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Reise

Golf City Guide London

17. Mai 2022
Golf City Guide Londo

Links fahren oder Links golfen – Teatime mit den Hirschen und Kunst for free!

Die englischen Inseln sind ein Paradies für Wohnmobilreisende. Auch wenn der Brexit erst einmal abstoßend wirkt, so bleibt Großbritannien doch immer „the Great Britain“ – eins der großartigsten und schönsten Reiseziele Europas. Denn egal ob England, Wales, Schottland oder Irland, überall sind die Landschaften unerwartet schön und beeindruckend weit, die verwunschenen Dörfer und kleinen Städte oft historisch und sehr urig, die Bewohner schrullig und meist mit trockenem Humor. Wer häufiger mit dem Reisemobil unterwegs ist, weiß das die Eindrücke und Erlebnisse auf diese Art immer intensiv, selbstbestimmt und spontan sind. Reisen auf die englische Insel sollten gut geplant und in punkto Reisedauer nicht zu knapp bemessen sein. Es reicht aber aus, die Ziele und Etappen nur grob festzulegen. Das Spannendste sind dann sowieso die Ausflüge und Abzweigungen, die man letztlich „spontan“ nimmt.

Links-Verkehr wird zur Routine

Wir haben uns auf den Weg gemacht und waren gut 14 Tage mit unserem Carthago Reisemobil unterwegs. Natürlich muss man sich wegen des Links-Verkehrs etwas mehr konzentrieren als sonst, doch nach kurzer Zeit wird auch das zur Routine. Für unser Etappenziel London City, haben wir uns diesmal 2,5 Tage Zeit genommen. Der Stellplatz südlich der Themse “Abbey Wood Caravan and Motorhome Club Campsite” ist über den wichtigsten Highway Londons, der M25 gut zu reichen. Der Platz ist modern ausgestattet und liegt idyllisch im Grünen. Zwar hat der Platz weit über 100 Stellplätze, aber auch für ein bis zwei Übernachtungen sollte man sicherheitshalber reservieren (www.caravanclub.co.uk). Wir haben für unseren Carthago ein schattige und besonders ruhiges Plätzchen am Waldrand gefunden. Wer nicht mit dem Fahrrad fahren möchte (ca. 1 Std. 10 Min.) kann ganz bequem von der Abbey Wood Station innerhalb von 40 Minuten zur Waterloo Station gelangen und von dort ins Herzen der Londoner Underground vorstoßen. Die „Tube“ ist so oder so, die allerbeste Form sich in London fortzubewegen. Abgesehen vom Laufen.

Tag 1 – Non Stop Citylive

Ein guter Start in den Tag beginnt mit dem Besuch des „Borough Market“. Samstag geht‘s hier schon um 8h früh los (Werk- & Sonntags ab 10h) und bietet ein perfektes Ebenbild zu der multikulturellen Vielfalt dieser Stadt. Frisches Fleisch und Gemüse aus der Region, Food und Gewürze aus aller Welt und hunderte von Sprachen und Dialekte, bilden eine herrliche bunte Kulisse. Ganz in der Nähe kann man dann einen Abstecher auf den berühmtesten Wolkenkratzer der City machen, The Shard (Die Scherbe). Allerdings ist ein Ticket für die Aussichtsplattform mit 28£ pro Person nicht wirklich günstig. Wesentlich günstiger, nämlich kostenlos ist dagegen ein Besuch in der „Tate Gallery of Modern Art“. Hier ist der Eintritt für jeden frei. Es sei denn man möchte eine der aktuellen „Spezial“-Ausstellungen besuchen. Der Besuch, der Dauerausstellungen von klassischer und zeitgenössischer Kunst und der Cafeteria mit Blick auf die City, lohnen sich aber auch ohne ein bezahltes Ticket. Von der Tate geht es weiter, auf der Uferpromenade der Themes, über die Waterloo Bridge nach Covent Garden, dem Theater- und Kultur-Viertel der Stadt. In den gemütlichen Cafes und den smarten Fashion-Shops könnte man sich den ganzen Tag aufhalten. Auf den Plätzen präsentieren sich hier die besten und ungewöhnlichsten Straßenkünstler Londons: Musiker, Artisten, Zauberkünstler, Charlie Chaplin-Imitatoren u.v.a.m. 

Zum Picadilly Circus gelangt man durch Chinatown. Wer nicht bei einem der zahlreichen chinesischen Restaurants schwach geworden ist, kann sich im Whole Foods Market leckere „Organic Food“ kaufen und sich vor die Tür in die Fußgängerzone setzen und genießen. Von hier aus startet eine sehr bunte und interessante Shopping-tour. In der Regent Street residieren alle großen, teuren und weniger teuren Mode-marken (CAP, Marco Polo, Lacoste, Ralph Lauren u.v.a.) und in der bekanntesten Einkaufsmeile der Stadt, der Carnaby Street und den kleinen Seitenstraßen drum herum, findet man alles was hipp und schräg ist. Vom Store mit der größten Auswahl an Fußballschuhen, über diverse Fashion Flagship-Stores, kleinen Mode-Boutiquen bis zu Juwelieren mit coolem, handgefertigten Silberschmuck. Wer nach all‘ diesen bunten Shops noch nicht genug hat, sollte noch einen Abstecher in eines der ältesten und exklusivsten Londoner Kaufhäuser wagen, dem Liberty (libertylondon.com). Hier wird man von den feinsten Stoffen und Düften verwöhnt. Aber Achtung, guter Stil hat seinen Preis! Nach dem langen Einkaufsbummel empfiehlt sich ein leckeres Abendmahl direkt um die Ecke. Direkt von der Carnaby Street gelangt man in den Kingly Court. In diesem Hinterhof kann man in mehr als 60 Restaurants, Cafes, Bars und Pubs aus unterschiedlichen Kulturkreisen, jeden Hunger und Durst stillen. Danach bringt uns die Tube wieder sicher zu unserem Wohnmobil.

Tag 2 – Picknick im Südwesten

Am zweiten Tag fahren wir morgens um 9 Uhr zum Brick Lane Market, einem Food- und Vintage-Markt in der Brick Lane in Tower Hamlets, im Osten der Stadt, der nur sonntags geöffnet ist. Der Markt verteilt sich rundum die ehemalige Brauerei „Old Truman Brewery“ auf verschiedene Hallen, Keller, alte Gebäude und auf offener Straße. In den Hallen findet man skurrile Vintage-Klamotten, Möbel, Accessoirs, faszinierende Kleinhandwerkskunst, Friseure und viele talentierte Straßenku?nstler. Der u?berdachte UpMarket besteht aus u?ber 100 Ständen mit Mode, Accessoires, Kunst und Musik sowie Essen und Su?ßigkeiten aus der ganzen Welt. Ein Fest der Sinne fu?r Augen, Nase und Ohren. Die weltbesten Bagels gibt es allerdings bei Beigel Bake Brick Lane Bakery, sowohl Belegte als auch Unbelegte. Ein „Muss“ fu?r jeden Bagel-Fan. Nach dem Lunch machen wir uns auf zu einem Picknick-Ausflug in den Su?dwesten der Stadt, in den Richmond Park. Hier wimmelt es von Naturliebhabern, Bikern und riesigen Hirsch-
Rudeln. Der Park ist ein Naturschutzgebiet im Wald und der größte unter den königlichen Parks Londons. In dem Park leben ca. 600 Hirsche ohne Zäune und ohne Angst vor Menschen. Am besten erkundet man den Park per Fahrrad. Es gibt einen großartigen botanischen Garten zum Picknicken und zur Teatime sitzt man auf der Terrasse mit Fernblick in der Pembroke Lodge. Zum krönenden Abschluss des Tages haben wir uns einen Tisch im Restaurant Gordon Ramsay Chelsea reserviert. Hier bitte sehr lange im Voraus planen und reservieren. Wir hatten Glu?ck. Den beru?hmten englischen Fernsehund Michelin-Koch haben wir zwar nicht getroffen, dafu?r aber vorzu?glich gegessen. Neben der königlichen Atmosphäre und dem zauberhaften Personal war die Sterne-Ku?che auf aller höchstem Niveau. Chapeau!

Tag 3 – Golfen, Burger und sehr viel Spaß

Zum Abschluss unseres London-Besuchs wollten wir natürlich auch noch etwas Golfen. Da dies nicht unser erster Besuch in London war, haben wir schon einige sehr schöne Golfplätze rundum London gespielt. Die meisten dieser Plätze, die oft in wunderschöne Parklandschaften eingebunden sind, haben jeder für sich seine ganz spezielle und spannende Geschichte. Diesmal haben wir nördlich von London, in Watford, eine der größten TOPGOLF-Anlagen besucht. Natürlich ist das eine ganz andere Art zu Golfen, aber auch eine sehr unterhaltsame. Wer keine eigenen Schläger dabei hat, bekommt welche gestellt. Die ganze Anlage erinnert an ein großes, etwas überdimensioniertes Outdoor-Bowlingcenter. Von der großen Empfangshalle mit Begrüßungstresen und Dinner-Restaurant blickt man auf die Rückseite der riesigen zweistöckigen Driving-Range. Nach der Registrierung erhält jeder Mitspieler mehrere Körbe mit Range-Bällen. In jedem Ball ist ein Chip, der auf den jeweiligen Spieler registriert ist. Auf dem Spielfeld befinden sich große, buntleuchtende Zielfelder. Jedes dieser Zielfelder steht für eine Punktzahl. Legt ein Spieler seinen Ball auf die Abschlagmatte, erkennt der Computer den Spieler und dann geht es ums gute Zielen und Golfen. In jeder Box befindet sich für jede Gruppe ein Bildschirm auf dem man das eigene Spielgeschehen verfolgen kann. Mit guter Musik, Burger und Drinks ein sehr unterhaltsames Spiel, auch für junge Leute, die noch nie Golf gespielt haben. In Oberhausen hat die TOPGOLF-Gruppe ihren ersten deutschen Standort eröffnet. Vielleicht folgen ja weitere. Auf der Rückreise haben wir an der Küste von Dover noch einen sehr schönen Golfplatz gespielt, Stoneless Golf. Hier durften wir auch mit unserem Carthago Reisemobil übernachten und konnten am nächsten Morgen bequem die Fähre in Dover erreichen und wieder nachhause reisen.

Topgolf in Watford

TOPGOLF
WATFORD
Bushey Mill Lane
Watford, Herts
Tel.: +44 1923 222045
www.topgolf.com

STONELEES
GOLF CENTRE
Ramsgate, Kent CT12 5DJ
Tel.: +44 1843 823133
Mail: stonelees@stonelees.com

www.stonelees.com

Fotos: Markus Salzmann, simon11uk, claudiodivizia, chrispictures, alenakr/123rf.com, Kingly Court, Lukas Blaskevicius, Aaron Gilmore, ehimetalor/unsplash.com, Topgolf, Stonelees, Steve Bidmead, ontatopictured/pixabay.com