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Fotos: AdobeStock / Kzenon, middlenoodle
Heute ist die computergestützte
Schwung-, Treff- und Ballfluganlyse
State of the Art im Trainingsbetrieb.
in einem Golfclub. Auszubildende sind hier fest in den Cluballtag eingebunden und erhal-
ten ein monatliches Ausbildungsgehalt – in der Regel rund 1.000 Euro. Die jährlichen Kos-
ten für Seminare, Prüfungen und Mitgliedsbeiträge belaufen sich auf etwa 3.500 Euro.
Häufig übernimmt der Ausbildungsbetrieb diese Gebühren, alternativ können sie auch mit
dem Gehalt verrechnet werden. Eine zweite Möglichkeit bietet die berufsbegleitende Aus-
bildung – sie ist vor allem für Quereinsteiger mit bestehender Berufstätigkeit interessant.
In dieser Variante entfällt der tägliche Einsatz im Club, allerdings müssen zusätzliche
Praktikumszeiten im Umfang von 30 Tagen nachgewiesen oder zusätzliche Seminarwo-
chenenden absolviert werden. Organisation und Finanzierung liegen dabei weitgehend
in der Eigenverantwortung der Teilnehmer. Diese Form ist im Prinzip nur für das erste Aus-
bildungsmodul vorgesehen. Im zweiten Modul ist ein berufsbegleitender Weg nur in Aus-
nahmefällen möglich – etwa bei abgeschlossener akademischer Ausbildung und zusätz-
lichen Praxis- und Seminarleistungen. Neben theoretischen Inhalten stehen in der
Ausbildung auch praktische Prüfungen auf dem Programm. Dabei gilt es, einen echten
Anfänger – eine vorher unbekannte Person – in einer 30-minütigen Unterrichtseinheit zu
unterrichten. Bewertet werden neben Auftreten, Methodik und Didaktik auch die Kommu-
nikationsfähigkeit sowie das pädagogische Gespür. Zudem müssen die Grundlagen des
Spiels demonstriert und erklärt werden: Chip, Pitch, Bunkerschlag und Putt. Auch das Er-
kennen und Erläutern von Fehlerbildern gehören zum Prüfungsspektrum. Wer diese Hürde
meistert, hat nicht nur Fachwissen, sondern auch starke Nerven bewiesen.
WAS BRINGT DAS GANZE –
AUSSER RUHM AUF DER RANGE?
Ein Großteil der PGA-Ausbildungsseminare findet im niederbayerischen Bad Gries-
bach statt – einer etablierten Golfdestination im Süden Deutschlands. Für Interes-
sierte aus dem Norden mag das mit Aufwand verbunden sein, doch es existieren
weitere Schulungsstandorte, unter anderem in Regensburg, Potsdam und im Teuto-
burger Wald. Nach bestandener Ausbildung wird man Mitglied der PGA of Germany
– eines Berufsverbands mit über 2.000 Mitgliedern. Die Mitgliedschaft eröffnet Zu-
gang zu einem umfassenden Fortbildungsangebot, beispielsweise in Bereichen wie
KI-gestützte Schwunganalyse oder 3D-Golftechnik. Darüber hinaus profitieren Mit-
glieder von rechtlicher Unterstützung und dem Austausch innerhalb einer aktiven
Fachcommunity. Mit der Qualifikation ist es möglich, offiziell als Teaching Professio-
nal tätig zu sein – ob als Head Pro in einem Club, als Jugendtrainer oder in selbst-
ständiger Funktion. Die Ausbildung umfasst weit mehr als nur das Spiel: Inhalte wie
Schläger- und Materialkunde, Werkstofftechnik, Golfhistorie, Anatomie, Turnieror-
ganisation, Steuerrecht und Marketing vermitteln ein breites Fachwissen. Für alle,
die keine berufliche Laufbahn als Golflehrer anstreben, aber Trainingsangebote lei-
ten möchten, bietet der Deutsche Golf Verband (DGV) alternative Lizenzwege. Mit
den Trainerlizenzen C, B oder A lassen sich Trainings durchführen – eine Berufsaus-
bildung ersetzen sie jedoch nicht.<<KH
FAZIT:
Golfprofi zu werden, ist in Deutschland kein
Spaziergang – aber auch kein Ding der
Unmöglichkeit. Wer Leidenschaft für den
Sport, pädagogisches Talent und ein bisschen
Sitzfleisch für Seminare mitbringt, hat beste
Chancen. Und am Ende steht nicht nur ein Titel
auf der Visitenkarte, sondern die Möglichkeit,
jeden Tag das zu tun, was man liebt.
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