Etikette sind etwas
Erhaltenswertes und etwas, das man
besonders jungen Menschen
vermitteln sollte.“
„Hat Tiger Woods nicht schon vor
20 Jahren Shirts ohne Kragen getragen?
Kurze Hosen sollten auch absolut normal
sein und wenn man das Cap mal
umdreht: völlig egal. Alles mal etwas
lockerer sehen!“
„In Wimbledon wird seit über
100 Jahren nur Weiß getragen. Da regt
sich auch niemand drüber auf. Man
muss nicht jede Art von Tradition über
den Haufen werfen. “
„Viele Clubs kämpfen ums Überleben,
weil auf eine moderne Ausrichtung
geschissen wird. Komisch, dass es in
anderen Ländern funktioniert.“
Das sind sie nun – eure Meinungen. Und irgendwie kann
man alle verstehen, wenn ich persönlich auch eher auf der
Seite der Reformer stehe! Traditionen sind schön und
erhaltenswert, genau wie gutes Benehmen, Manieren und
der Respekt gegenüber dem Spiel, dem Platz und den
Mitspielern. Natürlich wollen die wenigsten von uns einen
betrunkenen, laut grölenden, oberkörperfreien Golfer auf
dem Platz sehen, aber ein wenig mehr Lockerheit würde
vielen Clubs, Anlagen und Spielern schon guttun. 99,9 % von
uns haben keine Ambitionen, mit dem Golfspielen Geld zu
verdienen. Unser Lieblingssport soll daher doch vor allem
eines sein: ein Hobby, das Spaß macht. Solange man mit
seinem Verhalten also niemanden direkt bei seinem Spiel
stört, sage ich: ja zu Musik auf der Runde, ja zu Kaltgeträn-
ken zwischen den Schlägen, ja zu einer umgedrehten
Kappe und ja zu einem schicken Sportshirt ohne Kragen.
Golf muss lockerer werden, wenn wir neue Zielgruppen
erschließen wollen, wenn wir anstreben, dass auch eure
Kinder, eure Enkel und deren Kinder den Sport so lieben
lernen, wie wir es tun. <<JAL
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