
Im Fernsehen bei den Profis sieht es immer so einfach aus und doch fällt es vielen so schwer: Transportschläge mit den Fairwayhölzern. Unsauber getroffen, zu kurz oder nicht hoch genug?
Die Probleme, die viele Hobbygolfer mit ihren ungeliebten Hölzern haben, begegnen mir nahezu jeden Tag. In dieser Ausgabe unserer GOLF’N’STYLE-Trainingstipps zeige ich euch, wie ihr diese Probleme beseitigt und eure Fairway-hölzer auf dem Platz zu euren besten Freunden werden. Um das Ganze noch effektiver zu gestalten, haben wir zu jedem einzelnen Trainingstipp erstmals auch den darauf zugeschnittenen Athletiktipp parat. Mein Freund und Kollege Konstantin Focke (Sportwissenschaftler und Golf Athletiktrainer) zeigt euch in diesem Zusammenhang eine Übung, die jeden einzelnen Trainingstipp stützt. So werdet ihr nicht nur besser, sondern auch mobiler und sportlicher.
Golf'n'Style-Pros
Benedict Staben und Konstantin Focke verbinden Golfkompetenz und Athletik-Know-how zu einem ganzheitlichen Ansatz. Der ehemalige Tour-Pro und PGA-Coach sowie der Sportwissenschaftler und Athletiktrainer unterstützen Golfer dabei, Technik, Fitness, Beweglichkeit und Leistung gezielt zu verbessern.
SET-UP
Alles beginnt natürlich bei dem richtigen Set-up. Heißt: Liegt euer Ball zu weit auf dem rechten Fuß oder in der Mitte eures Standes, wird es schwerer, die Kugel so zu treffen, wie ihr es mit einem Fairwayholz eigentlich wollt. Viele Spieler haben bei ihren Hölzern neben unsauberen Treffern vor allem das Problem, nicht genug Höhe zu produzieren. Dafür ist das Set-up entscheidend.
1. Während die Ballposition beim Eisen eher in der Mitte eures Standes liegt und beim Driver auf der Höhe der Hacke des vorderen Fußes, sollte der Ball beim Schlag mit dem Hybrid und Holz dazwischenliegen.
2. Der Ball sollte etwa eine Ballbreite weiter Richtung Mitte liegen, als er es beim Driver tut. Im Bild bekommt ihr einen genaueren Überblick. So kommt ihr weder zu steil noch zu flach an den Ball.
RICHTIGE SCHWUNGBAHN
Der Trainingstipp:
Der häufigste Fehler, den ich bei euren Schlägen mit Fairwayhölzern als Trainer sehe, ist, dass der rechte Arm und die rechte Schulter im Abschwung zu weit von oben oder außen Richtung Ball kommen. Das passiert, wenn ihr den rechten Arm wie einen Chicken-Wing nach oben hebt. Meine wichtigsten Tipps lauten daher:
1. Euer rechter Arm ist nach innen rotiert. Der rechte Ellenbogen sollte beim Ausholen also stets Richtung Boden zeigen und möglichst eng an eurem Körper bleiben
2. Schwingt dazu gerne auch mal mit eurem rechten Arm und geöffneter Hand ohne euren Schläger, um das richtige Gefühl zu bekommen. Die rechte innere Handfläche sollte dabei stets Richtung Himmel zeigen, als wenn ihr versucht, ein Tablett mit Getränken zu halten
3. Das hilft euch dabei, tendenziell etwas flacher und so vor allem eher von innen an den Ball zu kommen
Der Athletiktipp dazu:
Für diese Übung benötigt ihr einen großen Ball, optimalerweise einen Medizinball. Zur Not tut es aber auch ein Basketball oder ein Fußball.
1. Begebt euch jetzt in euer Set-up, greift den Ball mit beiden Händen von den Seiten an und führt ihn wie beim Schwung nach hinten
2. Falsch wäre nun, den Ball, ohne zu rotieren nach hinten zu führen. Denn dann, das merkt ihr selbst, würde der Ellenbogen, wie von Bene beschrieben, die Nähe zum Körper verlieren und wie ein Chicken-Wing nach oben klappen. Wenn ihr den Ball nun versucht, auf den Boden zu schmeißen, landet er vor euch. Das wollen wir nicht!
3. Das Ziel ist vielmehr, den Ball zu drehen, so, dass eure rechte Handfläche wieder nach oben in Richtung Himmel zeigt
4. Um das Ganze athletisch noch ein bisschen aufzuladen, werft den Ball nun mit viel Tempo rechts neben euch auf den Boden und rotiert ohne Ball mit den Armen den restlichen Schwung durch
Athletiktipp Nummer 2:
Für alle von euch, die das Gefühl haben, etwas steif in der Rotationsbewegung zu sein, und gerne ihren Ausholradius vergrößern würden, habe ich noch eine weitere Übung. Sucht euch dafür ein elastisches Trainingsband, das ihr an einem unbeweglichen Gegenstand befestigt, oder sucht euch einen Trainingspartner, der das Band auf Spannung hält.
1. Begebt euch in euer Set-up und greift das Band mit der rechten Hand. Rotiert mit dem Arm nun schön nach hinten.
2. Achtet dabei darauf, dass die Bewegung aus der Schultermuskulatur kommt, nicht aus dem Ellenbogen. Der Ellenbogen sollte also möglichst nah am Körper bleiben.
3. Rotiert ihr aus dem Ellenbogen, kommt es wieder zum Chicken-Wing. Das wollen wir nicht!
4. Auch im Durchschwung sollen der Ellenbogen und das Band möglichst eng am Körper sein und tief und dicht vor dem Körper in Richtung Ziel geführt werden.
MEHR LÄNGE
Der Trainingstipp:
Der Trainingstipp: Um eure Transportschläge mit den Fairwayhölzern weiter fliegen zu lassen, benötigt ihr eine vernünftige Schlägerkopfgeschwindigkeit. Die Voraussetzung dafür ist die richtige Gewichtsverlagerung. Nachdem ihr ja bereits wisst, wie ihr mit einer besseren Schwungbahn an den Ball kommt, solltet ihr daher wie folgt vorgehen:
1. Begebt euch in das richtige Set-up und holt, wie im Kapitel zuvor beschrieben, aus. Nachdem ihr die Ausholbewegung vollendet habt, also am höchsten Punkt eures Schwungs seid, leitet ihr mit eurem Körper den Durchschwung ein
2. Drückt euch von eurem rechten Bein weg und verlagert das Gewicht stärker auf das linke Bein, von dem aus ihr euch, wenn euer Schläger parallel zum Boden zeigt, explosionsartig in die Höhe abstoßt
3. Das führt dazu, dass euer Schläger wie von selbst mehr Tempo und Höhe generiert, ohne dass ihr versuchen müsst, krampfhaft schneller zu schwingen
Der Athletiktipp dazu:
einen Medizinball, Basketball oder Fußball und optimalerweise eine Wand oder einen Trainingspartner.
1. Begebt euch in euer Set-up, greift den Ball mit beiden Händen von den Seiten an und führt ihn wie beim Schwung nach hinten. Wie schon beim ersten Athletiktipp solltet ihr den Ball dabei leicht rotieren
2. Um die Gewichtsverlagerung, die euren Durchschwung einleitet, stärker zu verinnerlichen, macht ihr, wenn ihr mit dem Ball an der höchsten Stelle angekommen seid, einen kleinen seitlichen Schritt mit eurem linken Fuß in und lasst den Medizinball in in Richtung Ziel los
3. Werft den Ball entweder gegen eine Wand oder in die Arme eures Trainingspartners. Nutzt ihr die Wand, könnt ihr den Ball theoretisch direkt wieder auffangen
SAUBERE TREFFER
Der Trainingstipp:
All die Tipps zuvor nützen allerdings relativ wenig, wenn ihr den Ball nicht sauber trefft. Denn nur mit einem konstanten Trefferbild auf der Schlagfläche bekommt ihr eure Transportschläge mit den Fairwayhölzern dahin, wo ihr sie hinhaben wollt. Oftmals gibt es dünne oder fette Treffer, wenn eure Hüfte und euer hinteres Bein zu schnell zu viel machen wollen und euer rechter Ellenbogen hinter dem Körper gefangen ist. Wir nennen das „stuck position“. Hier ein paar Tipps, worauf ihr achten solltet:
Der Athletiktipp dazu:
Nehmt für diese Übung eine Stange mit einem flexiblen Band. Sucht euch einen Trainingspartner, der das Ende des Bandes festhält, oder befestigt es an einem schweren Gegenstand.
1. Begebt euch wieder in euer Set-up und greift die Stange so, wie im Foto abgebildet
2. Führt von hieraus euren normalen Rück- und Durchschwung aus
3. Wer Probleme mit der zuvor erklärten „stuck position“ hat, wird merken, dass euch das rechte Bein beim Durchschwung in die Quere kommt. Wer es hingegen richtig macht, hat vor seinem Körper genügend Platz, um mit der Stange sauber durchzuschwingen.
4. Bewegt die Stange bis in die Impact-Position oder noch weiter. Je nachdem, wie ihr Lust habt.
Viel Spaß beim Trainieren, euer
Benedict & Konstantin
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