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Golf

Good Good und Callaway: Video-Kritik hat erste Konsequenzen

23. August 2026August 28th, 2026
Good Good Golf – Garrett Clark
Im Fokus der Kritik: Garrett Clark von Good Good Golf (Foto: Getty Images)

UPDATE, 28. August 2026: Die Kontroverse um das Good-Good-Werbevideo hat inzwischen weitreichende Konsequenzen. Callaway hat die Zusammenarbeit mit Good Good beendet, mehrere große Händler nahmen Produkte aus dem Sortiment und Good Good zieht sich als Titelsponsor seines PGA-Tour-Turniers zurück. Auch die geplante TV-Serie „Big Break x Good Good“ wurde inzwischen abgesagt. >>> Hier geht es zu den neuesten Entwicklungen.

UPDATE, 26. August 2026: Die Kontroverse um das Good-Good-/Callaway-Video hat inzwischen erste geschäftliche Konsequenzen. Golf Channel verschiebt „Big Break x Good Good“, ein Sponsor lässt sein Branding entfernen und auch die PGA Tour prüft die weitere Zusammenarbeit mit Good Good. Wir haben den Artikel um die neuen Entwicklungen ergänzt.
Ein Werbevideo für einen Callaway Driver sorgt für Kritik an Good Good Golf. Der Clip mit Garrett Clark und Alexis Miestowski wurde inzwischen gelöscht. Good Good entschuldigte sich, auch Callaway und die PGA Tour reagierten.

Good Good Golf hat ein gemeinsam mit Callaway veröffentlichtes Werbevideo nach Kritik aus den sozialen Medien wieder gelöscht. In dem kurzen Clip stößt Good-Good-Mitglied Garrett Clark seine Kollegin Alexis Miestowski zu Boden, nachdem diese nach seinem Driver greift.

Der Spot war Teil der Vermarktung eines gemeinsam von Good Good und Callaway entwickelten Drivers. Nach der Veröffentlichung am Freitag, 21. August, wurde das Video auf Social Media kritisiert, weil die dargestellte Szene als Gewalt gegen eine Frau verstanden wurde. Good Good und Callaway entfernten den Clip anschließend von ihren offiziellen Kanälen. Kopien des Videos verbreiteten sich jedoch weiter über soziale Netzwerke.

Garrett Clark stößt Alexis Miestowski zu Boden

Der rund 15 Sekunden lange Clip trägt den Titel „The Driver“. Darin greift Alexis Miestowski nach einem Golfschläger. Garrett Clark läuft daraufhin auf sie zu und stößt sie zu Boden. Anschließend steht er über ihr und sagt: „Do not touch my new driver.“

Clark und Miestowski gehören beide zu Good Good Golf. Die 2020 als YouTube-Kanal gestartete Marke zählt mittlerweile zu den reichweitenstärksten Content-Anbietern im Golfsport und produziert neben Videos auch TV-Formate, Events und Merchandise.

Nach der Veröffentlichung des Werbevideos entwickelte sich insbesondere in den sozialen Medien Kritik an der dargestellten Szene. Auch nachdem Good Good und Callaway den ursprünglichen Beitrag entfernt hatten, wurde der Clip weiter geteilt.

 

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Good Good entschuldigt sich

Am Samstag reagierte Good Good mit einer öffentlichen Stellungnahme. Darin erklärte das Unternehmen, man habe ein Video veröffentlicht, dessen dargestellte Handlungen nicht mit den eigenen Werten als Marke übereinstimmten. Der Inhalt sei entfernt worden und man entschuldige sich dafür. Good Good verwies zugleich auf das eigene Ziel, den Golfsport für alle zugänglicher zu machen.

Callaway reagiert auf das Video

Auch Callaway nahm zu dem Vorfall Stellung. Das Unternehmen zeigte sich enttäuscht über den veröffentlichten Inhalt und begrüßte die Reaktion von Good Good. Good Good und Callaway arbeiten seit 2023 zusammen. Die Kooperation umfasst neben Content auch gemeinsam vermarktete Golfprodukte. Eine Beendigung der Partnerschaft wurde nicht angekündigt. Die gemeinsam entwickelten Driver und Golfbälle wurden auch nach der Entfernung des Videos weiterhin angeboten.

Auch die PGA Tour äußert sich

Besondere Bedeutung erhält der Vorgang durch die inzwischen enge Verbindung zwischen Good Good und der PGA Tour. Good Good ist Titelsponsor der neuen Good Good Championship, die vom 12. bis 15. November 2026 in Austin, Texas, ausgetragen werden soll. Das Turnier gehört zum FedExCup der PGA Tour.

Auch die PGA Tour veröffentlichte deshalb eine Stellungnahme. Sie erklärte, Golf habe die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und ein einladendes Umfeld zu schaffen. Gewalt in jeglicher Form werde nicht toleriert. Das inzwischen entfernte Video entspreche weder den Werten der Tour noch ihrem Bekenntnis zu Inklusion und Respekt. Konsequenzen für die Good Good Championship wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Vom YouTube-Kanal zum Partner der PGA Tour

Der Vorfall trifft Good Good in einer Phase, in der die Marke ihre Position innerhalb des professionellen Golfs deutlich ausgebaut hat.

Aus dem 2020 gegründeten YouTube-Kanal ist innerhalb weniger Jahre ein Unternehmen mit Content-Produktionen, Bekleidung, Equipment-Kooperationen und Live-Events entstanden. 2025 erhielt Good Good 45 Millionen US-Dollar Wachstumskapital von einer Investorengruppe.

Die Zusammenarbeit mit der PGA Tour markiert den bislang größten Schritt in Richtung des klassischen Profigolfs. Mit der Good Good Championship wird erstmals ein PGA-Tour-Turnier den Namen der Creator-Marke tragen.

UPDATE: Kritik hat erste geschäftliche Konsequenzen

Die Kontroverse um das inzwischen gelöschte Werbevideo von Good Good Golf und Callaway hat eine neue Dimension erreicht. Inzwischen geht es nicht mehr nur um Kritik in sozialen Netzwerken: Ein Sponsor zieht sich aus einem gemeinsamen TV-Projekt zurück, die PGA Tour stellt die weitere Zusammenarbeit öffentlich infrage und Callaway übernimmt Mitverantwortung für die Veröffentlichung.

Golf Channel verschob die für den 25. August geplante Premiere von „Big Break x Good Good“ kurzfristig auf den 1. September. Nach Angaben des Senders hatte einer der Sponsoren verlangt, sein Branding aus der Serie zu entfernen. Golf Channel nannte das Unternehmen nicht, mehrere US-Medien berichten allerdings übereinstimmend, dass es sich um den Sport- und Golfhändler Golf Galaxy handelt. Die zusätzliche Woche werde benötigt, um entsprechende Änderungen an der Produktion vorzunehmen.

Auch für die Zusammenarbeit mit der PGA Tour könnte der Vorfall Folgen haben. Good Good ist Titelsponsor des Good Good Championship, das vom 12. bis 15. November in Austin ausgetragen werden soll. PGA-Tour-CEO Brian Rolapp bezeichnete das Video als nicht mit den Werten der Tour vereinbar und kritisierte auch die erste Reaktion von Good Good als zu defensiv und verspätet. Auf die Frage nach der Zukunft des Titelsponsorings bezeichnete Rolapp die Situation als weiterhin offen. Die Tour werde die weitere Entwicklung beobachten.

Callaway räumt eigene Verantwortung ein

Gleichzeitig hat Callaway seine ursprüngliche Reaktion korrigiert. CEO Chip Brewer bestätigte, dass der von Good Good produzierte Spot vor seiner Veröffentlichung von Callaway freigegeben worden war. Diese Zustimmung hätte nicht erfolgen dürfen, erklärte Brewer. Der Hersteller kündigte Untersuchungen und Konsequenzen aus dem Vorgang an.

Damit liegt die Verantwortung für die Veröffentlichung nicht allein bei Good Good. Auch bei einem der größten Equipment-Hersteller der Branche hat der Spot einen internen Freigabeprozess durchlaufen.

Good-Good-CEO Matt Kendrick kündigte ebenfalls Veränderungen an. Künftig sollen mehr Perspektiven in die Prüfung von Marketinginhalten einbezogen werden, Kendrick will Inhalte seines Marketingteams vorerst persönlich kontrollieren. Außerdem sollen die Erlöse aus der betreffenden Driver-Kampagne an eine Organisation gehen, die Frauen unterstützt.

Aus einem missglückten Social-Media-Video ist damit innerhalb weniger Tage ein handfestes Geschäftsproblem geworden. Besonders für Good Good ist die Entwicklung heikel: Das Unternehmen hat sich vom erfolgreichen YouTube-Kanal zu einer Golfmarke mit Equipment-Partnerschaften, eigenen Medienformaten und einem PGA-Tour-Titelsponsoring entwickelt. Genau diese Verbindungen stehen nun zumindest teilweise auf dem Prüfstand.

Der Fall dürfte deshalb auch über Good Good und Callaway hinaus aufmerksam verfolgt werden. Creator sind für traditionelle Golfmarken wegen ihrer Reichweite und ihres Zugangs zu jüngeren Zielgruppen längst wichtige Partner. Mit der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung solcher Kooperationen steigen jedoch auch die Anforderungen an Kontrolle und Freigabe. Der Good-Good-Fall zeigt nun ziemlich deutlich, was passieren kann, wenn diese Mechanismen nicht funktionieren.

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