Skip to main content
Golf

Golf auf der OMR: Creator bringen den Sport auf eine neue Bühne

5. Mai 2026Mai 7th, 2026
Golf OMR
Die Blue Stage auf dem OMR Festival 2026(Foto: Timo Leichert/OMR)
Beim Creator Golf Masters auf Green Eagle und einem Panel auf dem OMR Festival in Hamburg zeigt sich, wie stark digitale Formate den Golfsport verändern

Wenn Golf die Digitalbühne betritt

Golf gehört nicht zu den klassischen Themen, die man zuerst mit der OMR verbindet. In diesem Jahr ist das anders. Rund um das OMR Festival in Hamburg bekam der Sport eine Bühne, die weit über die übliche Golfblase hinausreicht: mit dem Creator Golf Masters am Montag auf Green Eagle und einem Panel zum Thema Golf, Creator Economy und digitale Plattformen auf der Blue Stage der OMR.

Die OMR, früher bekannt als Online Marketing Rockstars, ist eines der größten Festivals für Online-Marketing, Digitalwirtschaft und Medien in Europa. In den Hamburger Messehallen treffen sich jedes Jahr zehntausende Besucherinnen und Besucher, Unternehmen, Agenturen, Plattformen, Creator und Entscheider, um über digitale Trends, Markenführung, Social Media, E-Commerce, Künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle zu sprechen.

Golf als Thema der Creator Economy

Dass Golf dort auftaucht, ist kein Zufall. Der Sport hat in den vergangenen Jahren digital stark an Sichtbarkeit gewonnen. Auf YouTube, Instagram und TikTok wird Golf längst nicht mehr nur als Turniersport erzählt. Es geht um Challenges, Trainingsformate, Equipment, Reaktionen, Reisen, Fehler, Humor und Persönlichkeiten. Golf wird dort schneller, direkter und oft deutlich zugänglicher präsentiert als in klassischen Sportformaten.

Genau dieser Wandel stand im Mittelpunkt des OMR-Panels „Golf wird digital: Wie digitale Plattformen und Creator den Golfsport revolutionieren“. Die OMR ordnete das Thema dabei ausdrücklich in den größeren Strukturwandel des Sportkonsums ein: Gerade jüngere Zielgruppen folgen Sportinhalten zunehmend über soziale Medien, während Sponsoren und Medienpartner neue Wege suchen, Aufmerksamkeit aufzubauen.

Für den Golfsport ist das bemerkenswert. Denn Golf ringt seit Jahren mit der Frage, wie er jünger, offener und weniger erklärungsbedürftig werden kann. Die Antwort kommt derzeit nicht nur von Verbänden, Clubs oder Tourorganisationen. Sie kommt auch von Menschen, die mit Kamera, Schnittprogramm und Community arbeiten – und Golf für ein Publikum übersetzen, das den Sport vielleicht noch nie über 18 Löcher erlebt hat.

Die Köpfe auf der Bühne

Auf dem Panel kamen unterschiedliche Perspektiven zusammen: Long-Drive-Weltmeister Martin Borgmeier, die britische Golf-Creatorin Mia Baker, Benjamin Grubbs von Creator Sports Capital sowie Stefan Kastenmüller, Gründer von Apollo Masters und Gastgeber der Runde. Borgmeier steht für den sportlich spektakulären Zugang zum Golf, Baker für eine moderne Verbindung aus Golf, Lifestyle und Social Storytelling, Grubbs für die Investoren- und Plattformperspektive.

Golf OMR

Stefan Kastenmüller, Martin Borgmeier, Mia Baker und Benjamin Grubbs (v. l. n. r.)

Damit wurde auf der OMR nicht nur über Reichweiten gesprochen, sondern über eine grundsätzliche Frage: Wer erzählt Golf künftig? Sind es weiterhin überwiegend Turniere, Verbände, Clubs und Marken? Oder entstehen daneben eigenständige Creator-Marken, die den Sport mit eigener Tonalität, eigener Bildsprache und eigener Community prägen?

Die Antwort dürfte irgendwo dazwischen liegen. Klassische Strukturen bleiben wichtig, weil sie Sportlichkeit, Regeln, Ausbildung und Infrastruktur sichern. Creator wiederum liefern das, was Golf oft schwerfällt: schnellen Zugang, persönliche Nähe und Formate, die auch ohne Platzreife funktionieren.

Creator Golf Masters auf Green Eagle

Der praktische Auftakt fand bereits am Montag statt. Das Creator Golf Masters wurde auf den Green Eagle Golf Courses vor den Toren Hamburgs ausgetragen. Veranstaltet wurde das Format von Apollo Masters und der Hamburger Agenturgruppe pilot. Offiziell positioniert sich das Event als Treffpunkt, an dem Content, Wettbewerb und Entertainment zusammenkommen.

Das Teilnehmerfeld war bewusst nicht wie ein klassisches Pro-Am gedacht. Gelistet waren Creator, Golfpersönlichkeiten, Sportlerinnen und Sportler sowie bekannte Namen aus unterschiedlichen Bereichen – darunter Martin Borgmeier, Mia Baker, Freddy Schott, Auma Obama, Konstantin Madert, Marc Zimmermann und Christian Stübinger.

Warum das mehr ist als ein nettes Side Event

Man kann solche Formate leicht als Marketing-Spielerei abtun. Ein paar Creator, ein Golfplatz, Kameras, Sponsorenlogos – fertig ist der Social-Media-Tag. Ganz so einfach ist es aber nicht. Das Creator Golf Masters zeigt, dass Golf in einem Umfeld stattfindet, in dem Aufmerksamkeit zur eigenen Währung geworden ist. Wer Menschen heute für einen Sport begeistern will, muss nicht nur erklären, warum er schön ist. Er muss zeigen, warum man dranbleiben soll.

Golf hat dafür eigentlich hervorragende Voraussetzungen. Kaum ein Sport liefert so viele kleine Geschichten innerhalb einer Runde: der erste Abschlag, das gerettete Bogey, der Socket, der Monsterputt, das Duell im Flight, die stille Verzweiflung im Bunker. Für traditionelle Golfkommunikation waren diese Momente oft Nebensachen. Für Creator sind sie der Stoff, aus dem Formate entstehen.

Das verändert die Wahrnehmung. Golf wird nicht mehr nur als Mitgliedschaft, Handicap und Turnierkalender sichtbar, sondern als Erlebnis, das man auch digital begleiten kann. Für Einsteigerinnen und Einsteiger kann das eine den Einstieg erleichtern. Für Clubs kann es ein Weg sein, jüngere Zielgruppen anders anzusprechen als über das nächste Schnupperkurs-Plakat.

Zwischen Aufbruch und Realitätssinn

Trotzdem sollte man den Hype nicht überschätzen. Ein virales Video ersetzt keine guten Einstiegsangebote. Ein Creator-Turnier löst nicht automatisch die Nachwuchsprobleme vieler Clubs. Und nicht jede digitale Reichweite führt zu Menschen, die am Ende wirklich einen Schläger in die Hand nehmen. Golf bleibt ein Sport, der Zeit, Platz, Anleitung und eine gewisse Geduld braucht. Aber die Richtung ist spannend.

Am Ende passt Golf besser zur OMR, als man auf den ersten Blick denkt. Beide Welten leben von Aufmerksamkeit, Geschichten, Netzwerken und dem Versuch, Menschen für etwas zu begeistern. In Hamburg wurde in dieser Woche sichtbar, dass der Golfsport dabei nicht nur Zuschauer sein muss. Er kann selbst Teil der Bühne werden. Und GOLF’N’STYLE war natürlich mitten drin bei der OMR.

Weitere Beiträge

Alexandra Foersterling in Korea

Alexandra Försterling in Korea nur drei Schläge hinter der Spitze

| Golf | No Comments
Alexandra Försterling geht bei der Aramco Korea Championship von T4 ins Wochenende. Nach zwei 69er-Runden fehlen der Deutschen nur drei Schläge auf Spitzenreiterin Miyu Yamashita.
David Puig LIV Golf

David Puig vor LIV-Aus: Spanier plant mit der DP World Tour

| Golf | No Comments
David Puig plant seine Zukunft offenbar ohne LIV Golf. Der Spanier will 2027 stärker auf der DP World Tour spielen, während die Verhandlungen über LIV 2.0 in die entscheidende Phase…
Nelly Korda – Evian Resort Golf Club am Genfer See bei der Amundi Evian Championship

LPGA 2027: Rekordpreisgeld und neuer Europa-Block

| Golf | No Comments
Die LPGA Tour startet 2027 mit 33 Veranstaltungen und einem Rekordpreisgeld von mehr als 147 Millionen Dollar. Gleichzeitig ordnet die Tour ihre weltweiten Reisen neu und bündelt drei wichtige Turniere…
Jon Rahm sagt LIV Golf 2.0 ab

Jon Rahm sagt LIV 2.0 ab – und fehlt bei der Open de España

| Golf | No Comments
Jon Rahm wird beim geplanten Neustart von LIV Golf nicht mehr dabei sein. Sein Anwalt bestätigte die Absage an LIV 2.0. Gleichzeitig fehlt Rahm wegen der bevorstehenden Geburt seines vierten…
Jon Rahm vor der Open de España 2026 in Madrid

Jon Rahm vor der Open de España: Rekordjagd mit offener Zukunft

| Golf | No Comments
Jon Rahm spielt bei der Open de España 2026 um seinen vierten Titel und könnte damit Severiano Ballesteros überholen. Gleichzeitig lässt der Spanier offen, ob seine Zukunft auch 2027 bei…
Alfred Dunhill Links 2026 Adrian Meronk

Alfred Dunhill Links Championship 2026: Adrian Meronk gewinnt in St Andrews

| Golf | No Comments
Adrian Meronk gewinnt die Alfred Dunhill Links Championship 2026 auf dem Old Course. Jeremy Paul spielt am Sonntag eine 68 und wird bester Deutscher.