Page 65 - GnS_4-25
P. 65
Fotos: Club de Golf Alcanada, Golf Son Gual, Pula Golf Resort, T-Golf Club
de und Poniente Golf ganz uneitel in T-Club
umbenannt werden konnte. Nicht immer hat
den strengen Behörden in Palma das schnel-
le und umtriebige Handeln des Hamburger
Selfmade-Millionärs gefallen – mal haben
sie ihm die Clubhaus-Nutzung untersagt, mal
den Parkplatz gesperrt, aber Tamsen blieb
sich treu und hat die 1978 eröffnete Anlage
wieder in die erste Liga zurückgeführt. Und
dabei gelingt es ihm sogar für eine gewisse
Zeit, eine alte englische Golfjournalisten-Re-
gel („There is no second chance for a first im-
pression“) außer Kraft zu setzen: Die eher
schlichte Auffahrt und der mit Rindenmulch
belegte Gästparkplatz sind wahrlich kein
Hingucker, vom ersten Café con leche im auf-
gefrischten Clubhaus bis zum letzten Putt
und Cerveza ist der Schönheitsfehler aber
eindrucksvoll verdrängt. Ballpyramiden auf
der Range, Top-Teeboxen und renovierte
Grüns auf dem Platz, Buschwerk und Unter-
holz abseits der Bahnen gelichtet. In Gänze:
pures Golfvergnügen, speziell die elf Löcher
auf der Clubhausseite. Mit dem Erreichten
dürfte Tamsen durchaus zufrieden sein, und
offensichtlich ist er in Sachen „Golf-Business“
auf den Geschmack gekommen. 2022 hat er
auch noch den Golfpark Puntiró erworben
und im Sinne der Corporate Identity in T Golf
Palma umbenannt. Das erste und einzige
Design auf Mallorca aus dem Hause von US-
Golf-Legende Jack Nicklaus hat 2006 seine
Tore geöffnet. Ein landschaftliches und gol-
ferisches Schmuckstück, das über den Status
des „Rohdiamanten“ nie wirklich hinausge-
kommen ist. Aber das ändert sich gerade.
Bei unserem Besuch im vergangenen Früh-
jahr wirkte die gesamte Anlage schon deut-
lich aufgeräumter, freundlicher, heller. Die
weißen Clubgebäude haben innen wie
außen neuen Glanz, der erstklassige Par-71-
Platz hat neue Sichtachsen erhalten, das läs-
tige Unterholz, das früher jeden Ball abseits
des Semiroughs förmlich verschluckte, ver-
schwindet nach und nach. Und auch von der
T Golf Mallorca spielt jetzt mit zwei
Anlagen in der ersten Liga
T Golf Calvia
Clubhausterrasse kann man den schönen
Golfplatz nicht mehr nur erahnen, sondern
auch sehen. Der kleine Bruder vom T Golf
Calvia ist auf dem Weg zu einer golferischen
Top-Adresse.
SPITZENGOLF IN DER
EINFLUGSCHNEISE
Das ist Son Gual Golf, in der Einflugschneise
zum Palma Airport gelegen, schon seit dem
Tag seiner Eröffnung im Jahr 2007. Bis dahin
war es aber ein langer Weg. Vom Erwerb des
156 Hektar-Areals durch den fränkischen
Fenster-Fabrikanten (HAPA-Fenster) Adam
Pamer bis zum ersten Abschlag vergingen
neun Jahre. Das hat den Fenster-Millionär
viel Geld gekostet, aber immerhin kann sich
das Ergebnis mehr als sehen lassen. Der
Münchner Golfplatz-Architekt Thomas Him-
mel lieferte seinerzeit auf Mallorca sein
Meisterwerk ab. Ein Par-72-Platz (6.621 von
hinten) im US-Style mit großen Bunkerland-
schaften, großen Grüns und üppigen Wasser-
hindernissen.
Son Gual: amerikanisches Design
(unten) mit spanischem Flair (oben)
65

