
Anna Huang gewinnt die PIF London Championship 2026 im Centurion Club. Die erst 17-jährige Kanadierin setzt sich in einem dramatischen Finale gegen Charley Hull durch. Aus deutscher Sicht sorgen vor allem Olivia Cowan und Alexandra Försterling für positive Akzente.
Es war ein Finale, das noch einmal alles bot: eine Aufholjagd der Lokalmatadorin, einen folgenschweren Fehler auf der 17 und eine 17-jährige Siegerin, die auf dem Schlussloch die passende Antwort fand. Anna Huang hat die PIF London Championship 2026 gewonnen und damit einmal mehr unterstrichen, warum sie zu den außergewöhnlichsten jungen Spielerinnen im internationalen Damengolf zählt.
Im Centurion Club vor den Toren Londons setzte sich die Kanadierin gegen Charley Hull durch. Für Huang ist es bereits der vierte Titel auf der Ladies European Tour.
Anna Huang hält Charley Hull in Schach
Dabei sah es zwischenzeitlich danach aus, als könnte Charley Hull das Turnier noch drehen. Huang war mit drei Schlägen Vorsprung in den Sonntag gestartet, doch die Engländerin setzte die 17-Jährige auf der Schlussrunde zunehmend unter Druck.
Hull hatte bereits am Freitag ein Ausrufezeichen gesetzt. Ihre spektakuläre 62 bedeutete elf Schläge unter Par und einen neuen Platzrekord im Centurion Club. Damit brachte sich die Engländerin nach einer 74 zum Auftakt zurück ins Titelrennen.
Am Sonntag entwickelte sich daraus das erwartete Duell.
Mit Birdies auf den Löchern 6, 9, 13, 15 und 16 zog Hull an Huang vorbei. Zwei Löcher vor Schluss lag die Engländerin plötzlich einen Schlag in Führung. Dann folgte die Szene, die das Turnier entschied.

Vier Putts auf der 17: Hull verspielt die Führung
Auf dem nur 122 Yards langen Par 3 der 17 benötigte Hull vier Putts. Das Doppelbogey ließ die Führung wieder zu Huang wechseln.
Hull gab sich dennoch nicht geschlagen und beendete ihre Runde mit einem Birdie auf der 18. Doch Huang hatte die perfekte Antwort.
Auf dem abschließenden Par 5 spielte die Kanadierin ein Eagle und machte damit ihren Triumph eindrucksvoll perfekt. Es war der passende Abschluss einer Woche, in der Huang vom ersten Tag an zu den bestimmenden Spielerinnen gehört hatte.
Für die 17-Jährige ist der Erfolg ein weiterer Meilenstein einer bemerkenswerten jungen Karriere. Bereits vor London hatte Huang drei Titel auf der Ladies European Tour gewonnen.
Olivia Cowan überzeugt aus deutscher Sicht
Auch die deutschen Spielerinnen hinterließen bei der PIF London Championship ihre Spuren. Besonders Olivia Cowan spielte sich am Wochenende wieder nach vorne.

Nach einer 70 zum Auftakt musste Cowan am Freitag mit einer 75 einen Rückschlag hinnehmen. Mit einer erneuten 70 am Samstag stabilisierte sie sich jedoch und brachte sich wieder in eine aussichtsreiche Position.
Am Finaltag setzte die Deutsche ihre Aufholjagd fort und bewegte sich zeitweise bis in die Top Ten. Gerade nach der schwierigen zweiten Runde war Cowans Reaktion bemerkenswert. Statt aus dem Turnier zu fallen, arbeitete sie sich Schritt für Schritt wieder nach vorne – ein positives Signal in einem hochklassig besetzten Feld.
Alexandra Försterling steigert sich im Turnierverlauf
Auch Alexandra Försterling zeigte im Centurion Club eine deutliche Steigerung.
Die mehrfache LET-Siegerin startete mit einer 74 und damit einem Schlag über Par. Am zweiten Tag folgte eine 72, bevor sie am Samstag mit einer starken 69 den Sprung nach vorne schaffte.
Damit brachte sich Försterling für die Schlussrunde in eine Position, aus der ein gutes Ergebnis möglich war. Auch am Sonntag hielt sie sich über weite Strecken im erweiterten Vorderfeld.
Vor allem die Entwicklung über die ersten drei Tage zeigte, wie gut sich die Berlinerin auf den anspruchsvollen Centurion Club einstellen konnte.
Celina Sattelkau und Chiara Noja schaffen den Cut
Erfreulich aus deutscher Sicht war außerdem der Auftritt von Celina Sattelkau. Mit Runden von 72 und 71 Schlägen spielte sie sich sicher ins Wochenende. Nach einer 74 am Samstag ging sie mit einem Gesamtergebnis von zwei über Par in den Finaltag.
Ebenfalls vier Runden absolvierte Chiara Noja. Sie hatte mit 72 und 76 Schlägen den Cut geschafft. Eine 74 am Samstag und eine abschließende 72 brachten Noja auf insgesamt zwei über Par.
Aline Krauter erreichte ebenfalls das Wochenende. Nach einer starken 70 zum Auftakt und einer 77 am Freitag folgten am Wochenende Runden von 79 und 75 Schlägen.
Damit waren fünf deutsche Spielerinnen auch am Wochenende im Centurion Club vertreten: Cowan, Försterling, Sattelkau, Noja und Krauter.
Für Harm, Schmidt und Witt endet das Turnier nach zwei Runden
Nicht alle deutschen Starterinnen konnten sich für das Wochenende qualifizieren.
Leonie Harm verpasste nach Runden von 78 und 73 Schlägen bei insgesamt fünf über Par den Cut. Auch Patricia Isabel Schmidt schied nach 83 und 75 Schlägen aus.
Für Sophie Witt war nach Runden von 78 und 82 ebenfalls nach Freitag Schluss.
Damit zeigte sich aus deutscher Sicht ein gemischtes Bild: Während fünf Spielerinnen den Cut schafften und insbesondere Cowan und Försterling zeitweise in Richtung vorderer Platzierungen spielten, endete das Turnier für drei Deutsche bereits nach 36 Löchern.
PIF London Championship erstmals über vier Runden
Die Ausgabe 2026 brachte gleichzeitig eine wesentliche Veränderung für die PIF London Championship.
Das Turnier wurde vom 6. bis 9. August über vier Runden und 72 Löcher gespielt. Nach 36 Löchern erreichten die besten 60 Profis und Schlaggleichen das Wochenende.
120 Spielerinnen waren im Centurion Club angetreten. Das Gesamtpreisgeld betrug zwei Millionen US-Dollar.
Damit rückte der individuelle sportliche Wettbewerb noch stärker in den Mittelpunkt. Das frühere Teamformat spielte 2026 keine Rolle mehr.
Der Centurion Club erwies sich dabei einmal mehr als Bühne für spektakuläres Damengolf. Charley Hulls Platzrekord von 62 Schlägen war eines der Highlights der Woche – auch wenn der Engländerin am Ende ausgerechnet auf den letzten beiden Löchern der Heimsieg entglitt.
Mit 17 Jahren schon vier LET-Titel
Die große Geschichte der Woche gehört jedoch Anna Huang.
Mit gerade einmal 17 Jahren besitzt die Kanadierin bereits vier Titel auf der Ladies European Tour. In London bewies sie dabei nicht nur spielerische Klasse, sondern auch bemerkenswerte Nervenstärke.
Als Hull auf der Schlussrunde an ihr vorbeizog, geriet Huang erstmals ernsthaft unter Druck. Doch als sich auf der 17 die Tür wieder öffnete, nutzte sie ihre Chance. Das Eagle auf der 18 war mehr als nur der Schlusspunkt der PIF London Championship 2026. Es war ein Statement.
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