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Golf

PGA Tour baut Saisonfinale komplett um: Match Play entscheidet ab 2028

26. August 2026
PGA Tour führt beim TOUR Championship 2028 Match Play ein
Foto: Getty Images

Die PGA Tour setzt ihren grundlegenden Umbau fort. Ab 2028 wird auch das Saisonfinale völlig anders aussehen. Nach einem klassischen 72-Loch-Turnier kämpfen die besten 32 Spieler über zwei Wochen im Match Play um den Titel des TOUR Champions. Gespielt wird auf wechselnden Top-Plätzen – und jede Woche auf einem anderen Course.

Die PGA Tour verändert ab 2028 nicht nur ihren Turnierkalender, sondern auch die Art und Weise, wie am Ende der Saison der Champion ermittelt wird. Am Dienstag hat die Tour weitere Details ihres neuen Modells vorgestellt – und die haben es durchaus in sich.

Statt eines einzelnen Tour Championship gibt es künftig ein Saisonfinale in drei Etappen. Zunächst wird über vier Runden im Zählspiel der Gewinner der Saisonwertung ermittelt. Anschließend beginnt für die besten 32 Spieler ein komplett neuer Wettbewerb: zwei Wochen Match Play auf zwei unterschiedlichen Golfplätzen.

Damit kehrt auch eine Spielform auf die PGA Tour zurück, die seit dem Ende des WGC-Dell Technologies Match Play 2023 aus dem regulären Tourkalender verschwunden ist.

Erst 90 Spieler, dann nur noch 32

Ausgangspunkt des neuen Saisonfinales ist das PGA Tour Championship Series Finale.

Dafür qualifizieren sich die besten 90 Spieler der Saisonwertung. Das Turnier wird klassisch über 72 Löcher im Zählspiel ausgetragen und erfüllt gleich mehrere Funktionen.

Der Turniersieger erhält einen eigenen Titel und das reguläre Preisgeld. Gleichzeitig entscheidet der Punktestand nach diesem Turnier darüber, wer die Saison als Nummer eins abschließt. Die besten 90 behalten zudem ihre Spielberechtigung für die folgende Saison.

Für die Teilnahme am anschließenden Tour Championship reicht das allerdings noch nicht.

Nur die Top 32 der finalen Saisonwertung ziehen weiter.

Damit trennt die PGA Tour künftig zwei Leistungen voneinander: Wer über die gesamte Saison am konstantesten gespielt hat, wird als Sieger der Jahreswertung ausgezeichnet. Wer anschließend das Tour Championship gewinnt, ist der TOUR Champion.

Bei „Grün & saftig“ schon vorgedacht

Ganz neu kommt uns die Idee übrigens nicht vor. Bereits am Montag haben wir in unserem Podcast „Grün & saftig“ darüber diskutiert, wie die PGA Tour ihr Saisonfinale spannender machen könnte – und dabei ziemlich genau über jene Elemente gesprochen, die nun tatsächlich kommen: Match Play, direkte Duelle und ein Finalformat, das sich bewusst vom üblichen 72-Loch-Zählspiel unterscheidet. Dass die PGA Tour nur wenige Tage später ein erstaunlich ähnliches Konzept präsentiert, nehmen wir natürlich gerne zur Kenntnis. Hier könnt die die komplette folge hören:

Erst Gruppenphase, dann K.-o.-Duell

Nach dem Championship Series Finale beginnt für die besten 32 Spieler ein Wettbewerb, der mit dem bisherigen Saisonabschluss der PGA Tour kaum noch etwas gemeinsam hat. In der ersten Woche werden sie auf acht Vierergruppen verteilt. Innerhalb der Gruppen spielt jeder gegen jeden, sodass jeder Teilnehmer zunächst drei Match-Play-Duelle bestreitet. Die jeweils beiden Besten erreichen die nächste Runde, bei Gleichstand entscheidet ein Playoff über das Weiterkommen.

Damit bleiben nach der ersten Woche 16 Spieler übrig. Für sie geht es anschließend nicht nur in die K.-o.-Phase, sondern auch an einen neuen Austragungsort. Vom Achtelfinale an zählt nur noch das direkte Duell: gewinnen und weiterkommen, verlieren und die Saison ist beendet. Nach vier K.-o.-Runden steht schließlich der TOUR Champion fest.

Zwei Wochen, zwei Plätze

Dass die PGA Tour zwischen Gruppen- und K.-o.-Phase den Schauplatz wechselt, gehört zu den bemerkenswertesten Punkten des neuen Konzepts. Beide Wochen des Tour Championship sollen auf unterschiedlichen Plätzen ausgetragen werden, die zudem von Jahr zu Jahr wechseln können.

Damit endet auch die Sonderstellung von East Lake in Atlanta, das seit 2004 ununterbrochen Gastgeber des Tour Championship war. Künftig will die PGA Tour mit renommierten Anlagen arbeiten, darunter ausdrücklich Plätze, die bislang nicht regelmäßig zum Tourkalender gehören.

Welche beiden Courses 2028 den Anfang machen, steht noch nicht fest. Die Austragungsorte sollen zusammen mit dem vollständigen Kalender der Championship Series am 22. Februar 2027 bekannt gegeben werden.

Für die Tour ist die Rotation auch wirtschaftlich interessant. Statt eines fest etablierten Finalstandorts kann sie ihr wichtigstes Saisonprodukt künftig in verschiedene Märkte bringen. Gleichzeitig entstehen zwei eigenständige Wochen für Ticketing, Hospitality, Sponsoren und lokale Partner. Das Tour Championship wird damit nicht einfach verlängert, sondern als Veranstaltung neu gedacht.

 

Tommy Fleetwood gewinnt 2025 den FedEx Cup

Titelverteidiger Tommy Fleetwood

Das Finale ist nur ein Teil des großen Umbaus

Die Veränderungen kommen nicht isoliert. Die PGA Tour hatte bereits im Juni angekündigt, ihre gesamte Turnierstruktur ab 2028 neu zu ordnen. Kern des Modells sind zwei Serien mit deutlich unterschiedlicher sportlicher und wirtschaftlicher Bedeutung.

Die PGA Tour Championship Series bildet künftig die höchste Ebene. Vorgesehen sind rund 23 bis 24 Veranstaltungen einschließlich Majors, Players Championship, Ryder beziehungsweise Presidents Cup und Saisonfinale. Die regulären Turniere sollen überwiegend mit rund 120 Spielern und Preisgeldern von mindestens 20 Millionen US-Dollar ausgetragen werden.

Darunter entsteht die PGA Tour Challenger Series mit mindestens 20 Turnieren und jeweils mindestens vier Millionen Dollar Preisgeld. Ein geregeltes Auf- und Abstiegssystem soll beide Ebenen miteinander verbinden.

Die PGA Tour entfernt sich damit vom bisherigen Modell einer großen Tour mit unterschiedlich bedeutenden Turnieren. Stattdessen entsteht eine klarere Hierarchie mit einer Premiumserie an der Spitze und einer zweiten Ebene, über die sich Spieler für diese qualifizieren können.

Der Saisonbeste ist nicht automatisch TOUR Champion

Besonders erklärungsbedürftig dürfte ab 2028 allerdings sein, dass die PGA Tour am Ende zwei unterschiedliche Leistungen auszeichnet.

Nach dem 72-Loch-Finale der Championship Series steht zunächst fest, welcher Spieler über die gesamte Saison die meisten Punkte gesammelt hat. Er wird für seine Jahresleistung ausgezeichnet. Anschließend werden die Karten für das Tour Championship zumindest teilweise neu gemischt: Die besten 32 starten in den Match-Play-Wettbewerb.

Der konstanteste Spieler des Jahres muss deshalb nicht zwangsläufig TOUR Champion werden. Im Match Play kann bereits ein schwacher Tag – spätestens in der K.-o.-Phase – das Ende bedeuten.

Genau darin liegt der grundlegende Unterschied zum bisherigen FedExCup-Modell. Die Saisonwertung soll Konstanz belohnen, das Tour Championship dagegen einen eigenständigen Sieger hervorbringen. PGA-Tour-CEO Brian Rolapp sieht darin eine Möglichkeit, den Saisonverlauf verständlicher abzubilden und gleichzeitig ein Finale zu schaffen, das sich deutlich vom normalen Turnierbetrieb unterscheidet.

Sportliche Reform mit wirtschaftlichem Nebeneffekt

Das Match Play dürfte zunächst vor allem für mehr Spannung sorgen. Statt vier Tage lang ein großes Leaderboard zu verfolgen, bekommen die Zuschauer direkte Duelle mit einer einfachen Ausgangslage: Einer kommt weiter, der andere scheidet aus.

Für die PGA Tour ist das allerdings auch kommerziell interessant. Aus dem bisherigen Finalturnier entsteht eine dreiwöchige Schlussphase aus Championship Series Finale und zwei Wochen Tour Championship. Damit wächst nicht nur die sportliche Bedeutung des Saisonendes, sondern auch das vermarktbare Inventar.

Mehr Turniertage bedeuten zusätzliche Übertragungsstunden und digitale Inhalte. Zwei Austragungsorte schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Hospitality, Ticketing und lokale Partnerschaften. Und durch die Rotation kann die Tour ihr Saisonfinale regelmäßig in neue Märkte und auf neue Plätze bringen.

Die Reform ist deshalb weit mehr als eine Änderung des Spielmodus. Die PGA Tour baut sich für die entscheidenden Wochen des Jahres ein neues Premiumprodukt.

Ein Finale, das endlich anders aussieht

Genau das fehlte dem bisherigen Saisonabschluss ein Stück weit. Trotz seiner besonderen Bedeutung funktionierte das Tour Championship sportlich weitgehend wie fast jedes andere Turnier der Saison: vier Runden Zählspiel, ein Leaderboard, niedrigster Score gewinnt.

Ab 2028 soll das Finale eine eigene Identität bekommen. Erst Gruppenphase, dann K.-o.-Runden, direkte Duelle und zwei unterschiedliche Golfplätze.

Ob dieses Modell am Ende tatsächlich gerechter ist, lässt sich diskutieren. Ein Match-Play-Finale kann den besten Spieler einer Saison ebenso schnell aussortieren, wie es spektakuläre Geschichten produzieren kann.

Aber genau diese Unberechenbarkeit scheint gewollt. Die PGA Tour trennt künftig die Frage, wer über eine Saison der Beste war, von der Frage, wer das große Finale gewinnt. Und macht aus ihrem Saisonabschluss damit erstmals einen Wettbewerb, der sich nicht nur durch seinen Termin vom Rest des Jahres unterscheidet.

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