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Golftraining

Trainingstipps – Pitchen

2. September 2026
Trainigstipps für Golfer

Technik, Taktik, Training

Gute Golfspieler sind oftmals vor allem eines: sehr gut im kurzen Spiel. Dabei geht es nicht nur um die Schläge mit dem Putter auf dem Grün oder um den kleinen Vier-Meter-Chip aus dem Vorgrün, sondern vor allem auch um die ekeligen Distanzen, die Schläge, die kaum ein Golfspieler gerne hat. Wir sprechen von den langen Chips und vor allem den kurzen Pitches aus 20 bis 60 Metern. Um darin besser und sicherer zu werden, braucht es verschiedene Komponenten: Natürlich ist die richtige Technik wichtig. Genauso spielt aber auch die richtige Taktik – welche Art von Schlag man überhaupt spielen sollte – eine Rolle. Auch das Gefühl für die Länge ist entscheidend und nicht zuletzt natürlich das Material. In diesen Trainingstipps nehmen wir euch mit auf die Übungsanlage und erklären euch, woran ihr noch feilen könnt. Konsti erklärt euch im hinteren Teil zudem, was ihr athletisch auch abseits des Golfplatzes tun könnt, um noch sicherer und flexibler zu werden. Viel Spaß!


1. Das Material –
hiermit beginnt alles!

Ihr wollt rund ums Grün und bei Annäherungen mit euren Wedges wirklich besser werden? Mehr Spin generieren und den Ball schneller zum Halten bekommen? Dann ist zuallererst das Material entscheidend! Und dabei meinen wir nicht, welchen Grind oder Bounce eure Wedges haben oder wie gut ihr den Ball trefft und wie sauber und trocken eure Schlagfläche ist. All das sind wichtige Faktoren. Doch auch die besten Spieler der Welt werden mit einem zehn Jahre alten, heruntergespielten Wedge nicht den Spin auf den Ball erzeugen können, den sie wollen, weil schlichtweg die Reibung fehlt. Deshalb wechseln die Profis alle paar Wochen zu neuen Wedges. Das müsst ihr natürlich nicht. Vielspieler sollten Wedges aber dennoch häufiger tauschen als ihren Driver oder ihre Eisen. Für unsere Trainingstipps haben wir ein altes und ein brandneues PING-Wedge gegeneinander getestet. Das Ergebnis: Mit dem neuen Wedge konnten wir bei demselben Schlag, einem kleinen Pitch, mehr als doppelt so viel Spin generieren wie mit dem alten. Also denkt daran: Lasst euch auch eure Wedges regelmäßig fitten. So spart ihr Schläge und werdet rund ums Grün deutlich besser!

2. Lob-Shot wird zum Flop-Shot!

Lob-Shots, also Schläge mit extrem viel Loft, geöffneter Schlagfläche und viel Handgelenksbewegung, die in einer Bogenlampe hoch, aber nicht weit fliegen und wenig ausrollen, sehen oft schick aus, sind aber häufig extrem unnötig und risikoreich. Natürlich gibt es Momente, etwa wenn ihr über einen Grünbunker spielen müsst, in denen ein Lob-Shot sinnvoll sein kann. Für halbwegs normale und entspannte Lagen aber ist der Schlag mit viel Risiko verbunden und wird bei einem unsauberen Treffer schnell zum Flop der Runde. Gerade der Einsatz der Handgelenke führt oft zu unsauberen Treffern.

Bei Schlägen, bei denen kein Hindernis im Weg wartet, ist es also viel einfacher, eine Bewegung zu machen, die eher einem großen Chip ähnelt.

  • steht dafür etwas aufrechter
  • benutzt eure Handgelenke nur minimal
  • Die Bewegung kommt eher aus dem Körper als aus den Armen
  • Der Körper bewegt sich stärker in Richtung Ziel

3. Steil ist nicht immer geil!

Viele Hobbygolfer machen im kurzen Spiel häufig den Fehler, mit einem zu steilen Eintreffwinkel an den Ball zu kommen. Das Griffende zeigt dann meist viel zu weit nach vorne in Richtung Ziel und ist zu nah am Boden. Was passiert? Entweder schlagt ihr ein Divot, das tiefer ist, als es lang ist. Oder: Wenn ihr zu früh vor dem Ball den Boden trefft, sind eure Schläge dermaßen gefettet, dass euer Ball wie ein Hoppel-Häschen hüpft und nicht annähernd so weit fliegt, wie ihr wollt. Tipps wie „Kopf unten lassen“ sind daher besonders schlecht. Sie machen den Eintreffwinkel noch steiler.

Die einzige Chance, die ihr dann habt, um nicht im Boden hängen zu bleiben, ist, die Arme mit dem „Chicken Wing“ hochzuziehen. Da wir das aber auch nicht wollen, hier eine gute Übung:

  • legt euch einen Alignment-Stick oder einen anderen dünnen Stab vor euren Ball
  • stellt euch mit eurem zum Ziel gewandten Fuß auf den Stick
  • versucht, den Ball zu treffen, nicht aber den Stick
  • Damit erreicht ihr, dass sich der Körper im Durchschwung wieder etwas stärker aufrichtet

4. Schlagfläche unter Kontrolle bringen

Wenn wir einen kurzen, weichen und hohen Ballflug haben wollen, öffnen wir dafür meist die Schlagfläche. Viele Spieler löffeln den Ball dabei leicht oder auch stark. Löffeln im kurzen Spiel ist manchmal zwar gar nicht so schlecht. Was dadurch aber häufig passiert, ist, dass wir praktisch gar keinen Loft mehr im Schläger haben, weil die Schlagfläche komplett parallel zum Boden zeigt und wir den Ball dadurch unterschlagen. Was ihr in dem Fall unbedingt ausprobieren solltet, damit der Ball trotzdem hochfliegt, aber sofort liegen bleibt, ist Folgendes:

  • macht die Schlagfläche in der Ansprechposition ruhig schön weit auf und holt dann aus
  • achtet darauf, dass die Schlagfläche im Treffmoment aber wieder square, also nicht geschlossen, aber auch nicht geöffnet, ist
  • Das macht ihr ausschließlich über die Rotation in den Händen und den Handgelenken
  • Ein Tipp: Die Daumen sollten im Treffmoment wieder nach unten zeigen

5. Längenkontrolle ist der Schlüssel

Wer ein wirklich guter Pitcher werden will, nicht nur technisch, sondern auch in der Umsetzung auf dem Platz, muss vor allem an der Längenkontrolle arbeiten. Dafür bringt es euch wenig, 500 Bälle immer von derselben Distanz auf das gleiche Ziel zu spielen. Um ganz ohne Geräte ein natürliches Gefühl für eure Länge zu bekom-men, gibt es eine Übung von einem der besten Wedge-Spieler auf dem Planeten, dem aktuellen und dreifachen Ryder-Cup-Captain Luke Donald:

  • nehmt euch einen Eimer mit Bällen und geht zur Pitch-Area auf eurem Golfplatz
  • verteilt nun über eine gewisse Strecke und Entfernung zum Ziel in einem Abstand von jeweils drei Metern jeweils drei Bälle
  • fangt ganz hinten an und pitcht nur einen der drei Bälle auf euer Ziel
  • geht dann drei Meter nach vorne und pitcht auch von hier einen Ball
  • macht das so lange, bis ihr ganz vorne angekom- men seid
  • dann dreht ihr um und spielt von vorne nach hinten.
  • Seid ihr erneut hinten angekommen, macht ihr es wie in der ersten Runde, bis ihr alle Bälle geschlagen habt

Athletiktipps von Konsti

1. Aufrichten des Körpers

  • schnappt euch dafür ein leichtes, elastisches Band eurer Wahl
  • fixiert ein Ende in einer Schlaufe mit eurem hinteren, zielfernen Fuß und greift das andere Ende mit eurer zielnahen Hand
  • Ihr beginnt nun mit wenig Spannung auf dem Band, euch aus dem Unterkörper aufzurichten. Dafür bringt ihr  Spannung auf das Band, indem ihr es vor eurem Körper an der zielnahen Hüfte entlang zieht, bis eure Brust in Richtung Ziel zeigt.
  • Wichtig: Die Zug-Bewegung entsteht dadurch, dass ihr euch nach oben schiebt, nicht dadurch, dass nur euer Arm das Band zieht. Der Ellenbogen sollte in der Endposition eher nach hinten als nach oben zeigen.
  • macht die Übung bei Bedarf auch für die andere Seite

2. für mehr Rumpf- und Rotationskraft

  • schnappt euch eine Hantel oder ein anderes Gewicht eurer Wahl
  • Begebt euch nun in den Halbkniestand. Ein Knie ist auf dem Boden aufgestellt, der Unter- schenkel zeigt nach hinten. Das andere Bein ist nach vorne im 90-Grad-Winkel aufgestellt.
  • haltet die Hantel in beiden Händen vor eurem Oberschenkel des knienden Beins
  • Von dort aus zieht ihr die Hantel unter euer Kinn und drückt sie dann auf die andere Seite eures Körpers nach oben, bis eure Arme gestreckt sind. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Übung auch in einer flüssigen Bewegung durchführen.
  • Der Körper sollte sich öffnen, das Brustbein in Richtung imaginäres Ziel zeigen
  • achtet bei der Übung darauf, im Unterkörper schön stabil zu bleiben und den Oberkörper so viel zu rotieren, wie ihr könnt
  • Führt die Übung gerne auch für die andere Seite durch

3. für mehr Schwungradius

  • schnappt euch wieder das Band aus Übung 1 und legt es so um euren Körper, dass euer Rücken es hält und ihr von vorne mit jeweils einer Hand in jeweils eine Schlaufe greifen könnt
  • stellt einen Fuß leicht nach hinten, damit ihr mehr Stabilität auf dem anderen Bein aufbauen müsst, und begebt euch in euer Golfschlag-Set-up
  • rotiert nun mit dem Oberkörper, wie bei einem Golf-Rück- schwung, so weit wie möglich
  • Wenn ihr es nicht mehr weiter schafft, drückt ihr das Band mit ausgestreckten Armen nochmal so weit wie möglich nach vorne, um noch mehr Radius zu gewinnen
  • nehmt dann die Arme zurück und rotiert wieder ins Set-up
  • wiederholt die Übung beliebig oft und wechselt dann die Seite

4. für mehr Ganzkörperrotation

  • schnappt euch wieder eure Hantel, nehmt sie in eine Hand und stellt euch hüftbreit hin
  • geht nun leicht in die Knie und reißt die Hantel von eurem schräg gegenüberliegenden Fuß explosionsartig nach oben bis in eine gestreckte Position.
  • Führt dabei eine Rotation eures Oberkörpers aus, sodass euer Blick und euer Brustbein wieder in Richtung imagi- näres Ziel zeigen
  • Wichtig ist: Die Power kommt aus dem Unterkörper in den Rumpf. Bis zur Hüfthöhe wird gezogen, ab der Hälfte wird gedrückt.

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