
Orthopäde Dr. Dominik Pförringer erklärt die häufigste Golfverletzung und gibt Tipps zur Therapie und Vorbeugung
Wir wollten mehr wissen über die typische Golfer-Krankheit Nr. 1 und haben uns darüber mit einem Spezialisten unterhalten. Wir sprachen mit PD Dr. Dominik Pförringer, einem praktizierenden Orthopäden und Unfallchirurgen aus München. Sein Fokus liegt auf den konservativen Behandlungsmethoden, also allem, was sich ohne Operation kurieren lässt. Seine Kernfelder sind Sportverletzungen, Rückenschmerzen, Arthrose sowie sämtliche Fehlfunktionen des muskuloskelettalen Systems. Seit 2017 ist er Organisator des Digital Health Summit in München.
Herr Dr. Pförringer, was genau ist ein Golferarm, oder auch umgangssprachlich Golferellenbogen genannt, und warum heißt diese Krankheit so?
Es handelt sich dabei um eine Enthesiopathie, eine schmerzhafte Erkrankung der bindegewebigen Verankerung (Enthese) einer kraftübertragenden Sehne an einem Knochen. Diese geht mit einer nichtbakteriellen (aseptischen) Entzündungsreaktion einher. Sie wird auch als Insertionstendinopathie bezeichnet. Diese tritt gehäuft bei Golfern an einer spezifischen Stelle der Ellenbogeninnenseite auf.
DIE SYMPTOME
Haupt-Symptome: der Golferellenbogen (mediale Epicondylitis, auch innere Epicondylitis oder Epicondylitis humeri ulnaris) verursacht vor allem Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, besonders beim Beugen des Handgelenks und einhergehend mit einem Kraftverlust. Ein normaler Gebrauch des Arms ist oft nicht mehr möglich, zumal die Schmerzen in den ganzen Arm und die Hand ausstrahlen können. </span>Außerdem fällt es Betroffenen oft schwer, kräftig zuzugreifen. Ein Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einem Golferellenbogen. Meist tritt die Erkrankung im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf, weshalb manche Mediziner auch von der „midlife crisis der Sehne“ sprechen.</span></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong></strong>
Was ist die Ursache für die Krankheit? Ein falscher Golfschwung, eine falsche Haltung oder eine hohe Belastung?
Das können alles Gründe für die Erkrankung sein. Der Golferellenbogen fällt unter die sogenannten Repetitive Strain Injuries (RSI), also eine entzündliche Reizung, die durch repetitive Belastung ausgelöst wird. Auslösend ist eine Fehlbelastung oder Überlastung der spezifischen Sehne bzw. ihrer Ansatzpunkte.
Worin besteht der Unterschied zum Tennisarm?
lass=““>=“s1″&amp;amp;amp;gt;Beim Tennisarm ist der Epicondylus humeri radialis, die Außenseite des Ellenbogens, beim Golferellenbogen der Epicondylus humeri ulnaris, also die Innenseite des Ellenbogens, betroffen. Also eine andere Bewegung, eine andere Belastung und daher auch eine andere Erkrankungen.
Welche Behandlungs-Möglichkeiten gibt es?
Das Feld der Optionen ist weit. Das Feld der effektiven Methoden ist hingegen schmal. Es beginnt mit Salbenverbänden, Physiotherapie und dem konsequenten Tragen einer Bandage. Bei Persistenz ist es möglich, mit einer lokalen Injektion sowie fokussierter elektrischer Stoßwellentherapie zu therapieren. In langwierigen Fällen, die auf diese Therapieformen nicht ansprechen, kann eine operative Therapie sinnvoll sein. Die Operation ist logischerweise nicht die erste Wahl, sondern lediglich die Ultima Ratio, wenn keine andere Methode greift.
DIE BEHANDLUNGSMETHODEN
Therapiemöglichkeiten gibt es einige. Bei einer Selbstbehandlung sollten hauptsächlich diejenigen Übungen im Mittelpunkt stehen, die einseitigen Bewegungsmustern bzw. Fehlhaltungen entgegenwirken. Insbesondere muss es darum gehen, die Armmuskelatur zu dehnen, um so die Zugkraft auf den Sehnenbereich am inneren Ellenbogen zu verringern. </strong></p>
<p class=“p1 ai-optimize-893″>Bei den sogenannten Querfriktionen handelt es sich um die Mobilisierung der Ansatzsehnen der Muskeln. Die Reibung wird quer zur Verlaufsrichtung der Sehnenfasern mit einer oder zwei Fingerkuppen vorgenommen. Sie verbessert die Durchblutung und löst fasziale Verklebungen.
Beliebt bei der Behandlung einer Epicondylitis sind auch Methoden der physikalischen Therapie. Die TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) und ESWT (extrakorporale Stoßwellentherapie) sind erprobte Behandlungsmethoden, bei denen mit Reizstrom bzw. hochenergetischen Stoßwellen die Durchblutung angeregt wird und durch Ankurbelung des Zellstoffwechsels die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.</strong></p></p></p>
<p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p><p>ss=“ai-optimize-33″>
Ist eine konventionelle Behandlung langwierig? Wie lang muss man bis zu einer Heilung rechnen?
Das kommt auf jeden Fall individuell an. Generell lässt sich sagen: Je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto eher kann diese greifen und eine Heilung erzielt werden. Greift man in einer frühen Phase nicht ein, riskiert man sogar einen Sehnenabriss (Sehnenruptur). Bei Nicht-Behandlung machen zusätzliche Kalkablagerungen oder Verknöcherungen mitunter eine Therapie unnötig langwierig
</p></p></p>
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Welche physiotherapeutischen Maßnahmen werden empfohlen und welche davon kann man und sollte man selbstständig durchführen und wie häufig?
Mein Credo lautet: Selbstbeübung durch dehnen und massieren kann die Heilung fördern.
Wer ist gefährdet? Wann erkennt man das und gibt es präventive Maßnahmen?
Wie bereits angesprochen, sind diejenigen besonders häufig betroffen, die repetitive Bewegungen ausführen. Schuld sind dauerhafte Überlastungen der Muskeln — das kann im Sport, im Beruf und im Privatleben sein.<b>
</p>
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DIE MUSKELN UND DIE SEHNEN
Das Ellenbogengelenk setzt sich aus 3 Teilgelenken zusammen. Für die Beugung und Einwärtsdrehung von Unterarm, Hand und Fingern sind 5 Muskeln zuständig:
- Pronator teres („runder Einwärtsdreher”) </strong>
- Flexor digitorum superficialis („oberflächlicher Fingerbeuger“)
- <span class=“s1″>le=“color: #ffffff;“>Flexor carpi ulnaris („ellenseitiger Handbeuger“)
- Flexor carpi radialis („speichenseitiger Handbeuger”)
- Palmaris longus („langer Hohlhandmuskel“)
<strong> style=“color: #ffffff;“>Die Muskeln entspringen alle einem Sehnen-Komplex, den man „Common Flexor Tendon“ (gemeinsame Flexoren-Sehne) nenn</span>t. Dieser Komplex ist der wichtigste Stabilisator des Ellenbogens und liegt am inneren Knochenvorsprung des Ellenbogens und befestigt die Muskeln am Oberarmknochen. Der Übergang von der Sehne zum Knochen, also vom Faserknorpel zum zähen Gewebe, ist schlecht durchblutet, was bei einer Überbeanspruchung zu kleinen Verletzungen und einem krankhaften Umbau des Gewebes führen kann und damit letztendlich zu einem „Golferellenbogen“.</strong></strong></strong></strong></strong&gt;&lt;/strong&amp;gt;
<p><p>&amp;amp;amp;lt;p&gt;&amp;lt;p class=“ai-optimize-34″>
<h3 class=“p1 ai-optimize-908 ai-optimize-introduction“><em>Gibt es bestimmte Berufsgruppen, die besonders anfällig sind, wie beispielsweise Personen in der IT-Branche?
Golfer, Tennisspieler und Fechter sind überdurchschnittlich häufig betroffen, ebenso diejenigen Berufsgruppen, die sehr oft repetitive Bewegungsmuster ausführen. Natürlich auch am Computer, z.?B. durch die häufige Nutzung der Maus und die daraus entstehende einseitige Belastung.
></span></span&gt;
<p><p class=“ai-optimize-27″>&gt;
</p>
<p><p><h3 class=“p1 ai-optimize-912 ai-optimize-introduction“><b>Wenn man es einmal gehabt hat: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es wiederkommt?
Das ist individuell verschieden. Es geht weniger um die Veranlagung, eher um die Aktivitäten und das Bewegungsmuster.
</b></span></p></p></span></p>
ass=“ai-optimize-28″>
<p><p><p><p><p><p><p><h3 class=“p1 ai-optimize-916″>Sollte man während einer Behandlungs- bzw. Heilungsphase auf bestimmte Aktivitäten, wie Golfen, verzichten?</span>
Es empfiehlt sich im Interesse der Heilung natürlich, auf diejenigen Bewegungsabläufe zu verzichten, die die Erkrankung ausgelöst haben.&lt;b>
></p>
>s=“ai-optimize-29″>
<p><p><p><p><p><p><p><h3 class=“p1 ai-optimize-introduction ai-optimize-920″>lass=“s1″>Wie sinnvoll sind sogenannte Ellenbogen-Bänder? Was bewirken diese und inwiefern können sie die Heilung beeinflussen? Haben Ellenbogenorthese und Ellenbogenbandage dieselbe Wirkung?</em></span></span>
s=“p1 ai-optimize-introduction ai-optimize-920″><span class=“s1″&amp;amp;amp;amp;amp;gt;Die können wirksam sein, allerdings empfehle ich immer, zu orthopädisch geprüften Produkten zu greifen, nicht zu solchen aus dem Sportartikelhandel oder der Drogerie. Ersetzen können diese eine medizinische Behandlung nur selten.<br />&amp;lt;/p>
<p class=“ai-optimize-30″>
<p><p><p><p><p><p><p><h3 class=“p1 ai-optimize-123 ai-optimize-introduction“>Dr. Dominik Pförringer, Sie spielen ebenfalls Golf, waren Sie selbst schon betroffen?</em></em></p>
urde ich bis dato glücklicherweise verschont. Bei selbst gewählten 320 Praxistagen im Jahr heile ich lieber Golfer, für mein Golf bleibt noch Zeit in vielen, vielen Jahren.&lt;br />
ss=“ai-optimize-31″&amp;amp;amp;amp;amp;gt;
<p><p><p><p><p><p><p><h2 class=“ai-optimize-6″>Der Experte – PD Dr. med. Dominik Pförringer
Dominik Pförringer studierte an der Universität Regensburg Medizin, promovierte 2006 und absolvierte 2009 an der INSEAD in Fontainebleau seinen MBA. Seit 2016 ist er Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Im Jahr 2018 habilitierte er sich auf dem Gebiet der Unfallchirurgie zum Thema „Ökonomische Faktoren im Gesundheitswesen – Infektionsmetaphylaxe und Möglichkeiten zur patientenzentrierten Prozessoptimierung und Ressourcenschonung“.
„</yoastmark“>“</yoastmark“>“</yoastmark“>“</yoastmark“>“</yoastmark“>“</yoastmark“>“</yoastmark“>“p1 ai-optimize-327″>In seiner Münchner Praxis behandelt PD Dr. med. Dominik Pförringer überwiegend Patienten mit chronischen und akuten Schmerzen des Bewegungsapparates. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Therapie, Diagnostik und Behandlung von Arthrose. Dabei kommen Methoden wie Gelenkeinspritzungen (Injektionstherapien), Manualtherapie sowie pflanzliche Heilmittel (Phytotherapie) und begleitende Physiotherapie zum Einsatz.
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<p><p><p><p><p><p><p><p class=“p1 ai-optimize-35″>Fotos: AdobeStock/Marinesea, ATRPhoto, Clayton D/peopleimages.com, khampiranon
Weitere Beiträge
<p><p><p><p><p><p><p><p class=“ai-optimize-9″>









