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Frau steht auf dem Golfplatz mit Golfschläger

Ich & mein Holz – Golf, Tag 2

Am zweiten Tag des Platzreife-Intensivkurses wird es ernst: Werde ich die Golfprüfung in Theorie und Praxis bestehen? Und – viel wichtiger – habe ich überhaupt Lust auf diesen Sport?

Am zweiten Tag meines Golf-Intensivkurses geht es mir mit der Erkältung schon besser. Der Hals kratzt noch, aber das Fieber ist weg. Meine heutige Mission: Die Platzreife will ich unbedingt schaffen – wäre ja peinlich, wenn das nicht gelingt! Erst gibt es wieder eine Stunde Theorie: Wann darf man mit wieviel Schlägerlängen besser legen? Interessant, aber ob ich mir das merken kann … Dann starten wir wieder auf der Drivingrange, probieren verschiedene Schläger – und was soll ich sagen, klappt doch wieder ganz gut! Putten geht auch gut, Chippen ebenso. Juchhu, ich schaffe das! Nach dem Mittag geht es noch mal zum Üben auf den Platz – und dort kommt die große Ernüchterung: Warum geht das auf dem echten Rasen nicht so gut wie auf der Range? Der Tiefpunkt: Ich schlage ab, der Ball bekommt einen Backspin und landet hinter mir … eijeijei. Dann mache ich Bekanntschaft mit dem einen oder anderen Bunker. Wie, man darf hier den Schläger nicht aufsetzen, bevor man schlägt?! Das funktioniert so gar nicht. Statt den Ball zu treffen, schlage ich jede Menge Sand auf.

Es wird ernst!

Am Nachmittag starten wir gegen 15 Uhr mit dem praktischen Teil der Prüfung. Wenn das jetzt ähnlich läuft wie am Vormittag, kann ich einpacken! Zuerst ist der Flight meines Sohnes dran. Der Junior schlägt, als golfe er schon jahrelang und wird vom Trainer gleich als Talent angeworben. Also von mir hat er das nicht, das steht mal fest … Dann ist mein Flight an der Reihe. Rechtzeitig zum großen Finale bin ich voll da. Der Ball fliegt zwar nicht, rollt aber vielversprechend über die Fairways, immer schön gerade. Ich schaffe es tatsächlich, nur einen Strich zu machen – und den verdanke ich einem dieser echt unangenehmen Bunker. Damit habe ich den praktischen Teil der Prüfung gerade so bestanden. Bei der Theorie muss ich zweimal bei meinem wirklich weit entfernt sitzenden Nachbarn (dem Streber unserer Gruppe) abschreiben, ansonsten kann ich das tatsächlich allein. Abends um 19 Uhr haben dann alle die Platzreife bestanden. Wir nehmen noch gemeinsam einen Absacker und als ich zuhause ankomme und meinem Mann die frohe Kunde vom Bestehen der Prüfung mitteile, ist er kurz gaaaanz glücklich.

Sorry, Schatz, aber ...

Seine Freude darüber, zukünftig gemeinsam mit mir die Golfplätze rocken zu können, erfährt ein jähes Ende. Denn schon im zweiten Satz teile ich ihm mit, dass Golf leider gar kein Sport für mich ist. Nicht nur, dass ich mich selbst als relativ talentfrei einstufe. Ich bin es als sehr sportliche Person gewohnt, alles ganz gut zu können. Hier sehe ich bei mir aber leider so viel Lernbedarf, dass ich jegliches Budget für Trainerstunden sprengen würde. Außerdem finde ich die Regeln etwas steif und größtenteils realitätsfremd, das Korsett der Kleiderordnung zu eng und Golf kurzum einfach langweilig und ohne Tempo.

Der Golf-Nachwuchs ist gesichert

Großes Schweigen und ein enttäuschter Ehemann – aber immerhin: Als Vater kann meine bessere Hälfte stolz sein, denn der Filius hat sich ungleich talentierter gezeigt als die Mama. Wenigstens er kann sich für Golf begeistern – und so bin ich fein raus. Mein Holz und ich sollten einfach keine Freundschaft schließen, zumindest für fünf lange Jahre. In dieser Zeit begnügte ich mich damit, um den Golfplatz zu joggen während meine Männer den Schläger schwangen. Aber, so viel kann ich verraten: Man soll niemals nie sagen …