
Die Folgen des umstrittenen Werbevideos von Good Good Golf werden immer weitreichender. Callaway beendet die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung, Good Good zieht sich als Titelsponsor eines PGA-Tour-Turniers zurück und auch die geplante TV-Show „Big Break x Good Good“ wird nicht ausgestrahlt.
Aus einem missglückten Werbevideo ist innerhalb weniger Tage eine handfeste Krise für Good Good Golf geworden. Nachdem ein gemeinsam mit Callaway produzierter Spot massive Kritik ausgelöst hatte, treffen die bekannte Golf-Content-Marke inzwischen erhebliche wirtschaftliche und sportliche Konsequenzen.
Callaway hat die seit 2023 bestehende Zusammenarbeit mit Good Good mit sofortiger Wirkung beendet. Gleichzeitig zieht sich Good Good als Titelsponsor des für November geplanten PGA-Tour-Turniers in Austin zurück. Mehrere große US-Händler haben Produkte der Marke aus ihrem Sortiment genommen. Nun wurde auch die gemeinsam mit Golf Channel produzierte Neuauflage der TV-Serie „Big Break“ abgesagt.
Callaway beendet Zusammenarbeit mit Good Good
Callaway gab am Donnerstag bekannt, die Geschäftsbeziehung mit Good Good mit sofortiger Wirkung zu beenden. Vorausgegangen war eine interne Aufarbeitung des Vorfalls. Callaway hatte bereits zuvor eingeräumt, den kritisierten Werbespot vor dessen Veröffentlichung freigegeben zu haben.
CEO Chip Brewer bezeichnete diese Freigabe als Fehler. Das Unternehmen kündigte an, seine internen Freigabeprozesse deutlich zu verschärfen und entsprechende interne Maßnahmen ergriffen zu haben.
Darüber hinaus will Callaway eine Million US-Dollar an Organisationen spenden, die sich für die Prävention von Gewalt gegen Frauen, die Unterstützung Betroffener sowie für Bildungs- und Aufklärungsarbeit einsetzen.
Die Trennung beendet eine für beide Seiten bedeutende Partnerschaft. Good Good und Callaway arbeiteten seit 2023 zusammen und hatten unter anderem gemeinsam gebrandete Golfschläger auf den Markt gebracht.
Vom Werbespot zur Unternehmenskrise
Ausgangspunkt war ein Werbevideo für einen gemeinsam vermarkteten Callaway Quantum Driver. Darin stößt Good-Good-Mitgründer Garrett Clark eine Frau zu Boden, nachdem diese nach seinem Golfbag beziehungsweise dem neuen Driver greift. Anschließend steht Clark über ihr und warnt sie davor, seinen Driver anzufassen.
Der Spot sollte nach Angaben von Good Good eine Parodie auf den Film „Obsession“ sein. Nach heftiger Kritik wurde das Video noch am Tag seiner Veröffentlichung gelöscht.
Sowohl Good Good als auch Callaway entschuldigten sich zunächst. Good-Good-CEO Matt Kendrick übernahm öffentlich Verantwortung für die Veröffentlichung. Auch Garrett Clark meldete sich später mit einer persönlichen Entschuldigung zu Wort.
Die Kritik ebbte dennoch nicht ab – und verlagerte sich zunehmend von den sozialen Netzwerken auf die Geschäftspartner des Unternehmens.
Große Händler nehmen Good Good aus dem Sortiment
Golf Galaxy und dessen Muttergesellschaft Dick’s Sporting Goods entfernten Good-Good-Produkte aus ihren Online-Angeboten und stationären Geschäften. Auch PGA Tour Superstore und Target haben nach Berichten mehrerer US-Golfmedien Good-Good-Produkte aus ihren Sortimenten genommen.
Damit trifft die Kontroverse Good Good inzwischen auch in einem zentralen Geschäftsbereich. Aus dem ursprünglich vor allem als YouTube-Kanal bekannten Projekt ist in den vergangenen Jahren eine Golf-Lifestyle-Marke mit eigener Bekleidung, Equipment-Kooperationen und einer großen Präsenz im US-amerikanischen Golfhandel entstanden.
Gerade die Partnerschaft mit Callaway hatte Good Good dabei weit über die klassische Influencer- und Content-Welt hinausgeführt.
Good Good zieht sich von PGA-Tour-Turnier zurück
Noch gravierender ist die Entwicklung auf der PGA Tour. Good Good sollte Titelsponsor eines neuen FedExCup-Fall-Turniers sein, das vom 12. bis 15. November 2026 im Omni Barton Creek Resort in Austin, Texas, ausgetragen wird.
Bereits wenige Tage nach Veröffentlichung des Videos hatte PGA-Tour-CEO Brian Rolapp die Situation als „fluid“ bezeichnet und sowohl den Spot als auch die erste Reaktion von Good Good kritisiert.
Inzwischen steht fest: Good Good zieht sich als Sponsor des Turniers zurück. „Nach ausführlichen Gesprächen mit der PGA Tour und sorgfältiger Überlegung haben wir beschlossen, uns als Sponsor unseres Events in Austin in diesem Herbst zurückzuziehen“, erklärte Good-Good-CEO Matt Kendrick. Das Unternehmen müsse an sich selbst arbeiten. Der Fokus liege nun auf dem eigenen Team, der Unternehmenskultur und darauf, aus der Situation zu lernen.
Das Turnier selbst soll wie geplant vom 12. bis 15. November stattfinden. Auf der Website der Tour wird es inzwischen als Austin Championship geführt. Einen neuen Titelsponsor gibt es bislang nicht.
„Big Break x Good Good“ komplett abgesagt
Auch die geplante Rückkehr der Golf-TV-Serie „Big Break“ fällt der Kontroverse zum Opfer. Golf Channel hatte die Premiere von „Big Break x Good Good“ zunächst kurzfristig vom 25. August auf den 1. September verschoben. Hintergrund war der Wunsch eines Sponsors, sein Branding aus der bereits produzierten Sendung entfernen zu lassen. Bei diesem Sponsor handelte es sich Medienberichten zufolge um Golf Galaxy.
Inzwischen geht Golf Channel noch einen Schritt weiter: Die Serie wird nicht ausgestrahlt. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil „Big Break x Good Good“ unmittelbar mit dem PGA-Tour-Turnier in Austin verbunden war. Der Gewinner der Sendung sollte einen Startplatz für das damalige Good Good Championship erhalten. Mit dem Rückzug Good Goods als Titelsponsor des Turniers entfällt damit ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts.
Good Good steht vor einem Scherbenhaufen
Innerhalb von weniger als einer Woche hat der Werbespot damit Folgen ausgelöst, die weit über einen Social-Media-Shitstorm hinausgehen. Mit Callaway verliert Good Good einen seiner wichtigsten Partner aus der Golfindustrie. Große Handelsketten haben Produkte aus dem Verkauf genommen. Die geplante TV-Produktion mit Golf Channel ist gestrichen. Und aus dem Good Good Championship, mit dem die Marke erstmals als Titelsponsor eines offiziellen PGA-Tour-Turniers aufgetreten wäre, ist vorerst das Austin Championship geworden.
Wie dauerhaft diese Konsequenzen sein werden, ist noch offen. Good Good selbst hat erklärt, Vertrauen zurückgewinnen und künftig wieder mit der PGA Tour zusammenarbeiten zu wollen. Fest steht dagegen bereits jetzt: Ein Werbevideo, das nur wenige Sekunden benötigte, um massive Kritik auszulösen, hat Good Good innerhalb weniger Tage einige seiner wichtigsten Partnerschaften gekostet.
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